Tesla Grohmann Automation trennt sich von allen Kunden, Produktion nur noch für Tesla

Wir hatten kürzlich darüber berichtet, dass die Belegschaft von Tesla Grohmann Automation sich über eine untertarifliche Bezahlung beschwert hat. Zusätzlich dazu ist auch der Gründer und bisherige Chef des Unternehmens, Klaus Grohmann, überraschend ausgeschieden. Den deutschen Maschinenbauer Grohmann Engineering kaufte Tesla erst Ende letzten Jahres.

Nun werden immer mehr Informationen bekannt, wie sich das Unternehmen zukünftig orientieren möchte. Wie der Südwestrundfunk berichtet, wird das Unternehmen aus Prüm nunmehr ausschließlich für Tesla produzieren. Kurzerhand trennte man sich von allen bisherigen Kunden, darunter Fahrzeughersteller wie BMW, Mercedes, Volvo, aber auch Automobilzulieferer Bosch. Bestehende Aufträge wurden entweder abgebrochen oder zurückgegeben, heißt es.

Grund für diese Richtungsänderung ist das kommende Mittelklassefahrzeug Model 3. Tesla braucht offenbar selbst die volle Kapazität des Werks in der Eifel. Die Mitarbeiter sehen diese Neuausrichtung mit gemischten Gefühlen entgegen. Die Stimmung schwanke „zwischen großer Sorge um den Arbeitsplatz und Aufbruchstimmung“, schreibt der SWR.

Möglicherweise ist auch das der Grund, wieso Gründer Klaus Grohmann das Unternehmen dann doch verlassen hat, obwohl es zunächst hieß, dass er weiterhin die Leitung übernimmt. Grohmann soll immer das Ziel verfolgt haben, möglichst breit aufgestellt zu sein, um Ausfälle einzelner Kunden durch andere ausgleichen zu können. Nun ist man jedoch ausschließlich von Tesla abhängig.

Der Betriebsrat von Tesla Grohmann Automation sieht jedoch auch eine Chance, aus dem Unternehmen eine „Edelschmiede“ zu machen. Durch Investitionen und mehr Zeit könnten zukünftig Bauteile für die Elektroautos in Prüm entwickelt werden. Dafür sind jedoch auch Ingenieure nötig, die Tesla offenbar demnächst mit sogenannten „Job Recruiter“ suchen will.

Für die Mitarbeiter ist weiterhin der niedrige Verdienst ein wichtiges Thema. Sie fordern einen Tarifvertrag und mehr Geld. Wie es heißt, verdiene ein Facharbeiter bei Grohmann bei einer 40-Stunden-Woche bis zu 3.000 Euro brutto im Monat. Ein Facharbeiter bei Volvo verdient bei einer 35-Stunden-Woche jedoch bis zu 3.400 Euro brutto im Monat, argumentiert die Gewerkschaft IG Metall. Tesla hat kürzlich 150 Euro im Monat mehr angeboten, doch das reicht laut Gewerkschaft nicht.