Kraftfahrt-Bundesamt hätte den Autopiloten nicht genehmigt

Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) auf Anfrage der Welt am Sonntag mitteilte, hätten sie den Autopiloten von Tesla nach eigenen Standards nicht zugelassen. Dabei sei vor allem die Bezeichnung „Beta-Version“ ausschlaggebend, da diese einen „unfertigen Stand“ der Software suggeriert. Wenn die Software also tatsächlich in der Beta-Phase wäre, hätte sie das KBA nicht genehmigt.

Nach einem ersten tödlichen Unfall mit dem Autopiloten Anfang Mai, hat die US-Verkehrsaufsicht NHTSA fast zwei Monate später eine offizielle Untersuchung eingeleitet. Seither wird die Autopilot-Software von Tesla medial ausgeschlachtet. Wie es der Zufall so will, wurden anschließend weitere Unfälle gemeldet, obwohl der Autopilot bereits seit Oktober 2015 verfügbar ist und zuvor nur wenig Beachtung von deutschen Medien erfuhr.

Auch das KBA leitet Untersuchungen ein

Wie es aus dem Bericht der Welt am Sonntag heißt, leitet auch das KBA eine Untersuchung wegen Autopilot-Komponenten ein. Welche Auswirkungen das haben wird, ist unklar. Tesla hat die Genehmigung für den europäischen Markt von der niederländischen Zulassungsbehörde erhalten, die sowohl die Lenkanlage als auch die Bremse der Fahrzeuge genehmigte.

Autoherstellern können selbst entscheiden, in welchem EU-Land sie ihre Fahrzeuge zulassen. Demnach können Tesla-Kunden auch in Deutschland mit dem Autopiloten fahren, auch wenn das KBA diesbezüglich Bedenken äußert.

Elon Musk via Twitter: Autopilot ist keine unausgereifte Technologie

Der Bericht ist natürlich auch Tesla-CEO Elon Musk nicht entgangen, der sich zugleich darüber über den Kurznachrichtendienst Twitter äußerte. Laut Musk hat man dem System die Bezeichnung „Beta“ gegeben, damit sich die Fahrer nicht zu wohl fühlen und weiterhin ihre Aufmerksamkeit dem Verkehr gewidmet ist. „Jedes System mit weniger als eine Milliarde Meilen im öffentlichen Straßenverkehr“ sei eine Beta-Version.

Musk erklärte weiter, dass man mit dem Autopiloten womöglich in den nächsten sechs Monaten die eine Milliarde Meilen geknackt hat. Zudem werden weitere „hunderte Anpassungen“ nötig sein, damit man Ausnahmesituationen in die Software programmiert.