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Tesla-Woche 38/26: Semi auf IAA, Roadster reservierbar, Optimus-Einkauf, 4680 verbessert

20. September 2026 | Kommentieren

tesla semi europa trailer

Bild: Tesla

Mit der Vorstellung des Semi bei der IAA Transportation in Hannover hatte Tesla in der zurückliegenden Woche ein großes Thema in Europa; in den USA liefen sich Fans für die Neuvorstellung des Roadster warm, die für Anfang Oktober angesetzt wurde. In China überprüft Tesla Lieferanten für den Roboter Optimus, dessen Produktion bald beginnen soll. Und der Chef-Ingenieur für den Cybertruck ließ wissen, dass die eigenen 4680-Batterien für den Pickup deutlich verbessert wurden – was auch für deutsche Model Y und den Semi von Bedeutung sein könnte.

Ladenetz für Tesla Semi in Europa

Vieles bei Tesla ist viele Jahres verspätet, und das gilt auch für den Sattelschlepper Semi, der ursprünglich schon 2020 in Produktion gehen sollte. In diesem Jahr sollen in den USA die Auslieferungen beginnen, wie es auf der Website heißt. Den Europa-Start des Semi hatte Tesla kurz vor der Nutzfahrzeug-IAA für 2027 angekündigt. Auf der Messe selbst wurde der Sattelschlepper jetzt ausgestellt und stand für Probe-Mitfahrten über das Gelände zur Verfügung. Zunächst will Tesla den Semi in Europa nur als Standard-Version mit 550 Kilometern Reichweite (s. Foto oben) anbieten.

Erneut zu Gast in Hannover war in diesem Jahr der Programm-Leiter Dan Priestley, und wie vor zwei Jahren hielt er eine kurze Rede über den Tesla Semi. In diesem Jahr bestätigte er ohne nähere Eingrenzung den Europa-Start in diesem Jahr mit der Standard-Version. Der Preis werde „sehr wettbewerbsfähig“ sein, sagte Priestley, verriet aber nicht die Höhe. Wie zuvor bei Pkw will Tesla die Verbreitung des Semi mit speziellen Ladestationen unterstützen. Für Europa sind zunächst 100 Megacharger-Säulen geplant. Zusätzlich bietet Tesla seine Lkw-Ladesäulen zum Kaufen an.

Semi bestellt, Lidl autonom

Ganz allein war der Elektroauto-Pionier mit seinem E-Sattelschlepper auf der Messe längst nicht mehr. Manche Konkurrenten zeigten sogar Fahrzeuge mit mehr Reichweite als der Europa-Semi – während seine in den USA bis zu gut 800 Kilometer weiterhin ungeschlagen erscheinen. Mindestens einen europäischen Käufer fand Tesla bei der IAA Transportation jedenfalls: Käppeli Logistik aus der Schweiz meldete auf Facebook, dort seinen ersten Semi offiziell bestellt zu haben. 2019 habe ein Vertreter des Unternehmens einen solchen Lastwagen in Kalifornien vorbestellt.

Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres soll der Semi Selbstfahr-Funktionen mit dem System FSD bekommen, sagte Tesla-CEO Elon Musk im Juli. Elektroautos der Marke in den USA können es bereits nutzen, in Europa haben kleinere Länder überwachtes FSD erlaubt, und im Oktober könnte eine Entscheidung für den ganzen EU-Raum folgen. Bei der Messe in Hannover war von FSD für den Semi noch nichts zu hören. Stattdessen gab das schwedische Startup Einride bekannt, in Deutschland für Lidl erstmals einen autonomen Lkw einzusetzen (aber nur über etwa 400 Meter).

Tesla Roadster wieder reservierbar

Ungefähr gleich lang überfällig wie der Semi ist bei Tesla der Nachfolger des ersten Roadster, der zusammen mit dem Sattelschlepper im November 2017 vorgestellt und für 2020 angekündigt wurde. In Serie auf die Straße kommen wird das Hyper-Elektroauto wohl auch dieses Jahr noch nicht, aber nach mehreren Verschiebungen selbst dieses Termins hat Tesla jetzt den 1. Oktober als festes Datum für die erneute Vorstellung genannt. Ein Teaser-Foto dazu lässt erkennen, dass sich der nächste Roadster von dem 2017 gezeigten Prototypen optisch deutlich unterscheiden wird.

Fast sicher ist zudem, dass es ihn optional mit einem SpaceX-Paket geben wird. Triebwerke mit komprimierten Gas sollen den neuen Roadster nach früheren Aussagen von Musk schweben, springen oder sogar fliegen lassen – Vorbereitungen für die Vorführung wurden an einem SpaceX-Standort in Texas möglicherweise schon beobachtet. Musk tut viel dafür, die Vorfreude am Köcheln zu halten: Erfolg am 1. Oktober sei nicht garantiert, aber Spannung, sagte er jetzt in einem Podcast. Tesla brauche ein Publikum, das bezeugen könne, dass die Demonstration keine KI sei.

Vielleicht um von den enormen Erwartungen auch finanziell zu profitieren, hat Tesla darüber hinaus die Möglichkeit zur Vorbestellung des Roadster wieder freigeschaltet. Nach der Präsentation 2017 war mehrere Jahre lang weltweit eine Reservierung möglich, dann verschwand sie und ist seit ungefähr Freitag wieder da. In Deutschland muss man dafür 4000 Euro mit Kreditkarte anzahlen und innerhalb von 10 Tagen weitere 39.000 Euro überweisen. Damit sichert man sich laut Tesla „Belieferungspriorität nach Serienanlauf“, erfährt den endgültigen Preis aber erst später.

Tesla prüft offenbar Optimus-Zulieferer

Bei dem Roadster-Event im Oktober dürfte es weitere Informationen geben – und voraussichtlich viel zu sehen. Darauf warten Beobachter seit einiger Zeit auch bei dem humanoiden Roboter, den Musk im August 2021 überraschend in das öffentliche Tesla-Zukunftsprogramm nahm. Eine erste Produktionslinie für 1 Million Einheiten jährlich wird nach Angaben im jüngsten Quartalsbericht im Stammwerk Fremont installiert und soll vor Jahresende in Betrieb gehen. Die Vorstellung des produktionsfähigen Optimus V3 wurde jedoch schon mehrere Male verschoben.

Jetzt aber scheinen die Roboter-Vorbereitungen bei Tesla konkreter zu werden – und nicht ohne chinesische Expertise auszukommen. Lokale Medien berichteten in der zurückliegenden Woche von laufenden und geplanten Auditierungen möglicher Optimus-Zulieferer in China. Die meisten davon sollen schon mit Elektroauto-Komponenten im Geschäft mit Tesla sein. Mit den aktuellen Prüfungen bereite das US-Unternehmen eine neue Runde von Optimus-Bestellungen für die geplante Produktion in Fremont vor. Zum Teil war von 50.000 Einheiten als Ziel für 2026 die Rede.

4680-Batterien mehrmals verbessert

Mit dem Roboter ginge wohl das nächste Tesla-Produkt in Serie, das Batterien im selbst entwickelten 4680-Format nutzt. Bislang gilt das für Cybertruck, Semi und das vor kurzem offiziell in den Robotaxi-Dienst genommene Cybercab. Zudem baut Tesla 4680-Akkus seit Frühjahr in manche Model Y aus der deutschen Gigafactory ein. Die anfangs enttäuschende Ladekurve scheint nach neueren Tests doch auf dem Niveau des Vorgängers mit LG-Batterien zu liegen. Und laut dem Leiter des Cybertruck-Programms wurden die eigenen 4680-Batterien zuletzt noch verbessert.

In-house 4680 cells got better, several times actually. And the firmware controls improved as well – both enabled faster Supercharging. Hitting 500kW peak and more importantly shrinking the 10% to 80% charge times by several minutes.

Not to mention every efficiency improvement… pic.twitter.com/qH4npbLPwE

— Wes (@wmorrill3) September 13, 2026

Diese Anmerkung von Wes Morrill bezog sich direkt zwar nur auf den Cybertruck, dürfte aber auch für die anderen Fahrzeuge mit 4680-Technik gelten. Die eigenen Batterien seien mehrere Male verbessert worden, schrieb der Programm-Leiter ohne Details. Zusammen mit verbesserter Firmware mache das beim Cybertruck 500 Kilowatt und mehr sowie mehrere Minuten Zeitersparnis beim Laden 10-80 Prozent möglich.

Deutsches Tesla Model Y könnte profitieren

Von dieser 4680-Optimierung dürfte früher oder später auch das deutsche Tesla Model Y profitieren – möglicherweise in weiteren Ausführungen, wenn die Batterie-Produktion in den USA und in der lokalen Gigafactory zunimmt. Das Gleiche könnte für den Semi gelten, dessen Ladeleistung mit dem Standard-Akku bislang mit 800 Kilowatt angegeben wird. Die Megacharger von Tesla sind auf bis zu 1,2 Megawatt ausgelegt, die von der Semi-Version mit dem größeren Akku auch genutzt werden können.

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Tags: 4680, Megacharger, Roadster, Roboter, Semi, Tesla

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