Bild: Tesla / @cstanley
Die Ingenieure bei Tesla und SpaceX müssen sehr genau gerechnet haben, denn was ihr CEO Elon Musk am Donnerstag in Texas vorführte, dürfte sich nah an den Grenzen der Physik bewegt haben: Eine neue Version des Elektroautos Roadster fuhr eine gebogene Rampe hinauf, bis es auf dem Kopf stand, nahm noch einmal Anlauf und raste dann los, um sich nach Verlassen der Rampe mit Hilfe von rundum angebrachten Kaltgas-Triebwerken in der Luft zu drehen und sicher zu landen. Das hätte auch schiefgehen können, sagte Musk noch kurz vorher – und Gästen vor Ort zeigte Tesla auch das.
Tesla Roadster bei Flugtest abgestürzt
Für die ganze Welt zu sehen gab es zunächst nur den sorgfältig inszenierten Live-Stream, den Tesla über X und YouTube verbreitete. Dass auch Publikum anwesend war, ist bei solchen Events erstens üblich und war laut Musk zudem notwendig, damit es bezeugen kann, dass die Roadster-Show nicht nur KI ist. In diesem Fall waren offenbar vor allem frühe Besteller der schon 2017 präsentierten Version und ausgewählte Influencer eingeladen. Für sie gab es vor Ort zusätzliche Video- und Technik-Happen.
Insane to see in person! pic.twitter.com/m9vlSHwAqT
— Christopher Stanley (@cstanley) October 16, 2026
Einer davon wurde abgefilmt und wenig später auf X weitergegeben – und zeigt unter anderem das, was nach der im Vorfeld mehrfach geäußerten Befürchtung von CEO Musk ebenfalls hätte passieren können, nämlich einen Absturz des Raketen-Roadsters. Untermalt von klassischer Musik, sind darin zunächst Arbeiten an dem Auto und Tests mit einer recht nackten Karosserie zu sehen. Mehrere Male erhebt es sich rasch in die Luft wie später auch bei der öffentlichen Vorführung. Und einmal kracht ein Objekt, das nach einem Auto aussieht, auf den Boden, und es gibt eine Explosion (s. Foto oben).
Musk warnte vor möglichem Misserfolg
Ungefähr das dürfte Musk gemeint haben, als er sagte, Aufregung bei dem Roadster-Event sei garantiert, nicht aber ein erfolgreicher Verlauf. Den Rampen-Start aus senkrechter Position mit anschließender Drehung, den Tesla dann präsentierte, hatte so wohl niemand erwartet. Dass der Roadster mit SpaceX-Hilfe schweben kann, hatte Musk dagegen oft angedeutet. Das jetzt dreimal (einmal aus dem Stand mit Abheben und Überfliegen der restlichen Tesla-Palette) gezeigte Drehen in der Luft dürfte funktionieren, weil zwei der Triebwerke seitlich angebracht sind.
Möglich ist es also, ein Elektroauto mit Hilfe spezialisierter Technik die beschriebenen Kunststücke in Skateboard-Manier vollführen zu lassen. Ansonsten ließ Tesla bei der Veranstaltung aber viele Fragen offen, unter anderem die, was die zwei Raketen-Optionen für den Roadster kosten werden. Schon für die kleinere mit Düsen lediglich am Heck, die nicht vom Boden abheben kann, werden 250.000 Dollar Anzahlung fällig. Und die Vollversion mit zehn SpaceX-Triebwerken rundum gibt es nur auf besondere Einladung von Tesla.

