Die Premium-Versionen des Tesla Model Y in Europa sind jetzt optional mit hellgrauem statt zuvor schneeweißem Innenraum zu bestellen – eine Änderung, der die Einführung einer Langversion dieses Elektroautos folgen könnte. Für den Sattelschlepper Semi kündigte Tesla unterdessen eine Veranstaltung zur Eröffnung der Fabrik in Nevada an. Ebenfalls in den USA stiegen Preise für den Cybertruck, obwohl sich das einstige Lieblingsauto von CEO Elon Musk kaum noch verkauft. Und ein SpaceX-Projekt mit Tesla für KI im Weltraum soll vor Ende 2027 erste Satelliten losschicken.
Grauer Innenraum für Tesla Model Y
Besonders viele Optionen bietet Tesla bei der Konfiguration seiner Elektroautos nicht an, aber immerhin die Wahl zwischen zwei Farben im Innenraum. Zum Standard-Schwarz kam vor Jahren Weiß als Option hinzu. Beim Model 3 ist es auch weiterhin so, beim Model Y aber hat Tesla umgestellt: Für die beiden Premium-Versionen steht statt Weiß jetzt der Farbton „Zen Grey“ zur Auswahl (s. Foto oben). Die Standard-Varianten gibt es weiterhin nur mit schwarzem Innenraum, beim Model Y Performance blieb Weiß als Option für 1200 Euro erhalten.
Warum sich Tesla zu diesem Schritt entschlossen hat, blieb zunächst offen. Auffällig ist aber, dass das helle Zen-Grau zuerst mit dem Model Y L für den chinesischen Markt seit vergangenem Sommer angeboten wurde. Inzwischen ist der Tesla-Sechssitzer auch in den USA zu bestellen, und auch dort gibt ihn optional mit grauen Sitzen und Verkleidungen. Insofern könnte die Umstellung bei den Premium-Versionen ein weiteres Signal dafür sein, dass die Einführung des Tesla Model Y L auch in Europa ansteht. Eine Typ-Genehmigung der EU hat es schon seit Ende 2025.
Model 3 now comes with 572km of range (up from 534km previously), thanks to new tires pic.twitter.com/n1WiqXytsM
— Tesla Europe, Middle East & Africa (@teslaeurope) August 28, 2026
Eine weitere aktuelle Veränderung betrifft das Model 3: Die WLTP-Reichweite der Standard-Version stieg von zuvor 534 Kilometer auf 572 Kilometer. Wie Tesla in diesem Fall selbst auf X mitteilte, wurde die Steigerung um etwa 7 Prozent durch neue Reifen erreicht. Laut dem KI-Modell Grok von Musks Weltraum-Firma SpaceX kommen sie von Giti und senken den Norm-Verbrauch auf 12,2 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Wer mit einem älteren Model 3 auf diese (Sommer-)Reifen wechselt, könnte also mit einem ähnlichen Anstieg der Reichweite rechnen.
Nächstes Event für Tesla Semi
Außer auf das Model Y L wartet Europa auf den Semi. Im September wird er zumindest in Deutschland erneut zu sehen sein, denn Mitte August kündigte Tesla einen Auftritt des E-Sattelschleppers bei der IAA Transportation in Hannover an. Auf manchen Länder-Seiten sind schon technische Daten über ihn zu finden. Sie sprechen dafür, dass Tesla in Europa zunächst nur die kleinere der zwei Semi-Versionen auf der US-Seite anbieten will. Erklärungsbedürftig ist die angegebene Ladeleistung von 800 Kilowatt statt 1,2 Megawatt in den USA.
Inauguration of new Semi factory in Nevada next month pic.twitter.com/a8kAlxrOOn
— Tesla Semi (@tesla_semi) August 24, 2026
Etwa eine Woche nach der deutschen Messe soll zudem eine weitere Semi-Veranstaltung stattfinden: Für den 24. September lud Tesla jetzt zu einem „Rollout-Event“ in Sparks im Bundesstaat Nevada ein, wo die Fabrik für den Sattelschlepper steht. Nach der Vorstellung im November 2017 und der Übergabe von zwei Exemplaren an PepsiCo Ende 2022 bekommt der Semi also die dritte offizielle Veranstaltung. Denkbar wäre, dass damit Auslieferungen im größeren Stil beginnen, denn der erste Serien-Semi in Nevada wurde laut Tesla schon im April produziert.
Cybertruck-Verkauf sinkt, Preis steigt
Eine Art Nutzfahrzeug ist auch der Cybertruck. In Europa wird es den keilförmigen Pickup entgegen früherer Hoffnungen wohl nie geben, und auf den Märkten wie vor allem den USA, wo er verfügbar ist, verkauft er sich immer schlechter. Bei den Premium-Pkw Model S und Model X sah es so ähnlich aus, bis Tesla in diesem Januar ihre Einstellung verkündete. Dem Cybertruck aber soll dieses Schicksal nicht drohen: Die Produktionslinie dafür werde umgestellt, um autonomen Waren-Transport in Städten zu ermöglichen, kündigte Musk ebenfalls im Januar an.
Erst einmal aber bleibt das FSD-System im Cybertruck so überwacht wie in allen anderen Kunden-Fahrzeugen von Tesla – und der Preis für zwei von drei Varianten steigt um 5000 Dollar. Die Basis-Version mit Allrad-Antrieb kostet damit in den USA 74.990 Dollar, die Premium-Ausführung 84.990 Dollar. Der Preis für den als Cyberbeast bezeichneten Cybertruck mit drei Motoren blieb bei 99.990 Dollar. Wegen zu hoher Nachfrage dürfte sich Tesla nicht dazu entschlossen haben, denn laut Automotive World wurden im ersten Halbjahr 2026 nur noch 7236 Cybertrucks verkauft.
SpaceX-Satelliten mit Nvidia-System
Viel mehr Potenzial für Tesla als sogar autonome Elektroautos haben laut CEO Musk der Roboter Optimus, von dem eine Weile nichts zu hören war, und neuerdings Pläne für eine riesige Chip-Terafab sowie verteilte KI-Rechenzentren aus tausenden Satelliten zusammen mit SpaceX. Zu dem zweiten Projekt, genannt Starmind, hatte Musk am Montag neue Informationen: SpaceX habe das Nvidia-System Vera Rubin NVL72 für den Weltraum-Einsatz optimiert, um in Q4 erste Raketen damit losschicken zu können. Zuvor war von Starts von KI-Satelliten ab 2028 die Rede gewesen.
Insofern scheint SpaceX schneller voranzukommen als zunächst geplant. Nicht sicher ist aber, ob Tesla für das Projekt eine zentrale Rolle spielt. Auf einer Starmind-Seite wird das Elektroauto-Unternehmen zwar als Partner für die Terafab erwähnt, nicht aber in der aktuellen Mitteilung von Nvidia zu NVL72. Und im Prospekt zum Börsengang von diesem Juni schrieb SpaceX explizit, zwar gebe es für die Terafab einen Rahmen-Vertrag mit Tesla, doch das Unternehmen sei bislang ebensowenig wie der zweite Partner Intel verpflichtet, sich weiterhin an der Fabrik zu beteiligen.
