Südaustralien schreibt Projekt für 100 MWh Batteriespeicheranlage öffentlich aus

Nachdem wir gestern erst darüber berichtet haben, dass Tesla in Australien ein 100 MWh Batteriespeicher-Großprojekt realisieren könnte, gab Jay Weatherill, Premierminister von Südaustralien, am Dienstag bekannt (via Reuters), dass man tatsächlich eine Batteriespeicheranlage mit einer Kapazität von mindestens 100 MWh erstellen lassen will.

Zusätzlich soll ein von der Regierung kontrolliertes Gaskraftwerk mit einer Kapazität von 250 MWh errichtet werden. Beide Projekte sind ab sofort ausgeschrieben. Dabei können sich Unternehmen im In- und Ausland bewerben, so auch Tesla. zur Finanzierung wurde von der Regierung ein Fond im Umfang von etwa einer halben Milliarde Euro eingerichtet.

Auch wenn Tesla den Stein zum Rollen gebracht hat, ist aktuell noch unklar, ob die Kalifornier den Zuschlag bekommen. Wie der australische Energieminister Tom Koutsantonis erklärte, gibt es bereits eine Liste mit interessierten Unternehmen, darunter Zen Energy, Lyon Solar, und Carnegie Clean Energy, allesamt auf Speichertechnologie spezialisierte Unternehmen aus Australien.

Bisher ist nicht bekannt, zu welchem Preis Tesla dieses Projekt realisieren könnte. Elon Musk nannte 250 US-Dollar pro kWh, wobei hier keine Inverter, Transport- oder Installationskosten einberechnet sind. Die Regierung sieht in ihrem Plan Ausgaben in Höhe von 150 Millionen australische Dollar (ca. 107 Millionen Euro) für die Batteriespeicheranlage vor.

  • Richard Müller

    Da ist die australische Regierung aber sehr optimistisch mit Ihren Preisvorstellungen…:)

    • PV-Berlin

      Und das dumme Gaskraftwerk extrem teuer! Nicht mal ein Siemens GuD kostet mehr als 1 $ je KW ergo < 250 Mill. $ für 250 MW. Und ein GuD macht eigentlich keinen Sinn, da viel zu teuer, wenn man es nur als Reserve nutzen möchte. Da sollte man lieber einfache Gas Turbinen nutzen, deren WG zwar nicht zu gut ist, aber als Reserve deutlich effizienter.

      *GuD haben nur einen hohen WG, wenn sie optimal in Vollast durchlaufen und rechnen sich erst, ab ca. 4.500 VLh p.A. (Zahlen und Werte von e-on in D.)

      • Arno Kurtenacker

        Theoretisch könnten nach meiner Meinung sogar ein paar Flugzeugturbinen als Reservekapazität reichen. Ist vielleicht kein Effizienzwunder, aber billig und flexibel skalierbar.

  • cleeee

    Ein Gaskraftwerk? Ernsthaft…
    Die hätten zu dem Batteriespeicher lieber eine fette Solaranlage bauen sollen. Einen Batteriespeicher mit einem Gaskraftwerk zu speisen ist das Gegenteil von umweltfreundlich. Genug Sonne haben sie doch.

    • Arno Kurtenacker

      So schlecht ist die Lösung nicht unbedingt. Wenn das Gaskraftwerk nur als Reservekapazität geplant ist, dann wäre das nach aktuellem Stand der Technik eine akzeptable Lösung. Bei kleineren Schwankungen kann dann die Batterie übernehmen und wenn’s dann wirklich mal eng wird, ist ein Gaskraftwerk schnell hochgefahren, ohne dass es die ganze Zeit mit 15 bis 20 Prozent Kapazität laufen muss wie ein Kohlekraftwerk.

      Dabei geht es übrigens nicht einmal unbedingt um die Strommenge, sondern um die Stabilisierung der Netzfrequenz.

      • cleeee

        Es ist schlecht. Schlecht investiertes Geld für ein Kraftwerk, welches nicht rentabel werden kann im Gegensatz zu Solarkraftwerken.

  • Luganorenz

    Mei, die Ausis! Sonne ohne Ende, geringe Bevölkerungsdichte und dabei höchsten Pro-Kopf-CO2-Ausstoß weltweit. Zum Glück sind es nicht so viele.
    Könnte der erste CO2-neutrale Kontinent werden, aber nee! Gaskraftwerk! Unfassbar.
    Die Fossilen-Lobby lässt grüßen!

  • snooper77

    Ein Gaskraftwerk hat keine „Kapazität von 250 MWh“, sondern von 250 MW.

    • PV-Berlin

      Also dann bitte richtig richtig! 250 MW (p) Leistung.
      Ein Kondensator hat eine Kapazität!