Musk zum Model X: „Ich bin nicht sicher, ob Tesla noch einmal so ein Auto baut“

Nachdem es in letzter Zeit einige Bedenken von Analysten bezüglich der Model X-Produktion gab, hat sich Tesla Motors im letzten Conference Call zur aktuellen Situation geäußert. Musk erklärte, dass man im 2. Quartal das Produktionsvolumen von 1.000 Fahrzeugen pro Woche erreichen sollte. Wie es aktuell aussieht und wie genau man das Produktionsziel von 1.000 Fahrzeugen pro Woche erreichen will, erklärte Musk jedoch nicht.

Solange die Leute nicht verstehen, wie eine Produktion abläuft, werden Sie falsche Rückschlüsse ziehen. Wir halten an unsere Prognosen fest und belassen es dabei.

Obgleich Musk nicht über das aktuelle Produktionsvolumen sprechen wollte, hielt es der CEO für fair, wenn man wenigstens die bisherigen Probleme der Produktion erklärt. Viele Analysten hielten das Produktionsvolumen des 4. Quartals 2015 für niedriger als erwartet, zumal gerade einmal 206 Model X ausgeliefert wurden. Musk erklärte:

Ich glaube der Fehler, den wir mit dem Model X gemacht haben – und das haben wir uns bei Tesla wirklich zu Herzen genommen – ist, dass wir zu viele neue Funktionen und Technologien, zu viele großartige Dinge auf einmal, in ein Produkt gesteckt haben.

Rückblickend betrachtet, wäre es eine bessere Entscheidung gewesen, weniger Neuerungen mit der ersten Version des Model X einzuführen und anschließend in den darauffolgenden Jahren neue Technologien und Funktionen zu implementieren. Ich denke es war eine gewisse Selbstüberschätzung mit dem Model X.

Ich denke jedoch, dass das Resultat ein unglaubliches Fahrzeug ist. Ich glaube wirklich, dass es das beste ist – ich denke, es ist das beste jemals produzierte Fahrzeug. Ich bin nicht sicher, ob jemand anderes ein Fahrzeug wie dieses bauen wird. Ich bin nicht sicher, ob Tesla noch einmal so ein Auto baut.

CTO JB Straubel fügte hinzu, dass die meisten innovativen Technologien im Model X für Herausforderungen während der Produktion im 4. Quartal sorgten, welche aktuell jedoch bewältigt wurden. Zu den Herausforderungen gehörten der Betrieb der Falcon Wing-Türen und die Suche nach einem Zulieferer, der die große Panorama-Windschutzscheibe in den geforderten Mengen liefern kann.

Musk ergänzte, dass es danach Probleme bei eher kleineren Fahrzeugteilen gäbe. Als Beispiel nannte er die Chrom-Lackierung an den vorderen Fenstern, welche die Produktion für drei bis vier Wochen einschränkte. Auch die Dichtungen waren laut Musk eine wirkliche Herausforderung:

Die Dichtungen waren absolut nervenaufreibend. Sie mussten im Wesentlichen neu konstruiert werden und die Dichtungen, die wir bereits hatten, mussten von Hand umgearbeitet werden, damit sie richtig passen. Dichtungen sind ein Fluch.

Auf die Frage hin, wieso man von den großen Automagazinen wie beispielsweise Motor Trend noch keine Tests zum Model X gesehen hat, antwortete Musk:

Wir haben den Medien keine Fahrzeuge zur Verfügung gestellt, da wir logischerweise versucht haben, soweit möglich, die Nachfrage zum Model X zu unterdrücken. Wir haben also alle möglichen Maßnahmen ergriffen, um die Nachfrage möglichst gering zu halten, da wir erst die Produktion hochfahren müssen. Es macht keinen Sinn die Nachfrage zu verstärken, wenn die Produktion diese gar nicht bedienen kann.

Wir haben also unser Bestes gegeben, um die Nachfrage zu unterdrücken oder wenigstens nicht zusätzlich zu fördern. Dies wird sich im Laufe dieses Jahres sichtlich ändern, wenn erste Fahrzeuge in Stores ausgestellt werden, da es zurzeit gar keine Model X in Tesla Stores oder für Testfahrten gibt. In den kommenden Monat, ich denke womöglich schon im nächsten Monat, wird man erste Tests in Magazinen und vieles mehr sehen. Die Rückmeldungen, die wir von unseren Kunden erhalten haben, waren bisher äußerst positiv.

Elon Musk betonte, dass man im Laufe des 2. Quartal das Produktionsvolumen von 1.000 Fahrzeugen pro Woche erreichen wird. Für das gesamte Quartal wird der Durchschnitt dann bei 700 bis 800 Fahrzeugen pro Woche liegen. Zählt man das Produktionsvolumen des Model S dazu, wird man im 2. Quartal einen Durchschnitt von 1.600 bis 1.800 Fahrzeugen pro Woche erreichen.

Musk ergänzte, dass er nicht weiß, wie der Produktmix von Limousine und SUV aussehen wird. Die Nachfrage nach dem Model X sollte sich jedoch klären, wenn die ersten Fahrzeuge in den Stores ausgestellt sind. Der aktuelle Fokus liegt weiterhin darin, Vorbestellern das Model X näher zu bringen und die Reservierung in eine Bestellung umzuwandeln. Dafür werden aktuell weltweit Präsentationen veranstaltet, bei denen Vorbesteller das Model X begutachten und näher kennenlernen sollen. Eine solche Einladung hat uns ein Vorbesteller aus der Schweiz per E-Mail zukommen lassen:

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