Bild: Tesla (Symbolfoto)
Seit die niederländische Behörde RDW eine Ausnahme-Genehmigung für Teslas modernes Assistenz-System FSD auf ihrem Gebiet erteilt hat, hoffen auch Kunden in anderen EU-Ländern verstärkt, diese seit Jahren verkaufte Option bald nutzen zu können. Tatsächlich könnte sich der Rest der EU einzeln oder im Block entschließen, die Zulassung für das Tesla-System zu übernehmen. Am Dienstag präsentierten die Niederlande ihre Erkenntnisse dazu vor einem Ausschuss der Kommission.
Tesla-System in EU-Ausschuss
Das Thema FSD sollte laut der Agenda für die 117. Sitzung des technischen Ausschusses für Motor-Fahrzeuge eines der General-Direktorate der Europäischen Kommission am Dienstag nach der Mittagspause behandelt werden. Diskret wurde es als „Präsentation der Niederlande mit einem Update zu Artikel 39“ angekündigt. Dies bezieht sich auf eine Vorschrift in einer EU-Verordnung zu Auto-Zulassungen, auf deren Grundlage die RDW Tesla-FSD im April ihre Genehmigung gegeben hatte.
Andere Mitgliedsländer können sich einzeln anschließen. Alternativ ist eine Entscheidung auf EU-Ebene möglich, bei der laut der Agentur Reuters mindestens 55 Prozent der Staaten mit 65 Prozent der Bevölkerung mit Ja stimmen müssten. Nach der technischen Präsentation vor dem Auto-Ausschuss der Kommission am Dienstag war noch keine Abstimmung über FSD angesetzt. Mehrere nationale Behörden hatten aber nach Anfragen von ungeduldigen Tesla-Kunden erklärt, zunächst die Sitzung des Ausschusses abwarten zu wollen.
Wie die RDW-Präsentation dort verlief, wurde zunächst nicht bekannt. Im Vorfeld gab es laut dem Reuters-Bericht jedoch einen teils kritischen Austausch über das FSD-System unter nationalen Regulierern. Darüber hinaus soll Tesla manche europäische Behörden schon kurz nach der niederländischen Entscheidung aufgefordert haben, sie zu übernehmen. In der Telefon-Konferenz zu Q1 Ende April hatte CEO Elon Musk erklärt, Tesla rechne mit der FSD-Zulassung in vielen weiteren Ländern.
FSD für Kunden nur überwacht
FSD steht seit jeher für „Full Self-Driving“, doch in den USA schon seit 2024 und neuerdings auch in den Niederlanden schreibt Tesla explizit dazu, dass dieser Modus eine ständige Überwachung durch die Person am Steuer erfordert. Nur in einigen Model Y, die Tesla selbst als Robotaxis in Texas anbietet, wird FSD bislang ohne menschliche Aufsicht an Bord genutzt. Bei den aktuellen EU-Diskussionen geht es lediglich um die überwachte Form, also nicht um autonomes Fahren, wie es sich Tesla-Kunden von FSD seit Jahren erhoffen.

