Gerücht: Tesla könnte mit Magna für Model 3-Produktion in Europa zusammenarbeiten

Tesla-CEO Elon Musk sagte kürzlich aus, dass man weiterhin in der „Produktionshölle“ mit dem Model 3 sei. Nun plant Tesla zukünftig Hunderttausende Model 3 im Jahr zu verkaufen, was für den noch eher kleinen Autobauer eine Herkulesaufgabe darstellen dürfte. Eine Lösung könnte sein, die Produktion des Model 3 auch außerhalb der Vereinigten Staaten zu realisieren.

Bisher ist bestätigt, dass Tesla mit der chinesischen Regierung Gespräche für einen möglichen Produktionsstandort im Land führt. Zudem sagte Musk noch Ende letzten Jahres, dass Europa ebenfalls eine eigene Gigafactory bekommen soll. In der Gigafactory 1 in Nevada stellt Tesla nicht nur Akkupakete her, sondern produziert auch die Antriebseinheit des Model 3.

Nun gibt es Gerüchte, dass Tesla das Model 3 auch in Europa bauen lassen will. Dabei soll man sich an einem Zulieferer gewendet haben – möglicherweise Magna -, der nicht lediglich Teile liefern, sondern die Auftragsfertigung übernehmen soll. Ein ähnliches Abkommen gibt es zwischen Magna und Jaguar Land Rover für den kommenden Jaguar I-PACE – ebenfalls ein Elektrofahrzeug.

Während es von Magna keinen Kommentar zu den Gerüchten gibt, hat sich Automobilzulieferer Polytec – beides österreichische Unternehmen – dazu geäußert. Dieser hatte bereits für den Tesla Roadster Teile geliefert und hofft nun offenbar auf weitere Zusammenarbeit mit den Kaliforniern. Finanzvorstand Peter Haidenek sagte gegenüber dem Anlegermagazin „Der Aktionär“:

Wir sind derzeit in regem Kontakt zu Tesla, erst vor wenigen Tagen waren zwei Kollegen im Silicon Valley bei Tesla zu Besuch. Top Punkt auf der Gesprächsagenda war das mögliche Engagement von Tesla in Europa. Wir gehen davon aus, dass Tesla in Europa aktiv werden wird. Startzeitpunkt und Ort scheinen noch nicht determiniert zu sein. Tesla sieht uns nach eigenem Bekunden als einen der bevorzugten Solution Provider für ihre mögliche Produktion in Europa. Die von uns in einem solchen Fall zu liefernde Produktpalette könnte unter anderem die Abdeckung bzw. Einkapselung der Batterien einschließen, Tesla hat an unseren diesbezüglichen Entwicklungen großes Interesse bekundet.

Wichtig ist anzumerken, dass es sich dabei lediglich um ein Gerücht handelt, welches so bisher nicht bestätigt werden konnte. Offenbar gibt es jedoch bereits konkrete Gespräche mit Tesla und Zulieferern, die eine europäische Produktion andeuten. Unklar ist jedoch, ob Tesla tatsächlich die Fertigung abgibt, zumal das Unternehmen erfahrungsgemäß ungern auf Zulieferer angewiesen ist.

  • Stefan Becker

    das würde die Sache auf jeden Fall beschleunigen, 400.000 Vorbestellungen wollen bedient werden

    • Richard Müller

      Bis die Fabrik steht usw…das wird niemals für die Produktion der 400.000 Autos gedacht sein.

      • Jossele

        Nunja – Magna stellt nicht für jeden neuen Auftrag eine neue Fabrik hin ;-D
        Aktuell werden
        BMW 5er Reihe (G30), ab 2017
        Mercedes-Benz G-Klasse, W 460, W 461, W 462, W 463, seit 1979 gefertigt.
        Die haben noch genug Kapazitäten für die Produktion des M3 für den europäischen Markt.

    • Fritz!

      Das würde dann sicherlich nur für den europäischen Markt gedacht sein, hätte auch den Vorteil des Wegfalls des Zolls für etliche Teile (OK, Akku und Motor wird sicherlich importiert werden, also kein großer Vorteil). Und wenn Magna schnell ist, kommen wir früher an unser Model 3, also ich bin dafür!

  • Jossele

    @Teslamag Typo „Anelgermagazin“ Zuerst hab ich doch tatsächlich Anglermagazin gelesen 🙂

    • Teslamag.de (TK)

      Danke für den Hinweis, ist korrigiert. Wobei unter den Lesern sicherlich auch einige Angler sind 🙂

  • Skynet

    Ich kann die Argumentation „was für den noch eher kleinen Autobauer eine Herkulesaufgabe darstellen dürfte“ nicht ganz nachvollziehen. Der Standort in den USA soll für die 500k in jedem Fall ausreichend (und die Fertigungsstraßen bestellt bzw. bereits geliefert) sein und soweit ich es bisher verstanden habe lassen sich dort auch die 1 Mio. je Jahr realisieren. Oder mangelt es an Fachpersonal?

    • Teslamag.de (TK)

      Das ist so korrekt. Trotzdem produziert Tesla aktuell etwa 1/10 davon. Eine Herkulesaufgabe bedeutet einfach, dass es eine sehr schwierige – jedoch nicht unmögliche – Aufgabe ist. Und die Produktion um den Faktor 10 zu steigern, ist auch für Tesla nicht von heute auf morgen problemlos möglich. Siehe auch anfängliche Produktionsprobleme beim Model X und den aktuellen langsamen Produktionsanlauf beim Model 3.

  • der_medicus

    Magna wäre eine hervorragende Adresse. Vor allem würden wir Österreicher schneller unsere Teslas bekommen.

    • Matthias Fritz

      lustig. Österreich wurde nie genannt bei einem möglichen Produktionsstandort. das wäre doch was wenn der kleine Zwerg den anderen die Show stiehlt ^^

      • Fritz!

        Es kann sich dabei aber immer noch um 2 getrennte Geschichten handeln. Einmal eine kurzfristige Hilfe beim bewältigen der großen Model 3 Nachfrage durch Magna o.ä..

        Und andererseits der Aufbau einer eigenen Gigafactory in Europa durch Tesla zur Produktion von Model 3 und Y und Akkus für den europäischen Markt ab ca. 2020.

        Wenn wir warten, werden wir es erfahren. So wie immer bei Tesla. Früher oder später…

      • der_medicus

        Österreich ist ein kleines Land. Magna ist aber ein Großer.

  • PV-Berlin

    Magna soll in der Lage sein, ein Modell in so engem Kostenrahmen in der Stückzahl zu fertigen?
    Das passt zu keinem der bisherigen Aufträge.

    Eine Fertigung, die nicht Minimum 50.000 EH p.A. raushaut, wird bei den Kosten nicht hinkommen (Lack, Presswerk etc.)

  • Matthias Fritz

    Kaffeesud #754
    das nimmt Ausmaße an mitlerweile oje oje. nur noch Mutmaßungen und Meinungen. keine Fakten.
    und jeder darf mal ran. Tesla sollte definitiv nur noch Reservation Holdern Infos weitergeben. was manche mit jedem noch so kleinen Schnippsel 3. Hand Spekulation anstellen ist bemerkenswert.
    Tesla ist doch ohnehin schon längst Dirty Campaigning Empfänger Nr. 1 kann man die mal bitte einfach ein Auto bauen lassen? Danke.

  • Graf

    Magna und Tesla könnten sich gut ergänzen, eine Tesla- Gigafactory in Slowenien in unmittelbarer Nachbarschaft zu Magna. Tesla könnte Akkus für Magna liefern und Tesla bekommt Sitze und andere Komponenten.