Tesla veröffentlicht Quartalsbericht für das Q2 2017

Tesla hat gestern Abend den Quartalsbericht für das 2. Quartal 2017 veröffentlicht. Wie schon zuvor werden wir diesen hier in Stichpunkten zusammenfassen. Dabei gehen wir hauptsächlich auf neue Informationen ein.

  • Während Q2 waren die Ingenieure und das Produktionsteam damit beschäftigt, die finalen Schritte für die Model 3-Produktion und „Die Maschine, die die Maschine baut“ zu tätigen
  • Die Bruttomarge des Model 3 soll die des Model S und Model X erreichen
  • In den letzten Wochen seien die Reservierungen zum Model 3 noch einmal angestiegen
  • Bestellungen für das Model S und X seien ebenfalls angestiegen, sowohl vor als auch nach dem Launch-Event des Model 3
  • Im Juli lag die wöchentliche durchschnittliche Bestellrate für das Model S/X um 15% höher als die wöchentliche durchschnittliche Bestellrate im gesamten 2. Quartal
  • Seit dem Launch-Event sind weitere Anstiege bei den Bestellungen für das Model S zu verzeichnen (auch wenn es noch zu früh ist, um daraus Schlüsse zu ziehen)
  • Ersten Solardächer wurden kürzlich bei Tesla-Mitarbeitern installiert
  • Durchschnittlich über 1.800 Reservierungen pro Tag für das Model 3 seit dem Launch-Event
  • Online-Konfigurator für das Model 3 wurde tausenden Mitarbeitern bereits geöffnet, sodass diese ihr Fahrzeug konfigurieren können
  • Bald bekommen auch Kunden die Möglichkeit, ihr Model 3 zu konfigurieren, wobei Bestandskunden (Model S/X) zunächst bevorzugt werden
  • Erste Auslieferungen für das Model 3 an Nicht-Mitarbeiter erfolgen im 4. Quartal 2017
  • Das Standard-Model 3 (ab 35.000 USD) dürfte ab November in den Vereinigten Staaten erhältlich sein
  • Model 3 mit Allradantrieb und Doppelmotor sollte Anfang nächsten Jahres in den Vereinigten Staaten erhältlich sein
  • Internationale Auslieferungen des Model 3 sollten Ende 2018 beginnen
  • Rechtslenker werden ab 2019 ausgeliefert
  • Produktion von 1.500 Model 3 im 3. Quartal
  • Produktionsrate von 5.000 Model 3 pro Woche bis Ende 2017
  • Im Verlauf des nächsten Jahres Produktionsrate von 10.000 Model 3 pro Woche
  • 29 neue Stores und Service-Center wurden im 2. Quartal eröffnet
  • Aktuell hat Tesla 300 Standorte weltweit
  • Neue Auslieferungszentren wurden vor dem Auslieferungsbeginn des Model 3 eröffnet
  • 25.708 Fahrzeuge wurden im 2. Quartal produziert, 40% mehr im Vorjahresvergleich, trotz Produktionsengpass bei den 100 kWh-Akkupaketen Anfang Juni
  • Mehr Model X-Ausstellungs- und Testfahrzeuge wurden in den einzelnen Stores zur Verfügung gestellt, da zahlreiche fehlten
  • Die höhere Verfügbarkeit von Model X-Fahrzeugen in den Stores hat zu über 20% mehr Bestellungen des Fahrzeugs in Q2 geführt (im Vergleich zu Q2 2016)
  • 22.026 Model S und Model X wurden im 2. Quartal ausgeliefert
  • 47.077 Fahrzeuge in der ersten Jahreshälfte
  • Die Auslieferung beider Fahrzeuge stieg insgesamt um 53% im Vorjahresvergleich an
  • Produktionsbeginn für das Solardach soll vor Ende des Jahres in der Gigafactory 2 in Buffalo beginnen
  • 176 MW an Solaranlagen und 97 MWh (inkl. 52 MWh aus dem Kauai Großprojekt) an Batteriespeichern wurden im 2. Quartal ausgeliefert
  • Batteriespeicherprojekte sind gestiegen, während jedoch weniger Solaranlagen installiert wurden, da Tesla sich zunächst auf die profitableren Projekte konzentriert
  • Solarprodukte werden nicht mehr im Tür-zu-Tür-Verkauf angeboten, sondern nur noch über die Tesla-Stores und online
  • Deshalb wird zunächst ein geringere Absatz in diesem Bereich bei Privathaushalten erwartet, sollte sich jedoch im 4. Quartal wieder erhöhen
  • Die Privatkunden, die sich dazu entschieden haben Solarprodukte zu kaufen statt zu leasen, sind um 37% gestiegen (von 6% im letzten Jahr)

Wirtschaftliche Kennzahlen, ausschließlich nach amerikanischem Rechnungslegungsstandard US-GAAP:

  • Umsatz aus den Automobilverkaufen: 2,287 Mrd. USD
  • Bruttomarge bei Automobilverkäufen: 27,9% (25% abzüglich SBC und ZEV-Credits)
  • Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um 93% an
  • 19% der Auslieferungen im Q2 waren Leasingfahrzeuge (25% in Q1)
  • Umsatz aus der Energy-Sparte: 286,780 Millionen USD
  • Bruttomarge der Energy-Sparte: 28,9%
  • Umsatz stieg um 34% an, u.a. durch die saisonal bedingte höhere Produktion an Solarenergie (Cashflow durch geleaste Solaranlagen)
  • Gesamtumsatz: 2,790 Mrd. USD
  • Umsatz aus Service und andere Tätigkeiten lag bei 216,16 Millionen USD
  • Die Kosten für die operativen Tätigkeiten lagen bei 907,53 Millionen USD
  • Darunter die Kosten für Forschung und Entwicklung in Höhe von 369,77 Millionen USD
  • Und die Kosten für Verkauf und administrativen Tätigkeiten in Höhe von 537,76 Millionen USD
  • Tesla hat in Q2 2017 einen Verlust von 2,04 US-Dollar pro Aktie verbucht (401,43 Millionen USD)
  • Operativer Cash-Flow lag bei negativen 200,172 Millionen USD
  • Investitionen in Höhe von 959 Millionen USD wurden getätigt (1,5 Mrd. USD in der ersten Jahreshälfte insgesamt)
  • Liquide Mittel bei knapp über 3 Milliarden USD zum Ende des Quartals

Ausblick auf die folgenden Quartale des Jahres 2017

  • Bestellungen für Model S und X sollten in der zweiten Jahreshälfte ansteigen
  • Die Bruttomarge wird im 3. Quartal jedoch sinken, da es eine Verschiebung im Produktmix geben wird
  • Zusätzlich wird die Bruttomarge beim Model 3 aufgrund der zunächst geringen Produktionsanzahl im Vergleich zu den anfallenden Kosten zur Produktionssteigerung sehr gering sein
  • Die Bruttomarge des Model 3 wird dennoch bereits im 3. Quartal positiv sein
  • Ab 2018 sollte die Bruttomarge des Model 3 stark ansteigen Richtung 25%
  • Die Bruttomarge aus den Automobilverkäufen wird dementsprechend im 3. Quartal zunächst unter 20% sinken, bevor sie dann ab dem 4. Quartal wieder ansteigt
  • In der zweiten Jahreshälfte erwartet man signifikante Anstiege im Umsatz, während die Kosten für operative Tätigkeiten ähnlich hoch ausfallen werden
  • Investitionen sollten sich in der 2. Jahreshälfte auf etwa 2 Mrd. USD belaufen
  • Longcheck

    Klasse, Danke TK

  • Nelkenduft / AHF

    Danke für die sehr gute Zusammenfassung. Die Quartalszahlen haben so heftig eingeschlagen, dass selbst Kollegen von mir wieder in die Aktie eingestiegen sind, denen bisher noch nicht derart bewusst ist wo es in Zukunft hingeht wie uns.

    • Kant

      wo bitte war denn hier der „heftige Einschlag“ – T. macht immer noch Verluste, die liquiden Mittel sinken, die Produktion MS, MX stagniert… als „Fan“ kann man das natürlich unterstützen, aber als Kapitalanlage?

      • Nelkenduft / AHF

        Von 264 Euro Tages-Schlusskurs auf 294 Tages-Anfangskurs finde ich ziemlich heftig, das sind über 10 %.

        • Kant

          Sorry, war dann ein Missverständnis; meine Aussage bezog sich nur auf die Zahlen – wieso das einen derartigen Hype auslöste (+10%) ist mir nicht klar; also bitte – schnell verkaufen 🙂

          • Fritz!

            “ wieso das einen derartigen Hype auslöste (+10%) ist mir nicht klar; also bitte – schnell verkaufen :-)“

            Und sich dann zum Jahresende ärgern, wenn sie dann auf 550,– sind.

            😉

  • McGybrush

    Durch Tesla bin ich überhaupt dazu gekommen mir jemals Aktien zu kaufen. Auch wenn ich mir am Ende dazu entschieden habe nicht nicht in einzelne Firmen zu Investieren sondern den sicheren langfristigen Weg gehe. Aber um meine to do Liste zu befriedigen hab ich auch Tesla Aktien aber ohne sie als Spekulations Papier zu betrachten. Eher als Spende für einen guten Zweck. Gehen sie Pleite ist es halt so. Wird es ein Erfolg dann darf ich in vielen Jahren meine Spende wieder haben 😉

  • PV-Berlin

    Ich hatte ja gehofft, das ich < 300 $ wieder einsteigen kann und nur aus Vorsicht eine Option gekauft, die mich bei einem plötzlichen Anstieg vor Verlusten schützt (verkauft bei 362 bis 365 $)

    Warum die Aktie nach den Zahlen steigt, erschließt sich mir nicht. Tesla muss in einem Quartal ca. 38.000 EH vom Modell 3 verkaufen (mit 42.000 $ im Durchschnitt) um keine mehr Verluste einzufahren. Aber das dann schon mit 25% Marge.

    Ich bin fest davon ausgegangen, das es schon in Q4 zu einer signifikanten Verbesserung des Cashflow kommt. Nur der negative operative Cashflow von gut 200 Mill. $ ist heftig.
    Die Abschreibungen und Zinsen werden erheblich steigen, denn die getätigten Investitionen greifen nun in die Bilanz ein.

    Ich vermute immer noch hohe Altlasten aus der Solarsparte, auch wenn man das schön verbuddelt hat.

    Drücken wir mal die Daumen, dass das Q 3 und Q 4 gut läuft und die Fertigung des M3 besser als gedacht flutscht. Dass die beiden anderen Modelle besser laufen, habe ich erwartet. Ich meine das wird von Dauer sein.

    * wenn jetzt der Normalo Tesla fährt, muss der Chef wohl nun doch auch Tesla fahren, aber logisch keinen 'Kleinwagen' aller M3

    • Kant

      hallo,
      also dass wir mal so völlig einer Meinung sind hätte ich eigentlich nicht erwartet 🙂 Nur ein Punkt: MS, MX laufen nicht wirklich „besser“: die Produktion liegt seit einem Jahr nahezu konstant bei 25k/Quartal; das wird sich sicher nicht erheblichändern (zumindest nicht in nächster Zeit, falls sich da nicht irgendwo relevante politische Dinge tun…) (der Vergleich mit Q2 ’16 wir wirklich „unredlich“…)

      • Melone

        Jahresvergleiche sind in der Branche nunmal üblich, um monatsabhängige Effekte zu kompensieren. Bei dem heftigen Wachstum Teslas sind sie natürlich nicht so aussagekräftig.
        Dass die Verkäufe seit einer Weile in etwa stagnieren zeigt vielleicht auch, dass allmählich eine Grenze in dieser Preisregion erreicht ist, zumal die Modelle ja immer teurer werden.

        • Kant

          Vergleich mit Q2 2016: schon klar, ich wollte nur darauf hinweisen, dass die Betrachtung Q2 2016 -> Q2 2017 nur „eine“ Sicht der Dinge ist, und dass eine weitere entsprechende Steigerung (nach der aktuellen Entwicklung) nicht zu erwarten ist („unredlich“ war vermutlich zu hart ausgedruckt, nennen wir es „musky“)

    • Melone

      Die Aktie steigt anscheinend, weil der Verlust geringer als befürchtet gestiegen ist.