Spannender hätte Tesla es kaum machen können: Nach mehreren Ankündigungen und Verschiebungen sollte die niederländische Behörde RDW am Freitag die EU-weit erste Typ-Genehmigung für die Tesla-Software FSD erteilen. Den gesamten Tag über war nichts Offizielles dazu zu hören, aber gegen 23 Uhr kam die erlösende Nachricht, dass die RDW entschied wie erhofft. Damit sollen Tesla-Kunden in den Niederlanden das FSD-System schon in wenigen Tagen nutzen können. Wie in den USA ist der Hinweis „überwacht“ jetzt aber fester Teil der Bezeichnung.
Tesla-FSD laut Behörde sicherer
Das teilte Tesla auf verschiedenen Kanälen mit, und die Behörde veröffentlichte eine Presse-Mitteilung mit Erläuterungen dazu. Das System sei über eineinhalb Jahre umfassend untersucht und getestet worden, heißt es darin. Sein korrekter Einsatz leiste einen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Teslas überwachtes FSD unterstütze den Fahrer stärker als andere Systeme, weil es mehrere Fahraufgaben übernehme, und sei dabei sicherer, weil die Person am Steuer durchgehend beobachtet werde.
De toekomst van mobiliteit is aangebroken
FSD Supervised has been approved in the Netherlands 🇳🇱 & will begin rolling out in the country shortly!
Trained on billions of kilometers of real-world driving data, it can drive you almost anywhere under your supervision – from… pic.twitter.com/M5Vv02YHUE
— Tesla Europe, Middle East & Africa (@teslaeurope) April 10, 2026
In den USA konnten frühe Versionen von FSD schon seit Ende 2020 genutzt werden, zuerst als Beta-Software, bis im September 2024 dieser Zusatz wegfiel, Tesla aber das „supervised“ zum Bestandteil der Bezeichnung und damit deutlicher macht, dass das System noch kein autonomes Fahren ermöglicht. Mittlerweile ist US-FSD bei Version 14.3 angelangt. Welche in den Niederlanden eingesetzt wird, geht aus den Tesla- und RDW-Informationen vom späten Freitag nicht hervor.
Andere FSD-Version als in USA
Nach Angaben der Behörde ist das FSD-System für die Niederlande jedenfalls „NICHT“ direkt mit dem in den USA genutzten zu vergleichen, weder die Versionen noch die Funktionalität. Welche Fähigkeiten im Vergleich zu den USA wegfallen oder anders sind, erwähnt sie nicht. Laut einer Mitteilung von Tesla kann überwachtes FSD für die Niederlande „durch den Stadtverkehr und Kreuzungen navigieren, Spurwechsel durchführen und vieles mehr“.
Konkrete FSD-Funktionen wurden auf den niederländischen Bestellen-Seiten von Tesla am Samstag anders als zuvor und wie in den USA nicht mehr aufgezählt. Stattdessen steht dort nur noch allgemein, dass das eigene Auto damit „fast überall selbstständig fahren“ können werde, mit minimalen Eingriffen des Fahrers; die derzeit verfügbaren Funktionen würden es nicht autonom machen. Für Deutschland und andere Länder, in denen FSD noch nicht zugelassen ist, werden dagegen weiterhin konkrete Funktionen wie Beachtung von Ampeln und Stopp-Schildern genannt.
Tesla erwartet EU-Zulassung im Sommer
Dies könnte bedeuten, dass die in den USA schon verfügbare Ampel-Erkennung für FSD in den Niederlanden noch nicht zugelassen werde – was genau die Europa-Version beherrscht, dürften lokale Tesla-Kunden nach ersten Tests schon bald verraten. Dazu müssen sie die Option nicht einmal kaufen: Mit der Umstellung der niederländischen Seiten nahm Tesla jetzt die Möglichkeit auf, FSD stattdessen zu abonnieren, für 99 Dollar pro Monat. In Deutschland ist das bislang nicht möglich, der Kauf kostet 7500 Euro.
Wie sowohl Tesla als auch die RDW erwähnen, könnte auf die Genehmigung in den Niederlanden eine EU-weite folgen. Dies werde die Behörde beantragen, worauf eine Abstimmung der Mitgliedsstaaten folge. Bei einem positiven Votum dürfe das Assistenz-System anschließend in allen EU-Staaten genutzt werden, erklärt sie – für Tesla und seine Kunden hätte das weitaus größere Bedeutung als die FSD-Zulassung allein in den kleinen Niederlanden. Nach vorherigen Angaben erwartet Tesla grünes Licht in der ganzen EU für diesen Sommer, meldete Reuters.
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Redaktioneller Hinweis: Falls Sie am heutigen Sonntag auf unseren gewohnten Rückblick auf die Woche gewartet haben – den haben wir nicht vergessen, aber wegen der aktuellen FSD-Zulassung auf Montag verschoben. Hier finden Sie vorerst noch einmal unsere Übersicht über die wichtigsten Tesla-Nachrichten in der 14. Kalenderwoche.
