Bild: Everything-Electric
Die Szenen ähneln sich. Auf der einen Bahn quietscht das weiße Tesla Model S Performance dezent seine Reifen warm, von der daneben ist nur bollernder Krach zu hören. Dann rollen beide Autos, eines leise und eines weiter laut, zur Startlinie – und dann zischt der Tesla weit davon, während weit hinter ihm das lärmende andere Auto nur akustisch schnell wirkt. Mehrere dieser allmählich bekannten Duelle nacheinander sind jetzt in einem neuen YouTube-Video zu sehen. Eigentlich ist das Model S darin sein einziger echter Gegner – und es besiegt sich auf gewisse Weise tatsächlich selbst.
Erster Drag-Test mit neuer Tesla-Software
Der aktuelle Test ist wohl der erste auf einer abgesperrten Strecke, seit Tesla in diesem April eine neue Software für die Top-Modelle Model S und Model X Performance herausgebracht hat. Damit erhielten sie unter anderem einen neuen „Geparden“-Modus für extraschnelle Starts: Die Elektroautos nehmen mit Hilfe ihrer Luftfederung eine geduckte Haltung ein und bekamen außerdem etwa 50 Zusatz-PS. Weil wegen der Coronavirus-Pandemie US-Rennstrecken geschlossen waren, fanden die ersten Versuche damit auf öffentlichen Straßen statt. In einem davon zeigte sich, dass Tesla Model S und Porsche Taycan Turbo S beim Start aus dem Stand jetzt fast gleichauf liegen.
Auch auf echten Drag-Bahnen für den traditionellen Vergleich von Zeiten über eine Viertelmeile (rund 400 Meter) dürften sich das deutsche und das amerikanische Elektroauto bald engste Duelle liefern. Vorerst aber nahm sich das mit dem Geparden-Modus aktualisierte Tesla Model S Performance auf einer Strecke in Oklahoma jetzt einige Verbrenner-Rivalen vor, die wie erwähnt chancenlos (und in einem Fall sogar am Start stehen) blieben. Trotzdem brachten die Viertelmeilen-Runs ein spektakuläres Ergebnis: die nach Angaben eines weiteren YouTubers weltweit schnellste Zeit, die mit einem Model S und damit wohl auch jedem anderen Tesla auf der US-Kurzdistanz je gefahren wurde.
Für die gut 400 Meter brauchte das Model S Performance nach der offiziellen Strecken-Messung jetzt noch 10,45 Sekunden und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von rund 203 Stundenkilometern. Nach Angaben des Kanals DragTimes sind das fünf Hundertsel-Sekunden weniger als beim bisherigen Bestwert. Bei besseren Bedingungen (in Oklahoma herrschte mäßiger Seitenwind) halte er aber Zeiten um 10,3 Sekunden für möglich, sagt der Moderator. Und der Besitzer des getesteten Tesla Model S Performance hat in seinem eigenen Video schon angekündigt, für weitere Rekorde einige Modifikationen daran vorzunehmen.