Tesla nutzt aktuell nur eine von acht Kameras beim verbesserten Autopiloten

Tesla ist mit dem verbesserten Autopiloten, also der seit Oktober 2016 neu verbauten Hardware, noch lange nicht auf dem Niveau des Vorgängers angekommen. Während Fahrzeuge mit der Autopilot-Hardware der 1. Generation demnächst zwei Milliarden Meilen zurückgelegt haben werden (1,3 Milliarden Meilen bis Oktober 2016), steckt die neue Hardware noch in den Kinderschuhen.

Der verbesserte Autopilot muss vor allem Daten für das von Grund auf neu entwickelte Bildverarbeitungssystem Tesla Vision sammeln, welche inzwischen statt dem System vom Zulieferer der ersten Autopilot-Generation, Mobileye, verwendet wird. Das neue System sollte jedoch in den nächsten Wochen das Niveau des Vorgänger erreichen und anschließend deutlich übertreffen.

Dass Tesla noch nicht annähernd das Potenzial des verbesserten Autopiloten ausschöpft, zeigt ein Test eines Nutzers des Tesla-Onlineforums Tesla Motors Club. Bei diesem Test wurden die acht Kameras des Model S nach und nach abgeklebt, während man immer wieder die Lenkautomatik beim Fahren einsetzte und prüfte, ob diese weiterhin funktionierte.


Der Test ergab, dass zurzeit offenbar nur zwei von den acht verbauten Kameras für den Autopiloten genutzt werden. Der Branchendienst Electrek kann sogar bestätigen, dass lediglich eine Kamera vom System genutzt wird: Die nach vorne gerichtete Hauptfeld-Vorwärtskamera. Womöglich hat das Abkleben der anderen beiden Kameras in der Front die Hauptkamera ebenfalls eingeschränkt und so zu fehlerhaften Ergebnissen geführt.

Tesla nutzt darüber hinaus auch das nach vorne gerichtete Radar, um die Umgebung besser einzuschätzen. Nichtsdestotrotz zeigt dieser Test eindeutig, dass der verbesserte Autopilot noch nicht annähernd sein Potenzial zeigt. Zunächst muss das neue System dasselbe leisten können, wie der Autopilot der 1. Generation. Erst dann sollen weitere Funktionen hinzukommen.

Einige Videos auf YouTube zeigen, dass der verbesserte Autopilot noch nicht so ausgereift ist, wie das Vorgängersystem:

Auch wenn beide Systeme stets vom Fahrer beobachtet werden müssen und gegebenenfalls einen Eingriff erfordern, verlangt Tesla vom Fahrer eines Fahrzeugs mit verbessertem Autopiloten noch viel größere Sorgfalt, was auch in einer entsprechenden Warnmeldung zu lesen ist:

Tesla verlangt größere Sorgfalt, wenn man den verbesserten Autopiloten nutzt. Bild: Electrek

Wer sich noch unsicher ist, ob er mit aktiviertem Autopilot fahren sollte, kann diese Funktion erst einmal so lange ignorieren, bis zumindest das Niveau des alten Systems erreicht ist. Auch wenn man den Autopiloten nicht einschaltet, sammelt das System Fahrdaten, die zur Verbesserung beitragen. Somit kann man auch bei deaktiviertem Autopilot etwas zur Gemeinschaft beitragen.

  • Hans Peter

    „stets“ statt „stehts“. Diesen Kommentar könnt ihr dann löschen

    • Teslamag.de (TK)

      Danke für den Hinweis, ist ausgebessert.

  • Skynet

    Vielleicht sollte Tesla aber auch nur mal das Personal mit fähigen Leuten aufstocken. Wie man sieht geht es auch anders:

    https://www.welt.de/kmpkt/article162444175/Student-baut-sich-selbstfahrendes-Auto-fuer-nur-700-Dollar.html

    • Dieslstinker

      naja so gehts eben nicht:
      Der Grund: Die US-Straßenverkehrsbehörde hatte noch einige Sicherheitsfragen, die Hotz nicht beantworten konnte oder wollte.

  • PV-Berlin

    Wenn ich mir einen Inder hole, der kostet mich keine 300 $ p.A. und ist 100% ein zugelassener Autopilot 5.0.

    Tesla muss das aber auch in den USA offiziell verkaufen können, um irgendwann auch richtiges Geld zu verdienen. Der Rentner 95 in Florida halb blind aber mobile, genau so wie Ken 9 Jahre, aus Alaska, der zur Schule muss. Die Bussparte von Tesla macht nur Sinn, wenn sie einen Autopiloten der 4. Generationen recht schnell auf den Markt bringen.

    Die Trennung, ist ja nicht mal 12 Monate her (Lieferanten) das ist extrem wenig Zeit, um Hard und Software zusammen zu kriegen. Mal ganz von den Kilometern abgesehen.

    In 12 Monaten, schaut es schon ganz anders aus.