Elon Musk hat nicht übertrieben: Für die Demonstration des neuen Tesla Roadster brauche man ein Publikum, das bezeugen könne, dass das Geschehen real sei, sagte er im Vorfeld, und was dann kam, sah tatsächlich nach KI aus. Unter anderem nahm der Roadster kurz Anlauf, erhob sich in die Luft und landete nach einer Drehung um die eigene Achse (s. Foto) sicher hinter der restlichen Tesla-Palette, die nebeneinander aufgereiht war. Möglich wird das mit Technik von SpaceX. In Produktion gehen soll das Über-Elektroauto laut Musk im Jahr 2028, einen Preis nannte er nicht.
Neuer Tesla Roadster optisch verändert
Die große Roadster-Show fand am Donnerstagabend Ortszeit an einem Standort von SpaceX im US-Bundesstaat Texas statt, in Deutschland also am frühen Freitagmorgen. Eigentlich war sie schon für Anfang des Monats angesetzt, doch dann folgte eine Verschiebung, die Tesla-CEO Musk mit zu starkem Wind begründete. Schon zuvor hatte er am Roadster Interessierte nach dessen erster Vorstellung im November 2017 immer wieder vertröstet. Jetzt gab es zumindest die schon vorher mehrfach verschobene erneute Präsentation.
Optisch hat der neueste Roadster mit dem Prototypen von 2017 nicht mehr viel zu tun. Geblieben ist der insgesamt sportliche Eindruck. Die Silhouette hat sich jedoch deutlich verändert; am Heck des Tesla befindet sich jetzt eine durchgehende Lichtleiste, während die vorderen Scheinwerfer deutlich schmaler wurden. Hinten fallen außerdem vier Öffnungen auf, die erkennen lassen, dass in diesem Elektroauto mehr steckt als nur Batterie-Technik: Der Roadster ist mit Kaltgas-Triebwerken von SpaceX ausgestattet, die verschiedene spektakuläre Manöver ermöglichen.
Roadster-Flugeinlage mit SpaceX-Düsen
Insgesamt hat der Tesla Roadster zehn dieser Düsen für den Ausstoß komprimierter Luft, wie bei der Veranstaltung Lars Moravy erklärte, Vice-President für Fahrzeug-Technik bei Tesla; weitere vier befinden sich offenbar an der Unterseite und zwei an der Front. Hinzu kommt ein mit gewöhnlichen Ventilatoren funktionierendes System, mit dem das Auto an den Boden gesaugt wird. Mit dieser Unterstützung konnte der Roadster zunächst einen halben Looping hinauffahren und am oberen Ende nahezu kopfüber stehenbleiben, was bereits einigen Jubel der Anwesenden auslöste.
Musk und sein Team hatten jedoch noch mehr vorbereitet. Der Roadster sei nicht auf Sicherheit hin optimiert, drehe aber den Spaß-Regler auf 11 von 10, sagte der Tesla-Chef. Dann war in der Live-Übertragung das wohl erste mit Raketen-Technik fliegende Auto zu sehen: Lautlos fuhr der weiße Roadster auf die übrige Elektroauto-Palette von Tesla einschließlich Semi zu. Unter lautem Zischen und starkem Dampf-Austritt steigt er dann jäh senkrecht etwa zehn Meter in die Höhe, überfliegt die Hindernisse, wobei er sich in der Luft um die eigene Querachse dreht, und landet sicher.
Raketen-Tesla soll alle Rekord brechen
„Das wird ein tatsächliches Auto, das auf der Straße ist“, sagte Musk nach der Flug-Vorführung, die laut Moravy auch länger hätte sein können. Er sei nicht sicher, ob der Raketen-Roadster überall zulassungsfähig sein, aber zumindest werde man ihn besitzen können. Vor der lauten Demo hatte Tesla Ohrstöpsel an die Besucher verteilt, und sie waren ein gutes Stück von dem Looping und den überflogenen Elektroautos entfernt. Ebenfalls mit der SpaceX-Unterstützung braucht der Roadster zudem nur 0,81 Sekunden bis 60 Meilen pro Stunde, als Tempo-Ziel gab Musk mindestens halbe Schallgeschwindigkeit aus.
Mit all der Technik, zu der auch ein ausfahr- und verstellbaren Spoiler am Heck gehört, werde dieser Tesla „alle Rekorde brechen, die es auf der Rennstrecke je gegeben hat“, sagte Musk. Das erinnert an die ursprüngliche Vorstellung in 2017, als er den Roadster unter anderem als „Hardcore-Abreibung“ für Verbrenner bezeichnete. Neun Jahre später ist der Nachfolger des gleichnamigen ersten Elektroautos von Tesla immer noch nicht auf der Straße, aber das technische Niveau deutlich gestiegen. Die Produktion soll laut Musk im Jahr 2028 beginnen.
