Österreich: Feuerwehr hält Löscharbeiten eines brennenden Model S im Video fest

In Österreich ist es vor zwei Tagen zu einem Unfall gekommen, bei dem ein Tesla Model S komplett ausbrannte. Das Fahrzeug krachte kurz vor der Einfahrt in den Pianner Tunnels auf der Arlberg Schnellstraße in eine Leitplanke und ging in Flammen auf. Glücklicherweise konnte die Fahrerin unverletzt aus dem Fahrzeug aussteigen, sodass nur der Totalschaden des Model S zu beklagen ist.

Was zunächst erst einmal nicht sonderlich spektakulär klingt, schließlich brennen sehr oft Fahrzeuge aus, auch solche mit Verbrennungsmotor, wird durch die Dokumentationsarbeit der Feuerwehr der Stadt Landeck deutlich interessanter. Diese hielten die Löscharbeiten an dem Fahrzeug sogar im Video fest und erlauben so einen für Laien ungewohnten Einblick.

Auf der eigenen Webseite der Feuerwehr wird der Einsatz wie folgt beschrieben:

Zu einem Brand eines Elektrofahrzeuges kam es nach einem Unfall kurz vor dem Portal des Pianner Tunnels. Die Fahrzeuglenkerin des Elektrofahrzeuges stieß gegen Betonleitwände und wurde nur leicht verletzt. Die Löscharbeiten – die nur unter schwerem Atemschutz durchgeführt werden konnten – gestalteten sich schwierig, da das Fahrzeug wiederholt in Brand geriet. Erst nach dem Durchtrennen der Stromzufuhr von den Hochleistungsbatterien war es möglich, das Feuer endgültig zu bekämpfen. Da es sich um Lithiumbatterien handelt, empfiehlt der Hersteller das Fahrzeug für 48 Stunden unter „Quarantäne“ abzustellen, damit nicht ein neuerliches Feuer ausbricht. Die Arlbergschnellstraße musste für rund 2 Stunden gesperrt werden. Die Feuerwehr Landeck war mit 5 Fahrzeugen und 35 Mann im Einsatz.

Tesla hat auf der eigenen Webseite eine Informationsseite eingerichtet, die an Rettungskräfte gerichtet ist. Dort gibt es unter anderem Erstretter-Handbücher der verschiedenen Fahrzeugmodelle, aber auch weiterführende Links zu Schulungen rund um Sicherheit für Elektrofahrzeuge. In den Handbüchern ist zur Brandbekämpfung folgendes zu lesen:

BRANDBEKÄMPFUNG
Löschen Sie kleine Brände, bei denen die Hochvoltbatterie nicht betroen ist, mit typischen Fahrzeugbrandbekämpfungsmaßnahmen.

Vermeiden Sie bei der Instandsetzung jede Berührung der Hochvoltkomponenten. Verwenden Sie bei der Instandsetzung stets entsprechend isolierte Werkzeuge.

In Füllzylindern, Gasfedern und anderen Komponenten eingeschlossenes Gas kann zu einer Dampfexplosion nach Ausdehnung siedender flüssiger Stoe (BLEVE) bei extremen Temperaturen führen. Sorgen Sie für eine ausreichende Abkühlung, bevor Sie eine heiße Zone betreten.

Wenn die Hochvoltbatterie Feuer fängt, hohen Temperaturen ausgesetzt ist, oder verbogen, verdreht, gerissen oder auf irgendeine Weise gebrochen ist, kühlen Sie die Batterie mit einer große Menge Wasser ab. Löschen Sie NICHT mit einer geringen Wassermenge. Sorgen Sie stets für eine ausreichende Wasserzufuhr (zusätzliche Wasserzufuhr anfordern).

Das Löschen von Batteriebränden kann bis zu 24 Stunden dauern. Lassen Sie die Batterie möglicherweise brennen, während Sie freiliegende Stellen schützen.

Stellen Sie mit einer Wärmebildkamera sicher, dass die Hochvoltbatterie vollständig abgekühlt ist, bevor Sie den Unfallort verlassen. Die Batterie muss mindestens eine Stunde lang überwacht werden, nachdem sie oensichtlich vollständig abgekühlt ist. Rauch oder Dampf zeigt an, dass die Batterie weiterhin warm ist. Übergeben Sie das Fahrzeug erst dann an nachfolgende Einsatzkräfte wie z. B. Strafverfolgungsbehörden und Abschleppdienste, wenn eine Stunde lang keine weitere Erwärmung festgestellt wurde.

Weisen Sie nachfolgende Einsatzkräfte immer darauf hin, dass sich die Batterie wieder entzünden kann. Nachdem Model X in Wasser untergetaucht war oder an einem Unfall oder Brand beteiligt war, der die Hochvoltbatterie gefährdet, halten Sie das Fahrzeug in einem Abstand von mindestens 50 ft (15 m) von jeglichen Gefahrenstellen entfernt.

Warnung: Wenn es zu einem Brand kommt, gehen Sie davon aus, dass das Fahrzeug unter Strom steht, und BERÜHREN SIE KEINEN Teil des Fahrzeugs. Tragen Sie immer eine komplette persönliche Schutzausrüstung einschließlich Atemschutzgerät.

HOCHVOLTBATTERIE – BRANDSCHÄDEN
Eine brennende oder sich aufheizende Batterie setzt giftige Dämpfe frei. Diese Dämpfe umfassen Schwefelsäure und Oxide von Kohlensto, Nickel, Lithium, Kupfer und Kobalt. Einsatzkräfte müssen sich mit kompletter persönlicher Schutzausrüstung einschließlich Atemschutzgerät schützen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um Personen in Windrichtung vor dem Unfall zu schützen. Verwenden Sie Nebelströme oder ÜberdruckLüftungsventilatoren (PPV), um Rauch und Dämpfe zu leiten.

Die Hochvoltbatterie besteht aus Lithium-Ionen-Zellen. Diese Zellen sind trockene Zellen. Bei einer Beschädigung kann nur eine geringe Menge an Flüssigkeit austreten. Die Flüssigkeit in Lithium-Ionen-Batterien ist farblos.

Die Hochvoltbatterie, Antriebseinheit(en), der Laderegler und der Gleichstromwandler sind mit einem typischen Kühlmittel auf Glykolbasis flüssigkeitsgekühlt. Bei einer Beschädigung kann dieses blaue Kühlmittel aus der Hochvoltbatterie austreten.

Eine beschädigte Hochvoltbatterie kann zu einer schnellen Erwärmung der Batteriezellen führen. Wenn Sie eine Rauchentwicklung an der Hochvoltbatterie bemerken, können Sie davon ausgehen, dass sie sich erwärmt, und Sie müssen die entsprechenden Maßnahmen wie in Brandbekämpfung auf Seite 21 beschrieben ergreifen.