Consumer Reports-Bericht über Qualitätsprobleme früherer Model X lässt Tesla-Aktie fallen

Das unabhängige Verbrauchermagazin Consumer Reports veröffentlichte gestern einen Bericht über Qualitätsprobleme früherer Model X, der zum Fall der Tesla-Aktie geführt hat. Die Aktie rutschte von über 224 Euro auf aktuell unter 217 Euro ab (11 Uhr deutsche Zeit). Zuvor verzeichnete die Tesla-Aktie einen Aufwärtstrend, insbesondere nach der Präsentation des Model 3.

Im Bericht von Consumer Reports wird von einem Kunden gesprochen, der beispielsweise über eine fehlerhafte Sensorik der Falcon Wing-Türen berichtet. Dies führte zum einen dazu, dass diese nicht richtig geschlossen werden konnten. Zum anderen wurde ein Überhang nicht erkannt und die Tür stieß dagegen. Eine entsprechende Delle an der Tür ist als Andenken geblieben.

Weitere Probleme gab es mit der Fahrertür. Diese lies sich nur von innen öffnen. Auch das Fenster an der Fahrertür konnte nicht ordnungsgemäß heruntergefahren werden. Erst nachdem ein verchromtes Teil in der Halterung des Fensters gelöst war, konnte es wie vorgesehen hoch- und runterfahren.

Zusätzlich dazu ist der Bildschirm zur Bedienung des Infotainmentsystems mehrmals eingefroren. Das gleiche Problem gab es laut Consumer Reports auch schon beim Model S. All diese Probleme mussten separat entweder in der Produktionsstätte in Fremont oder im Service Center in Santa Monica behoben werden. Dabei berichtet der Kunde jedoch, dass die Probleme schnell und vollständig behoben wurden.

Weiter berichtet Consumer Reports von folgenden Problemen:

  • Die einzigartige Windschutzscheibe führt zu Sichtproblemen. So gibt es bei Nacht Verzerrungen bei den Lichtern von Frontscheinwerfern, Schlusslichtern oder bei Straßenbeleuchtungen. Der Effekt sei „ablenkend und ermüdend“, heißt es im Bericht. Zudem seien Entfernungen dadurch schwerer einzuschätzen.
  • Der Autopilot hatte Probleme zu lenken, wenn die Straße keinen Seitenstreifen hatte. In diesem Fall musste der Fahrer wieder selbstständig die Kontrolle übernehmen.
  • Die Klimaanlage soll zudem an einem „frischen“ Tag nicht in der Lage gewesen sein das Model X anständig zu heizen.

Auch wenn der genannte Kunde mit vielen Problemen zu kämpfen hatte, er bereut seine Kaufentscheidung nicht. „Das Ding ist wunderschön“, erklärt er gegenüber Consumer Reports. „Die Leistung des Fahrzeugs ist unglaublich. Das Fahrverhalten ist fantastisch. Es ist schwer zu glauben, dass es fast drei Tonnen wiegt. Ich bin im Großen und Ganzen eher beeindruckt von dem Auto.“

Als sogenannter „Early Adopter“, also jemand, der eine neue Technologie als einer der Ersten kauft, sollte man mit anfänglichen Problemen rechnen. Auch Tesla hat offen zugegeben, dass es zum Produktionsbeginn einige Probleme mit dem Model X gab. Zuletzt mussten beispielsweise 2.700 Model X zurückgerufen werden, da der Rastbeschlag der 3. Sitzreihe ausgewechselt werden musste.

Mittlerweile sind diese Probleme laut Tesla aber nicht mehr vorhanden und neu produzierte Fahrzeuge wurden gar von Tesla-CEO Elon Musk selbst auf Probleme getestet. Zudem wurde vor circa einer Woche der Online-Konfigurator in den USA für jedermann geöffnet, sodass weitere Bestellungen eingehen können. Aktuell ist die Produktion auf 750 Model X pro Woche hochgefahren.

  • Dirk Weige

    Ist eben der Grund, weshalb ich Produkte nicht gleich zum Starttermin erstehe! „Kinderkrankheiten“ sind ja wohl nicht etwas Neues?! Mit solch geradezu „lächerlichen Meldungen“ einen ca. 3,1% Kursverlust der gehandelten Aktie zu begründen, ist zumindest fragwürdig! Aber, na ja, an der Börse geht’s einmal auf-, ein anderes Mal abwärts! Leute, welche die Tesla-Aktie zum ersten Ausgabekurs (damals um die 20 €) bezogen haben, lächeln weiterhin.

    • klaus

      Man sollte die Qualitätsmängel hier nicht beschönigen. Neben den Problemen mit den Türen, gab es diverse Beschwerden in amerikanischen Teslaforen wegen schlechter Verarbeitungsqualität , wie viel zu große Spaltmaße. Das sollte eigentlich bei einem Fahrzeug der Prießklasse nicht vorkommen Es hat ja auch seinen Grund weshalb Elon Musk sich persönlich um die Qualitätskontrolle kümmert, da hat ganz offensichtlich vieles nicht gestimmt Und die Abstufung durcgh den Consumer Reports so einfach weg zu wischen zeugt schon von Naivität. Tesla läuft hier Gefahrt seinen Ruf zu ruinieren, erst recht wenn man sich als Premiumanbieter positioniert.
      Und das Leute die die Aktie vor Mitte 2014 erworben habe noch Lächeln können, nützt vielen die später eingstigen können wenig . Seither läuft die Aktie ohnhin eher seitwärts mit srarken Schwankungen.
      PS : Auch Daimler hat Mitte 2014 Kasse gemacht und seine Teslabeteiligung von 2009 mit mehr als 1000 % Gewinn abgestoßen

      • Bobby

        Perfekte Produkte bei Markteinführungen gibt es nicht mehr. Der Druck im go to market ist zu gross. Heute gilt: Speed is Better than Perfection. Wichtig ist eine sofortige Behebung der Mängel und sofort Feedback um die Qualität im Produktionsprozess zu verbessern.

        • klaus

          Das mag fürs Internet gelten, bei PKW’s im Premiumsegment sieht das anders aus .
          Und genau da sehe ich bei Tesla das Problem. Tesla arbeitet eher wie einTech-Unternahmen als wie ein PKW-Produzent. Das mag noch gut gehen bei den earlyadapter. Aber Consumer Report lesen auch andere, und da bleibt dann hängen Tesla liefert mangelhafte Qualität bei Fahrzeugen die über 100.000 $ kosten .
          Wenn Tesla beim Model 3 ähnlich vorgeht, dann dürfte es schierig werden auch Käufer außerhalb der Tech-affinen Fangemeide zu finden, die Tesla aber braucht wenn man dauerhaft erfolgreich sein will

  • Sukram
  • Patrick

    Wenn man bedenkt was andere, dem Ruf nach etablierte Automobil-Hersteller so alles zurückrufen, scheint mir der Aktieneinbruch doch eher eine scheinheilige Aktion zu sein und daher völlig überbewertet. Ich kann mich noch sehr gut an den Auslieferungszustand meines VW Passats erinnern. Ich musste 5 Mal in die Werkstätte, weil Zeugs kaputt oder falsch war. Volkswagen hat mir zudem über Monate verschwiegen, dass sie mir Bestelltes gar nicht eingebaut hatten (scheinbar Lieferprobleme).

    • Grünspanpolierer

      Von den model X war einer in den ersten 2 Monaten nach Auslieferung bisher insgesamt 24 Tage! im service center!

  • Erbsenzähler

    Eine „Beule“ wölbt sich doch nach aussen und eine „Delle“ nach innen, oder?

  • TK

    Danke für den Hinweis, ist jetzt ausgebessert.

  • Threenthusiast

    Na ja, bei zwei der drei Beispielen warum die Falcon Wing Doors nicht gut genug für die Serienproduktion sein sollen (ich persönlich sehe sie auch eher als Gimmik denn als wirklichen Zusatznutzen), sehe ich die Schuld ganz klar beim Besitzer.
    Das Problem ist, dass falsche Bedienung in den USA im Gegensatz zu hier viel zu einfach dem Produktehersteller in die Schuhe geschoben werden kann. Ich bin selber kein Fan einer Idiotensicheren Welt. Hirn einschalten bewahrt einem vor so manchem Unheil. Früher musste man auch noch studieren ob und wie weit man eine Autotüre öffnet, ich verstehe nicht warum wir das jetzt plötzlich nicht mehr können…? An jeder Öffentlichen Garage ist die Höhe angeschrieben. Die Fahrzeughöhe sollte man als Fahrer immer im Kopf haben. Gerade wenn das Fahrzeug aussergewöhnlich hoch ist.

    Der dritte Fall ist ganz klar ein Garantie Fall und wird sicher auch auf Garantie in Ordnung gebracht.

    • Thomas

      Na klar Tesla kann auch nicht schuld sein…

      Solche Türen gibt es sonst nirgends – nicht weil sich niemand getraut hat – sondern meiner bescheidenden Meinung nach (ich bin nicht EM) ist das Türkonzept einfach nicht praktikabel.

      Gruß Thomas (4 Türer normal vorn angeschlagen – problemlos

      • Joe Cool

        Problemlos, aber langweilig. Innvoation sieht anders aus.

        • klaus

          DieTüren sind doch keine Inovation sondern ein fragwürdiges techniches Gimmik das niur Probleme bereitet . Selbst Elon Musk hat das jetzt im Prinzip eingeräumt

  • Threenthusiast

    Doch Doch, Tesla kann sehr wohl Schuld treffen da sie nicht unfehlbar sind.
    Aber wenn ich trotz Alarmton (selbst ohne) mit geöffneter Türe losfahre und damit gegen einen Torrahmen knalle, dann kann ich wohl nicht ernsthaft den Hersteller dafür verantwortlich machen?
    Der andere Fall ist vergleichbar mit der Situation wenn ein Pfahl von den Rückfahrwarnern nicht oder ungenügend wahrgenommen wird und ich dagegen fahre. Diese Situation ist im Handbuch (zumindest bei allen Autos welche ich bisher hatte) beschrieben und es wird davor gewarnt. Eigenverantwortung ist das Stichwort.
    Der dritte Punkt ist klar ein Produktionsfehler. Darum muss Tesla für diesen gerade stehen und ihn im Rahmen der Garantie beheben.

    Wie bereits vorher gesagt bin ich auch kein Fan der FWD. Aber der Zugang zu der dritten Reihe ist tatsächlich erstaunlich gut (ich bin doch immerhin 1.92) was ich den FWD anrechne, denn das Sitzkonzept erleichtert die Sache nicht gerade. SUVs sind meiner Meinung nach sowieso Mumpitz, aber ich wurde ja bei der Entwicklung auch nicht gefragt… 😉

  • Dejan Stankovic

    Das Problem mit der Heizung ist in meinem Model S seit dem Update auf System 7 entstanden… alle die kein Update gemacht hatten haben das Problem nicht… Tesla schweigt darüber… nicht gut!

    Heizung ist im Winter notwendig und wenn ich sehe das beim Model X das gleiche passiert…dann muss der EM den Programmierer ordentlich stressen!

  • Oliver Halter

    Meine Güte, man könnte meinen das alle „Perfekt“ wären. Wo gearbeitet wird, können auch Fehler passieren.

    Wir haben einen „SAAB AERO 95“ von 2001 (Vorführfahrzeug). Ein wirklich sehr gutes Auto aber auch wir hatten schon einige male das Auto in der Werkstatt weil die Elektronik uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Oft war man unterwegs, stellte das Fahrzeug auf dem Parkplatz ab und nach ca. 30min (Einkäufe, Kundenbesuche) lief das Fahrzeug nicht mehr. Das Auto war immer wieder für einige Tage bei der Werkstatt und niemand hat den Fehler rausgefunden. Bis zufälligerweise ein wirklich guter Techniker bei dieser grossen Autowerkstatt gesagt hat, dass er diesen Fehler kenne und wisse was behoben werden müsste. Schlussendlich war es ein „Thermostat“ der einen Fehler verursachte und der Elektronik übermittelte das, dass Fahrzeug zuerst „abkühlen“ müsste.

    Wir hatten diesen Fehler ca. 1-2 Jahre und aus Liebe zu SAAB und zu diesem Auto, haben wir uns diesen Fehler, auch wenn wir oft auch mal verärgert waren, toleriert. Auch hätten wir verärgert über die Autowerkstatt sein können, da die Fehlersuche mehr als lange gedauert hat. Aber was bringt uns das? Schlussendlich sind alles nur Menschen die versuchen Ihr bestes zu geben. (So hoffen wir es einmal)

    Den SAAB haben wir immer noch und möchten wir gerne in absehbarer Zeit in einen TESLA ändern. Da in der Schweiz die die Distanzen sehr klein sind, passt das Auto bei uns perfekt in unser Schema.

    Jeder sollte aber auch wissen, dass ein Produkt während einer Produktion und nach einer Auslieferung immer wieder verbessert und somit optimiert wird.

    Ich würde mir gerne einen TESLA kaufen und drücke der Firma beide Daumen das sie sich gegenüber den ganz grossen, behaupten kann.