Tesla-Mitarbeiter klagen erneut über Arbeitsbedingungen

Wir hatten bereits im Februar darüber berichtet, dass ein Tesla-Mitarbeiter sich öffentlich über die Arbeitsbedingungen in der Produktionsstätte in Fremont beklagt hat, da es zu viele Überstunden, einen zu geringen Lohn und schlechte ergonomische Ausstattung geben soll. Tesla-CEO Elon Musk hatte die Fälle dann selbst untersucht und sprach im Anschluss von „fairen“ Bedingungen.

Nun hatte Tesla Ende letzter Woche auf dem firmeneigenen Blog einen Artikel veröffentlicht, der noch einmal die Bedeutung der Arbeitssicherheit betont. Damit wollte Tesla der Presse zuvorkommen, da man aufgrund zahlreicher eingehender Anfragen erwartete, dass demnächst negative Berichte über die Arbeitssicherheit bei Tesla veröffentlicht werden. Tesla glaubt an eine Hetzkampagne von der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW).

Mitarbeiter klagen über schlechte Arbeitsbedingungen

Wie erwartet, hat der Guardian einen Artikel veröffentlicht, der die schlechten Arbeitsbedingungen bei Tesla anprangert. Es äußern sich einige Mitarbeiter, die sich über Überstunden, hohem Druck und zahlreiche Unfällen beklagen. Ein Produktionsmitarbeiter beschreibt die Situation äußerst drastisch:

Ich habe Menschen gesehen, die ohnmächtig wurden, wie Pfannkuchen auf den Boden gefallen sind und sich ihr Gesicht aufgeschlagen haben. Sie haben uns einfach an ihm vorbei arbeiten lassen, während er weiter auf dem Boden lag.

Laut dem Guardian sollen mehrere Mitarbeiter ähnliche Ohnmachtsanfälle miterlebt haben. Einer berichtet davon, wie sein Kollege immer weitergearbeitet habe, bis er vor Erschöpfung auf dem Boden zusammenbrach. Seit 2014 soll es laut einem internen Bericht mehr als 100 Vorfälle von Kreislaufproblemen, Anfällen oder Atemschwierigkeiten gegeben haben, wofür ein Krankenwagen gerufen werden musste. Hunderte weitere Einsätze soll es wegen Verletzungen und anderer gesundheitlicher Probleme gegeben haben.

Musk: Mitarbeiter hatten eine schwere Zeit

Darauf angesprochen, erklärte Musk in einem Telefoninterview, dass die mittlerweile über 10.000 Mitarbeiter in Fremont zunächst eine schwere Zeit gehabt haben, in der sie viele Überstunden leisteten und schwere Jobs zu erfüllen hatten. Da man sich jedoch um die Gesundheit seiner Mitarbeiter sorge, hat man die Arbeitsbedingungen mittlerweile signifikant verbessert.

Die sogenannte TRIR (Total Recordable Injury Rate), also die Unfallrate bezogen auf eine Million Arbeitsstunden (häufig jedoch auch auf 200.000 Arbeitsstunden bezogen), lag bei Tesla im 1. Quartal 2017 bei 4,6 und damit 32 Prozent besser als der Industriestandard von 6,7. Ziel sei es, möglichst kaum Arbeitsunfälle zu haben, da gar keine Unfälle unmöglich sei.

Musk sagte, dass man Tesla nicht mit GM vergleichen sollte, da man gerade einmal 1% von deren Produktionsmenge produziert. Deshalb hält er auch den aktuellen Aktienkurs für höher als berechtigt. Bei Tesla ginge es laut Musk eher darum zu überleben und die Jobs zu erhalten:

Wir sind ein geldverbrennendes Unternehmen. Das ist nicht so eine Situation, in der wir die gierigen Kapitalisten sind, die bei der Sicherheit knausern wollen, um mehr Profit zu machen. Es ist stattdessen die Frage, wie viel Geld wir verlieren, und wie wir überleben. Wie gehen wir nicht unter und führen dazu, dass jeder seinen Job verliert?

Andere Mitarbeiter erklärten, dass sie Verletzungen nicht melden, da man ansonsten „leichte Arbeit“ verrichten müsse, die weniger gut bezahlt sei. Ein Mitarbeiter aus der Produktion sei so von einem Stundenlohn von 22 US-Dollar auf 10 US-Dollar herabgestuft worden, da er sich während der Arbeit bereits zweimal am Rücken verletzte und seither „leichtere Arbeit“ verrichtet.

Laut Tesla ist dieses Vorgehen jedoch gesetzeskonform und üblich, außerdem können verletzte Mitarbeiter auch andere, modifizierte Arbeit bei gleichem Stundenlohn verrichten. Die Mitarbeiter fühlen sich jedoch durch diese Regelung dazu gedrängt, Arbeitsunfälle und Verletzungen nicht zu melden, sagte einer der Mitarbeiter dem Guardian.

Trotz der zahlreichen Kritik meldeten sich auch Mitarbeiter, die mit ihrem Job zufrieden sind. „Ich bekomme Sachbezüge, ich bekomme Aktien, ich bekomme Fehlzeiten bezahlt“, sagte ein Mitarbeiter, der seit einem Jahr im Unternehmen arbeitet. „Ich genieße meine Arbeit durchaus und fühle mich fair behandelt.“

  • Kyle Seven

    Die sollten mal eine Umfrage bei Bankern machen, die fühlen sich alle vera….t mit ganz wenigen Ausnahmen

    • Thomas Viet

      Umgekehrt fühlen sich viele von den Bankern vera…t. Da wurde in der Vergangenheit auch schonmal einer 95-jährigen Oma ein 20-Jahres-Sparplan verkauft.
      Auch nicht gerade nett.

      • Nelkenduft / AHF

        Nicht alle Banken sind im Retailgeschäft mit betrügerischem Vertrieb unterwegs, insofern kannst du das nicht pauschal so sagen. Und Kyle hat recht, die meisten Banker würden auch jammern, obwohl es ihnen tausend Mal besser geht als allen Arbeitern in der Produktion. Insofern machen solche Artikel nur Sinn, wenn objektiv innerhalb der Branche verschiedene Unternehmen berücksichtigt werden.

  • McGybrush

    Bin ja auch schon zwanzig Jahre im Berufsleben. Meine Ansicht. Der Arbeitgeber kann nichts richtig machen. Es wird gepöbelt „sollen se sich in den A… schieben“ wenn es Urlaubsgeld gibt was weniger als im Vorjahr war. Ich nehm es gerne ist dann meine Antwort. Je Chilliger es auf Arbeit ist (weil grad nix zu tun ist) um so eher wird rumgemeckert wenn man doch noch mal Arbeit rein kommt die etwa 1h dauert obwohl man sowieso noch 2h Arbeitszeit hat. Hab auch mal gefragt… „Was müsste unser Chef zahlen oder machen damit Ihr für ein halbes Jahr nicht meckern würdet?“. Hab das mehrmals mehreren Leuten mal gefragt wenn immer Aufstand war. Ich hab bis heute keine Antwort erhalten.

    Jetzt kann es bei Tesla wirklich schlimm zu gehen. Oder man ist verwöhnt. Eins von beiden wird es sein. Ein früherer Chef der auch eher wenig Lohn gezahlt hat, hat immer gesagt… „Ich halte hier niemanden fest, wir sind ein freies Land. Jeder darf gehen wenn er will.“

  • Heinz Wagner

    Ganz ehrlich, ich würde lieber bei Tesla mit Mindestlohn bis zur Ohnmächtigkeit arbeiten, als bei VW nur eine Schraube in deren „Fahrzeuge“ einzudrehen.

    • Nelkenduft / AHF

      Vor allem rettest du sehr viele Menschenleben, wenn du an einem Elektroauto arbeitest statt an einem lärmenden, erdölbetriebenen Giftgasmobil!

  • Luganorenz

    Ach Göttchen… beim pösen Elon fallen die Arbeiter um…
    Das klingt doch allzusehr nach Rufmordkampagne.
    Das erinnert mich an die Mitarbeiter aus dem Apple-Store die sich im Weihnachtsgeschäft über die Arbeitsbedingungen beschwert hatten.
    Alleine die Verbreitung dieser Neuigkeit, bei Spiegel-Online stand es heute auch, stinkt doch sehr nach Lobbyismus.
    Nicht, dass es Fake-News wären, aber ohne Vergleichszahlen aus der Branche sind die vorgelegten Tatsachen wertlos.

    • Longcheck

      In div. Portalen ergötzen sich die Basher nun, war ja zu erwarten. Echte Missstände gehören selbstverständlich „bekämpft“ und abgestellt. Aber was im Guardian geschrieben wurde, klingt schon lanciert…

      Gut analysiert finde ich diesen Kommentar:
      „Eine Platzwunde im Gesicht nach einem Sturz oder eine Platzwunde nach
      einem Betriebsunfall ist was anderes als „Gesichter aufplatzen“ oder
      „mit aufgeplatzten Gesichtern“..
      Betriebsunfälle sind schlimm genug
      und überall Realität – da braucht man nur die Stats der Berufsgenossenschaften checken – und Arbeiter und Angestellte sind
      gefälligst anständig zu behandeln. Das ist aber keine Rechtfertigung für Nonsens – Übersetzungen“

      • ThomasJ

        Man ist halt mitten in der Phase von „..dann bekämpfen sie dich …“.
        Ironie on
        Da hilft halt der Medienvertreter seinem Besitzer der auch VR-Mitglied eines Ölkonzern und gut befreundet mit dem CEO eines Autokonzern ist, die mal ab und zu Skat spielen und finden, „Franz, da sollten wir etwas aufräumen“. Der eine schickt Genz, der andere den Praktikanten und der dritte bezahlt.
        Ironie off
        bald kommt die nächste Phase: “ … und dann gewinnst du.“

        • Longcheck

          Jepp, nur in einem Aspekt bin ich anderer Auffasssung:
          Skat wird ersetzt durch Golf… :-()

    • Wenger Alfred

      Mit der Rufmordkampagne gebe ich dir zu 100% Recht!!! Ich weiß z.B. das sich bei Audi inzwischen kein Mitarbeiter mehr krank melden traut aus Angst um seinen Arbeitsplatz!!! Dies würde mir auch schon von einigen Mitarbeitern bestätigt da ich in IN arbeite! (nicht bei Audi!) Die Missstände sind also in anderen Werken mindestens genauso, wenn nicht schlimmer!!! Tesla ist jetzt nun mal eindeutig in der Phase des ‚bekämpft‘ wedens!!!

    • ThomasJ

      Wenn man nicht die Zeilen sondern die Bilder liest, sieht man einen ungepflegten, leicht
      grimmigen Musk, zwei stoische Kerle (der eine mit zwei Bandscheibenvorfällen an seiner Halswirbelsäule!) die das Bild der stolzen, aber unterdrückten Arbeiter in Person sind, sowie ein älterer Herr, bei dem ich auch aus Mitleid helfen möchte.

      Nichts gegen diese 3 Männer, die machen sicher einen guten Job! Wurden aber (vermutlich) von dieser jungen, wie eine Praktikantin aussehenden Technologiereporterin (ist Arbeitsrecht und Sozialgerechtigkeit deren Kernkompetenz, nicht eher Schrauben und Nieten?) missbräuchlich so ins Bild gesetzt. Wenn dem so wäre, wäre das Geschrieben wohl in gleicher Qualität. Und wenn dem so wäre, hätte hier die vierte Macht und die, die sich in copy paste daran hängen, so richtig wieder einmal einen „bull shit“ Job gemacht.

      Dabei hat die Praktikantin nur eine Story gewittert, etwas ausgeschmückt so mit dem entsprechenden Aufsehen ihrer Karriere auf die Sprünge geholfen…. .

      Meine Theorie.

    • Nelkenduft / AHF

      Vor allem ist es absurd über die Arbeitsbedingungen bei Tesla zu schreiben, während man nicht über die viel schlimmeren Bedingungen bei den Herstellern tödlicher Abgasmobile schreibt. Von den vielen tausend Toten durch Abgase wird erst recht nichts geschrieben.
      Da sieht man, dass wir doch in einem Staat leben, wo die Quartalsgewinne weit über Menschenleben stehen und wir gar kein Recht haben Syrien, China oder Rußland zu kritisieren.

  • Fritz!

    „Ich habe Menschen gesehen, die ohnmächtig wurden, wie Pfannkuchen auf
    den Boden gefallen sind und sich ihr Gesicht aufgeschlagen haben. Sie
    haben uns einfach an ihm vorbei arbeiten lassen, während er weiter auf
    dem Boden lag.“

    Bei dieser Aussage bezüglich eines Vorgesetzten muß auch die Lage in den USA berücksichtigt werden. Ich gehe mal stark davon aus, daß Hilfe bereits gerufen wurde und in den USA ist Hilfe bei Verletzungen/Unfällen immer etwas kritisch zu betrachten, da die Chance, daß Dich das Unfallopfer verklagt, doch eher hoch als niedrig ist. Sobald Du nur den kleinsten Fehler machst, verklagt das Unfallopfer Dich auf ca. 42 Millionen Dollar.

    Also sind solche Aussagen ohne weiteren Kontext mit sehr viel Vorsicht zu geniesen…

    Sollte der Vorgesetzte dies jedoch gesagt haben, ohne bereits Hilfe gerufen zu haben, dann gehört er verklagt und rausgeschmissen.

    • Pamela

      Hallo Fritz!
      Im Text steht „Ein Produktionsmitarbeiter beschreibt die Situation äußerst drastisch:“

      Aber egal ob Mitarbeiter oder Vorgesetzter, ich würde den Herrn mal fragen, wann er seine Menschlichkeit aufgegeben hat. Als ob man nicht helfen darf, wenn ein Mensch umfällt.
      Und wenn man sich nur daneben setzt, ihn streichelt und gut zuredet, wenn man Angst hat etwas falsch zu machen.
      Durchaus möglich, dass in der Arbeitssicherheit und -belastung noch einiges zu verbessern ist, Zuständige mit Erste-Hilfe-Quali wären auch eine Hilfe, aber das hier glaube ich nicht. Ich kann das nur als Fake nehmen.

      • Longcheck

        Jepp, Danke
        gut erkannt Pamela!

    • McGybrush

      Wenn ich mir den Satz so Wörtlich durch den Kopf gehen lasse dann komme ich zu dem Schluss das er entweder sehr sehr sehr viele Menschen zu gleichen Zeit sieht, Lotto spielen sollte da er immer zu einem Zeitpunkt an einem Ort war wo zufällig grad jemand kollabiert ist oder so viele Leute umgefallen sind das statistisch jeder jeden dabei schon mal beobachtet haben müsste wie jeweils der andere einmal zusammengebrochen ist. Entweder ist hier die Formulierung falsch wiedergegeben, es wurde gelogen oder es ist schlichtweg komplett erfunden.

  • Daniel Kuntzsch

    Die Sache hat immer zwei Seiten.
    Die Arbeitgebersicht: Es gibt verdammt viele die sich hinter ihren Kollegen verstecken und darauf aufpassen, dass sie sich nicht überarbeiten. Es gibt die anderen die sich in die Arbeit reinhängen und das Unternehmen vorwärts bringen wollen. Diese Mitarbeiter sind bereit auch mehr zu leisten als der Durchschnitt. Auf diese muss man als Arbeitgeber aufpassen. Diese Menschen betreiben teilweise Raubbau an sich selbst. Mann kann diese aber Fördern und bekommt somit viel zurück. Gewinn für beide.
    Die Arbeitnehmersicht ist dreigeteilt:
    1. Ich schwimme mit, verhalte mich unauffällig und passé auf, dass ich nur beim Essen in der Kantine zum schwitzen komme.
    2. Ich bringe meine Leistung nach Vertrag. Bin bereit Überstunden zu leisten. Möchte diese aber bezahlt haben. Und zwar überdurchschnittlich. Ich habe schließlich nichts zu verschenken.
    3. Ich hänge mich rein. Ich will vorwärts kommen und ich möchte Karriere machen. Die anderen sind mir egal. Ich bin gern der mit den meisten Überstunden. Der Chef wird auf mich aufmerksam werden.

    Somit tut ein Interessenausgleich jedem Unternehmen gut. Voraussetzung die Arbeitnehmervertretung besteht nicht nur aus Typ 1 Mitarbeitern sondern aus einer repräsentativen Verteilung. Sonst wird es schwierig für alle.

  • PV-Berlin

    Zu den Arbeitsbedingungen möchte ich lieber nix sagen, — ach doch, jeder normale Kfz Mechaniker würde lachen über die Belastungen am Band und kann nur vor Neid blas werden, was den Lohn betrifft. Etwas mehr ‚Prügel‘ und mal wahllose Kündigungen sind heilsame Mittel, hab ich mir sagen lassen. *fg

    Was mich persönlich sehr irritiert sind die Äußerungen von E.M.

    „Wir sind ein geldverbrennendes Unternehmen…… “

    Nicht besonders kluge Äußerungen , auch wenn der Zweck die Mittel heiligt. Aber ich muss auch nicht alles verstehen, was er so macht.

    • ThomasJ

      „Etwas mehr ‚Prügel‘ und mal wahllose Kündigungen sind heilsame Mittel, hab ich mir sagen lassen.“
      Haben Sie auch so wenig Ahnung von Personalführung wie der, der so etwas sagt? Da gäbe es noch einiges Zwischen >Wohlfühl< und dieser Willkür, die höchsten Angst und Fronten produziert.
      PS: Ich habe schon verstanden, wie Sie "Prügel" meinen, aber "wahllos" ist echt schräg.
      Also "lieber nix sagen" wäre keine schlechte Wahl gewesen.

  • Longcheck

    Bezüglich der finanziellen Äußerungen hier einmal der Fokus auf einen der großen institutionellen Investoren Teslas gerichtet. Der Deutschland-Chef ist übrigens der politische „Erzfeind“ von Angie, Friedrich Merz.

    Der Finanzgigant Blackrock ist beteiligt auch an vielen DAX-Größen, u. a. Daimler
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/…riesen-a-1052320.html

    ist seit kurzem der fünftgrößte institutionelle Investor bei Tesla:
    ständig auf dem neuesten Stand gehaltene Info der Nasdaq.
    Hier noch einmal der Link:
    http://www.nasdaq.com/de/symbol/tsla/ownership-summary

    – alles klar?…

  • ThomasJ

    So schlecht kann Tesla als Arbeitgeber wohl gar nicht sein.
    Platz 6 der Top 50, nach Uber und vor Apple:
    LinkedIn Top Companies 2017: Where the world wants to work now
    https://www.linkedin.com/pulse/linkedin-top-companies-2017-where-us-wants-work-now-daniel-roth?published=t

    • Melone

      Interessant, dass Uber nach all den Schlagzeilen in den letzten Monaten trotzdem auf Platz 5 ist. Diese Rankings der beliebtesten Arbeitgeber sind immer mit Vorsicht zu genießen, sie taugen mehr als Spiegel des Images eines Unternehmens nach außen hin als dessen innere Werte zu beleuchten. Auf der Seite findet sich auch gleich ein interessanter und passender Artikel dazu: https://www.linkedin.com/pulse/uber-terrible-place-work-why-does-everyone-want-caroline-fairchild?published=t
      Übertragbar wohl auf zahlreiche weitere Unternehmen in dieser Liste.
      Teils sind bei Bewerbern beliebte Arbeitgeber auch gute Arbeitgeber, aber oft genug ist da auch mehr Schein als Sein. Ich bezweifle sogar, dass es da eine nennenswerte Korrelation gibt (und stelle damit auch ein Stück weit den Sinn solcher Rankings infrage).
      Was heißt das auf Tesla übertragen? Ob Tesla ein guter Arbeitgeber ist oder nicht, geht aus dieser Liste nicht wirklich hervor. Solange es kaum Berichte von Mitarbeitern gibt bzw. man bei jedem Bericht davon ausgehen muss, dass er entweder geschönt oder Teil einer Antikampagne ist, bleibt das alles Spekulation. Und deswegen ist es auch müßig, hier im Forum, wo m.W. kein Teslamitarbeiter nennenswert aktiv ist, darüber zu diskutieren, weil sich doch jeder die Nachrichten passend zurechtdrehen wird. Es ist weder neu, dass Tesla Kritiker ziemlich scharf attackiert und als Verschwörer ankreidet, noch, dass gewisse Personen und Gesellschaften ein Interesse an negativen Berichten haben. Und deshalb erinnere ich noch einmal daran: Die Welt ist nicht bloß schwarz und weiß, ganz besonders nicht in diesem Fall. 😉

  • Longcheck

    Und so sieht es bei den anderen Auto-Herstellern aus – wohl leider wegen der allseits bekannten Verfehlungen der Beginn einer gewaltigen Erosion. Bekanntlich folgen Trends der USA auch die Entwicklungen hier.

    Wo macht es also mehr Sinn zu arbeiten?..
    Seite 2 dieses SZ-Artikels von gestern bezieht sich auch besonders auf Tesla:
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/us-autokonzerne-im-rueckwaertsgang-1.3516426