Nach Rettungsaktion auf der A9 bei München: Tesla will Reparaturkosten übernehmen

Wir hatten erste gestern erklärt, warum Teslamag nicht über die Rettungsaktion auf der A9 bei München berichtet hat, bei der ein Tesla-Fahrer einen anderen Fahrer hat auffahren lassen, weil letzterer ohnmächtig wurde und somit keine Kontrolle mehr über sein Fahrzeug hatte. Dadurch konnte das Fahrzeug zum Stillstand gebracht werden, wodurch möglicherweise Schlimmeres verhindert wurde.

Bisher war dies jedoch keinen Bericht auf Teslamag wert. Nicht weil die Tat des Tesla-Fahrers es nicht verdient hätte, sondern weil es für dieses Vorgehen nicht relevant war, dass es sich dabei um ein Tesla-Fahrzeug handelte. Dieselbe Rettungsaktion wäre mit einem Fahrzeug eines anderen Herstellers ebenso möglich gewesen.

Nun wurde das Ganze vor wenigen Stunden doch relevant, denn Elon Musk äußerte sich zu der Rettungsaktion auf Twitter und gratulierte dem Tesla-Fahrer, der einen Schaden an seinem eigenen Fahrzeug in Kauf nahm, damit er das Fahrzeug des anderen Fahrers zum Stillstand bringen konnte.

Viel interessanter als die Gratulation von Elon Musk, ist jedoch die Tatsache, dass Tesla die Reparaturkosten für den Schaden am beteiligten Tesla-Fahrzeug übernehmen will. Den Schaden, der sich auf circa 2.000 Euro belaufen soll, will Tesla kostenlos und im Eilverfahren reparieren. Das bedeutet, dass der Besitzer des Fahrzeugs nicht lange auf einen Termin warten muss.

Dass Tesla die Kosten übernimmt, verwundert jedoch wenig. Schließlich hat man in zahlreichen regionalen und überregionalen Zeitungen eine positive Berichterstattung eingefahren, da der Fahrzeughersteller immer erwähnt wurde. Zusätzlich berichten jetzt erneut zahlreiche Medien darüber, dass Tesla die Reparaturkosten für das beschädigte Fahrzeug übernimmt. Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit kann man für das Geld nicht bekommen.

Beitragsbild: Retter Manfred Kick mit seinem leicht beschädigten Tesla. Foto: Florian Peljak via Süddeutsche Zeitung.

  • Dirk Pakosch

    Es wundert mich ein wenig, das die KFZ Haftpflicht des andern Fahrer diesen Schaden nicht übernimmt, da ja durch diese Aktion vermutlich auch „Schlimmeres“ verhindert wurde.

    • Fritz!

      Es übernimmt auch die gesetzliche Unfallversicherung (die ist dazu verpflichtet) sowie die Versicherung des Passat den Schaden (hat die Versicherung bereits öffebtlich gesagt). Somit streiten sich drei, wer denn nun zahlen darf.

      Ist bei einem Auffahrunfall auch eher selten…

    • McGybrush

      Schwieriger Fall der so bisher gar nicht wirklich definiert sein dürfte.

      Glaube das es Rechtlich so wäre das jeder seine eigene Vollkasko mit anschliessender Hochstufung in Anspruch nehmen müsste wenn die Versicherung nicht von sich aus sagt, wir regeln das anders.

      Vom Tesla die Versicherung könnte nüchtern sagen, das diese Aktion nicht abgedeckt ist. Hätte es nämlich ein Massencrash nach der Aktion gegeben hätte sie es sicherlich so getan da der Fahrer dazu eigentlich nicht berechtigt ist so etwas zu tun.

      Die Versicherung vom Passat könnte genau so Argumentieren. Hätte es ein riesen Schaden gegeben hätte auch sie Argumentieren können das es ohne den Tesla so nie passiert wäre. Bzw anders und diese theoretisch nur den Schaden vom Passat zahlt, der Entstanden ist bevor der Tesla eingegriffen hat.

      Zum Glück es es aber genau andersrum gelaufen. Wir Privatleute denken in Gesundheit und Menschenleben. Konzerne denken in Zahlen und Statistiken.

  • Mich würde auch interessieren ob der Tesla HW2 fähig ist… durch den shadow mode wäre die Verhaltensweise des Fahrers ja in die Datenbank von Tesla Vision eingeflossen und könnte dazu beitragen, dass zukünftige Autopilotensoftware eine solche Aktion sicher durchführen könnte ->
    The Hero mode -> Yes just do it! or ->No, i want my mammi…
    War ein Tesla für diese Aktion hilfreicher als ein anderes Auto? Die Masse des Autos und der niedrige Schwerpunkt halfen bestimmt… ob Herr Kick nach dem Auffahren wohl einfach rekuperiert hat?

    Aber Spass beiseite – Das war eine Heldentat! Absolut Hut ab und tiefe Verbeugung, Manfred! Egal welches Fahrzeug!

  • Fritz!

    Naja, der Tesla hält die Spur und den Abstand zum Vordermann, verursacht also erstmal keinen Unfall/Sachschaden. Und da der Fahrer nicht auf den Hinweis, daß Lenkrad doch bitteschön wieder anzufassen reagiert, wird der Tesla (wie andere Systeme auch), den Warnblinker einschalten und das Auto langsam und sicher zum Stillstand bringen.

    Bei Level 5 und Kommunikation mit dem Fittnesstracker des Fahrers wird er dann allerdings gleich den Fahrer ins nächstgelegene Krankenhaus fahren. Unfallfrei, versteht sich.

    Das, was ich von einem Auto erwarten würde… 😉