„Mobileye war wütend, weil Tesla ein eigenes System entwickelte“, sagt Tesla-Pressesprecherin

Nachdem wir gestern darüber berichtet haben, dass Zulieferer Mobileye Tesla die Schuld dafür gibt, wieso man die Zusammenarbeit nicht mehr verlängern wird, erklärte nun der Autobauer die eigene Sicht der Dinge. Gegenüber LA Times erklärte eine Tesla-Pressesprecherin, dass Mobileye wütend darüber gewesen wäre, dass Tesla ein eigenes System für den Autopiloten entwickelte.

Bisher hatte Mobileye behauptet, man werde die Zusammenarbeit nicht verlängern, da Tesla „bis an die Grenzen der Sicherheit“ für den Autopiloten geht. Dies würde zukünftig den Ruf von Mobileye und der gesamten Automobilbranche schaden, hieß es.

Nun erwidert Tesla, dass nicht irgendwelche Sicherheitsbedenken der Auslöser dieser Entscheidung waren, sondern Missgunst. Als Mobileye erfuhr, dass Tesla ein eigenes System entwickelte, habe man „versucht Tesla dazu zu zwingen, die eigene Entwicklung einzustellen, ihnen mehr zu zahlen, und deren Produkte auch in zukünftiger Hardware zu nutzen“, erklärt die Tesla-Pressesprecherin.

Als Tesla dies verweigerte, habe Mobileye die Hardware-Unterstützung für zukünftige Plattformen abgesagt und öffentliche Stellungnahmen geäußert, die implizierten, dass Sicherheitsbedenken dazu geführt hätten, die Zusammenarbeit mit Tesla nicht über aktuelle Verträge hinaus zu verlängern, erklärte die Pressesprecherin von Tesla.

Nachtrag: Wie der Branchendienst Electrek berichtet, entwickelt Tesla das eigene System unter dem Namen „Tesla Vision“.

  • Sonntagskuchen

    Hui,

    so langsam hört sich das an wie ein Wirtschaftskrimi. Das Problem ist, dass die Wahrheit nur schwerlich ans Licht kommt. Die Argumentation beider Seiten (Telsa, Mobileye) ist plausibel.

    Wie es wirklich gelaufen ist, wissen nur die beteiligten verantwortlichen Personen. Das wissen auch nicht GSP oder Erna 😉

    • Erna

      Na zumindest wissen wir wer die Software entwickelt hat, die ein Straßenschild nicht von einen Anhänger unterscheiden kann und trotz Radarsignal den Notbremsassistenten deaktiviert. Genau dies war nicht Mobileye sondern Tesla.

      Bleibt zu hoffen, dass die dt. Ethikkommission schnell dafür sorgt, dass beim Versagen der Systeme der Hersteller haftet. Mal schauen wie lange dann der Tesla-„Autopilot“ dann noch aktiviert bleibt.

      http://www.heise.de/newsticker/meldung/Dobrindt-Ethikkommission-fuer-autonomes-Fahren-nimmt-Arbeit-noch-diesen-Monat-auf-3318047.html?wt_mc=rss.ho.bei

      • FVK

        Erna und andere: wissen Sie ganz genau, das in dem verunfallten Auto die Software schon von Tesla war? Wann wurde denn von Mobileye auf Tesla gewechselt?

        • Elektron

          Wo kommen wie da hin. Erna, Grünspan und co wissen da gar nichts. Müssen sie für FUD Beiträge auch nicht und dafür würden sie auch nicht bezahlt werden.
          Es reicht einfach mal was zu behaupten, und maximal mit Links aus Google suchen zu untermauern…..
          Mach langsam kein Spass mehr, diese Neider Beiträge zu lesen…. Ich hab nene Feature Request: Ignore Liste für User und echte Accounts mit Registrierung

        • Erna

          …Since Tesla pushed its 7.1 update earlier this year, the automaker’s own system used the same data to recognize anything, under adequate conditions, that could obstruct the path of the Tesla and if the radar’s reading is consistent with the data from the camera, it will apply the brakes…

      • W. Müller

        Ja, und was genau hat das jetzt mit dem von Tesla „Autopilot“ genannten Assistenz-System zu tun? Tesla betont an jeder Stelle, dass das nur ein Assistenz-System ist.

        Die Kommission von Dorbindt beschäftigt sich mit dem autonomen Fahren. Etwas das auch Tesla bisher nicht anbietet.

        Frau Erna, bitte präsentieren Sie uns doch einmal fundierte Kritik und nicht faktenfreie, persönliche Einschätzungen. Ich wäre wirklich froh drum.

        Fassen wir zusammen, was ich mit Faktenfreiheit meine:
        Aussagen von Ihnen (ein Auszug, was mir gerade einfiel):

        – Es hat noch lange nicht jeder 400V Anschlüsse in Deutschland
        – Nach Ihrer Meinung kann man den Notbremsassistenten beim Tesla nicht deaktivieren
        – Jetzt ist auch noch die Ethik-Kommission um Dobrindt für Assistenz-Systeme zuständig.

        Mann o Mann. Und Sie wollen uns hier dazu bewegen, Ihre „Kritik“ ernst zu nehmen?

        • Erna

          @W. Müller
          Jetzt weiß ich endlich, warum die Teslas mit Autopilot in den Tod fahren. Die Herren haben einfach den Notbremsassistent vor jeder Fahrt deaktiviert!

          Bevor Sie Unsinn zu Herd und Anschlüssen schreiben sollten Sie sich bitte informieren! Auch Ihr Herd und ihre Kochplatten (in welcher Form auch immer) funktionieren mit 230V (es sei denn er dreht sich permanent und kann gleichzeitig als Geschirrspüler genutzt werden). Ob Sie davon 3-Phasen in IHREM Haushalt oder Garage/Keller haben interessiert mich nicht. Fakt ist eben vielmehr, das gerade die rund 50% Mieter in Deutschland + Besitzer einer Eigentumswohnung nur seltenst die Möglichkeit haben 400V zum Laden ihres Fahrzeugs zu nutzen (denn darum ging es), da sie einen entsprechenden Anschluss nicht in akzeptabler Reicheite ohne Umbauten haben. So gibt es (auch wenn Sie es nicht glauben mögen) tatsächlich Leute die weder einen Keller noch eine Garage haben und wenn doch dann meist dort eben nur eine Phase haben.

          • W.Müller

            Frau Erna, bitte, bitte antworten Sie mir doch auch nur mit Zitaten von Sachen, die ich selbst geschrieben habe und nicht in einer Antwort an mich auf den Kommentar von jemand anderen.
            Sonst wird das ja noch mehr Durcheinander als Sie sonst schon machen wenn Sie der Kommission von Dobrindt die Zuständigkeit für Assistenzsysteme andichten.
            Ich habe nirgends etwas von Herd geschrieben. Da verwechseln Sie etwas.
            So etwas erhöht auch nicht unbedingt Ihre Glaubwürdigkeit.

            Sie dagegen haben eindeutig geschrieben (ich zitiere):
            Erna: „Leider haben Sie da große Wissenslücken. Mit einzelnen 11kW-Anschlüssen geht dies – sofern überhaupt ein 400V-Anschluss vorhanden ist – aber sobald die Anzahl Anschlüsse zunimmt wird das Niederspannungsnetz einschließlich Kabel und Trafos überlastet.“

            Das spricht für sich.

            Weiter haben eindeutig Sie bestritten, dass man den Notbremsassistenten bei Tesla deaktivieren kann, als Antwort auf einen anderen Kommentar.
            Warum also so sarkastisch nun in Ihrer Replik?
            Dass Sie weiterhin „Autopilot“ und Notbremsassistent über einen Kamm scheren, zeigt einmal mehr, wie wenig Fakten Sie zu den Tesla-Fahrzeugen kennen.

            Wenn ich Ihr Auftraggeber wäre, würde ich mir grundlegende Gedanken machen, ob er Sie weiter „ins Rennen“ schicken soll.

      • TomTom

        Ja, das wäre schön, die Dieselautobauer für die 10.000 Toten durch erhöhten Schadstoffausstoß haftbar zu machen. Zudem müssen alle Dieselfahrzeuge die nicht der Vorschrift entsprechen stillgelegt werden, zumindest bis zu dem Zeitpunkt wo sie der Vorschrift entsprechen. Tesla wäre da ziemlich aussen vor.

        • Klaus

          Besser hätte man es nicht sagen können. Bitte gleich die Gasfahrzeuge von VW mit stilllegen, die sind ja sehr explosiv.

  • Jens H.

    Die Wahrheit ist in diesem Falle wohl eher einfach heraus zu finden.
    Denn Tesla hatte schon vor der Kündigung von Mobileye mitgeteilt, seit längerer Zeit ein eigenes System zu entwickeln. Und das kann schwerlich gelogen sein, denn sowas zu entwicklen dauert Jahre.

  • Fritz!

    Wobei ich bei dieser Geschichte ein wenig mehr Tesla glaube, die Geschichte ist für mich deutlich logischer. Wie schon im anderen Beitrag geschrieben worde, kennt kein Mensch „Mobileye“, nur ein paar Entwicklungsingenieure werden den Namen gekannt haben. Und dies sind Experten, die werden sich nicht aufgrund von 2 Pressemeldung auf einmal gegen das System Mobileye entscheiden.

    Andersherum wird eher ein Schuh draus, daß, wenn Tesla wirklich die Stufe des selbstfahrenden Autos merklich erhöht hätte, Mobileye allen Ingenieuren hätte sagen können: „Seht, das geht mit unseren Sensoren und unserer Elektronik.“.

    Und, möglicherweise kam da auch der Winterkorn-Effekt zu, der CEO von Mobileye wollte einfach Nummer eins in der Welt sein (und in allen Premiumherstellern vertreten sein) und mit dieser Tesla-Entscheidung wäre er bei einem führenden Autopilot-Hersteller nicht mehr vertreten, also extrem gekränktes Ego, also Nebelkerzen werfen!

    Aber GPS und Erna werden sicherlich Internas haben, die nicht mal die CEOs der beiden Unternehmer haben und uns alle aufklären. Ich bin gespannt…

  • Sukram

    Wenn die jetzt nachgeschobene Darstellung Teslas zutreffen würde, wäre Musk der Erste gewesen, der unmittelbar einen entsprechenden Tweet ‚rausgehauen hätte.

    Mobileyes Motivation ist nicht erst seit Gestern in der Welt.

  • Erna

    „Nun erwidert Tesla, dass nicht irgendwelche Sicherheitsbedenken der Auslöser dieser Entscheidung waren, sondern Missgunst.“

    Mit Neid und Missgunst kenne ich mich aus. Das wird der wahre Grund sein. Schließlich zieht es die besten Software-Entwickler zu Tesla. Auch unser Haus hat schon einige sehr gute Informatiker an Tesla verloren.

    • E.OFF

      Aha, jetzt wird einiges klar Erna lassen Sie ihren Frust nur heraus…
      Früher einmal wollten alle zu Microsoft und jetzt!
      Der einzige Grund warum ich das M3 stornieren würde ist, wenn sie auf die Idee kommen würden win10 aufzuspielen 🙂

      • Fritz!

        Aber das Schöne wäre dann, daß das Auto dann jeden Tag anders auf Ihre Eingaben (Lenken, Bremsen, Gasgeben) reagiert, so, wie es gerade lustig ist. Der Spaßfaktor in einem Model 3 mit Windows 10 wäre schon SEHR hoch. Gut, die Anzahl der Toten auf den Straßen auch, aber es wäre Microsoft (Leichen pflastern seinen Weg) egal, die kennen es nicht anders. 😉

        Nein, im Ernst, daß wäre wirklich SOFORT ein KO-Kriterium. Selbst wenn die nur die Musik-Anlage steuern wollen…

    • Pascal

      Mit Neid und Missgunst kenne ich mich aus. Aha darum schreibst du immer so negativ und NEIDISCH gegen tesla.

      Schließlich zieht es die besten Software-Entwickler zu Tesla. Auch unser Haus hat schon einige sehr gute Informatiker an Tesla verloren.
      Das ist wie im fussball dort gehen die spieler auch zu denen die am meisten zahlen und am besten sind

  • Dejan Stankovic

    In der Software-Welt ist nicht unüblich das so etwas passiert. CAD Software die ich täglich einsetze hat bis vor 4 Jahren perfekt an UNIX / LINUX Rechnern funktioniert. Dagegen hat die MS Windoof Variante umgestrickt sein müssen bis die mal gut gearbeitet hatte. Nun, MS hat einiges am Geld und Support geleistet und seit 4 Jahren ist Schluss mit anderen Versionen! Nur noch eine und jede menge Arbeit für Administratoren… So verdienen alle das Geld… und Hersteller ist gezwungen nur entsprechend zu liefern!
    Das TESLA diesen Weg nicht mitmachen möchte und sich aus den Zwängen der Mobileye befreite ist nur noch zu begrüßen! Bisherige Autopilot Software mit dem wir noch fahren ist der alte… nur noch ein paar Tage 😉

  • Grünspanpolierer

    Mobileye hat geantwortet:

    „In communications dating back to May 2015 between Mobileye Chairman and Tesla’s CEO, Mobileye expressed safety concerns regarding the use of Autopilot hands-free. After a subsequent face to face meeting, Tesla’s CEO confirmed that activation of Autopilot would be „hands on.“ Despite this confirmation, Autopilot was rolled out in late 2015 with a hands-free activation mode.“
    http://www.streetinsider.com/Press+Releases/Mobileye+Responds+To+False+Allegations/12039390.html

    Ein weiteres Beispiel dafür, dass Herr Musk lügt. Auch Geschäftspartnern gegenüber.

  • Sukram

    Mobileye Responds To False Allegations


    It has long been Mobileye’s position that Tesla’s Autopilot should not be allowed to operate hands-free without proper and substantial technological restrictions and limitations.

    In communications dating back to May 2015 between Mobileye Chairman and Tesla’s CEO, Mobileye expressed safety concerns regarding the use of Autopilot hands-free.

    After a subsequent face to face meeting, Tesla’s CEO confirmed that activation of Autopilot would be „hands on.“

    Despite this confirmation, Autopilot was rolled out in late 2015 with a hands-free activation mode…

    http://www.prnewswire.com/news-releases/mobileye-responds-to-false-allegations-300329427.html

  • Tesla-Fan

    Am Besten ist es immer sich die Informationen aus erster Hand zu holen, also hier von Mobileye direkt und nicht der Propaganda von Grünspanpolierer und Erna aufzusitzen.

    Fazit:
    Streit und gekränkte Ehre scheint mir plausibel.
    In einem von Mobileye am 17.4.2016 veröffentlichten Video schmückten sie sich selbst noch mit dem Tesla als erstes „handsfree System“ und wie toll sie dort die Lane-Erkennung hinbekommen haben, selbst unter schwierigen Bedingungen…
    https://www.youtube.com/watch?v=GCMXXXmxG-I
    Für die Ungeduldigen – bei ca. 32:00 kommt die Scene.

    Bin auf weitere Kommentare hierzu gespannt!

  • Erna

    Das „Update“ vom Mobileye sagt eigentlich alles. Statt sich den guten Ruf von einem Hersteller mit 0,1% Marktanteil „versauen“ zu lassen, dann doch besser auf Hersteller setzen die verantwortungsvoll mit dem Thema „Autopilot“ umgehen.

    https://electrek.co/2016/09/16/mobileye-responds-to-tesla-again/

  • boing

    Klingt für mich deutlich glaubhafter als die Mobileye-Variante der Gründe für die Beendigung der Zusammenarbeit. Natürlich wenden sie sich dann von Tesla ab, wenn ihre Aufträge dort bedroht sind und z.B. BMW ihnen einen langjährigen Liefervertrag garantiert.
    Dass Mobileye mit seiner eigenen Geschichte so an die Öffentlichkeit geht ist sowieso ziemlich ungewöhnlich, normalerweise wird über die Beendigung einer Zusammenarbeit auf beiden Seiten Stillschweigen vereinbart.

  • efe

    Disqus – jeeee
    Vielen Dank @TK