Tesla Model 3 könnte eine ähnliche Leistung wie das Model S bieten

Zurzeit wissen wir noch nicht sehr viel über die technischen Details des Tesla Model 3. Zwar ist bisher bekannt, dass der Mittelklassewagen den Spurt von 0-60 mph (97 km/h) in unter sechs Sekunden bewältigen soll, doch wird es sich dabei nicht um die Top-Version des Fahrzeugs handeln. Welche Leistungen jedoch möglich sein könnten, verrät ein neuer Bericht des Branchendienstes Electrek.

Wie es heißt, will man exklusive Informationen über den Wechselrichter (Inverter) erhalten haben, der im Model 3 eingebaut und wie beim Model S dafür zuständig ist, den Gleichstrom (DC) aus dem Batteriepaket in Wechselstrom (AC) für den Motor umzuwandeln. Die Nennleistung des Wechselrichters stellt die maximale Leistung dar, die der Batterie entnommen und dem Motor hinzugefügt werden kann, während die Effizienz des Wechselrichters den Energieverbrauch beeinflusst.

Laut dem Bericht soll eine nicht näher genannte Quelle bestätigt haben, dass dieselben Personen, die für den Wechselrichter im Model S mit Doppelmotor verantwortlich waren, auch den Wechselrichter des Model 3 entwickelt haben. Dieses Mal jedoch, haben sie das System von Grund auf neue entwickelt, inklusive der Halbleiter-Struktur.

Die neu entwickelte Wechselrichter-Architektur im Model 3 soll eine Kapazität von „über 300kW“ aufweisen, vergleichbar mit der des Model S. Letzteres ist jedoch ein deutlich größeres und schwereres Fahrzeug. Das lässt vermuten, dass das Model 3 die Leistung des Model S sogar übertreffen könnte und womöglich ähnliche Leistungskennzahlen liefert wie ein Supersportwagen.

Das neue System ist nicht nur Leistungsstark, sondern auch für die Massenproduktion entwickelt. Demnach seien circa 25 Prozent weniger an einzigartige Bauteile verbaut. Außerdem soll es Tesla gelungen sein, sowohl die volumetrische als auch die gravimetrische Energiedichte signifikant zu erhöhen. Dabei sollen die Kosten für den Wechselrichter sogar unter denen von dem aktuell im Model S mit Doppelmotor eingebauten Wechselrichter liegen.

Die genannten Spezifikationen sind derzeit von offizieller Seite nicht bestätigt und sollten demnach mit Vorsicht genossen werden.

  • Thomas Krüger

    Da hat sich glaube ein kleiner Fehler eingeschlichen 😉

    „dass das Model S die Leistung des Model S“

    • TK

      Danke, ist korrigiert.

  • broeselmeier

    „Die Leistung des Wechselrichters kann die Motorleistung beeinträchtigen“

    Das ist doch wohl ein Übersetzungsfehler. Oder?

    Die Nennleistung des Wechselrichters stellt die maximale Leistung dar, die der Batterie entnommen und dem Motor zur Verfügung gestellt werden kann.

    Normalerweise würde ich erwarten, dass für Elektro-Autos die am Ende abrufbare Systemleistung angegeben wird. Eine separate Betrachtung der Nennleistung des Elektromotors macht doch keinen Sinn.

    Bei Verbrennern spekuliert der Normaluser doch auch nicht über das maximale Drehmoment, das das Getriebe aushält oder ob die Einspritzanlage evtl. die Leistung des Motors beeinträchtigen könnte.

    • TK

      Vielen Dank für den Hinweis, ich habe es nun in Anlehnung an ihrem Kommentar verständlicher ausgedrückt.

      Die am Ende abrufbare Systemleistung ist in diesem Fall ja nicht bekannt.

      • broeselmeier

        Habe mir dann doch mal den Originalartikel durchgelesen.

        Da steht:

        Anders als bisher, soll der WR für das M3 von Grund auf neu entwickelt werden.
        Alle bisherigen WR, beginnend vom Roadster, wurden vergleichsweise nur wenig gändert.

        Der neue WR soll, vergleichbar dem WR für den Heckmotor im S/X, eine Leistung von mehr als 300KW liefern können. Die Anzahl an Einzelbauteilen soll um 25 Prozent verringert werden. Der Wirkungsgrad soll gesteigert werden. Volumen, Gewicht und Preis pro KW sollen sinken.

        Fazit: Tesla kündigt eine neue WR-Generation an, die aus finanziellen Gründen wahrscheinlich in allen Fahrzeugen verwendet wird. Es würde mich nicht wundern, wenn man die neue WR-Generation zuerst im S oder X sieht.

        Für das M3 kann man daraus fast gar nichts ableiten, außer dass es tendentiell etwas weniger Energie pro Km verbrauchen wird, wenn ein effizienterer WR verbaut ist.

        • TK

          Es wird ja auch nur gesagt, dass es damit theoretisch möglich wäre, ähnliche oder gar bessere Leistungen im M3 zu ermöglichen. Unter anderem wegen dem genannten niedrigeren Gewicht und der geringeren Größe des Fahrzeugs.

  • Alfred Zastrow

    Kleiner Übersetzungsfehler:

    „The system is also geared toward manufacturing with ~25% fewer unique parts…“

    Nicht „25 Prozent…nicht einzigartige Bauteile“, sondern „25 Prozent…weniger einzigartige Bauteile“.

    Gruß
    Alfred

  • TK

    Ja, sie haben recht. Danke für den Hinweis.

  • Angelo

    Das habe ich mir schon im September gedacht, dass das Model 3 bei gleiche Bauteilen schneller sein KÖNNTE wie das Model S da leichter kleiner und auch windschnittiger wie Teslamag ja einmal berichtet hat. Ich habe aber die Befürchtung, dass sie das Model 3 nicht so gut machen da sonst keiner mehr einen Anreiz für das Model S hätte was natürlich extrem schade wäre denn theoretisch kann das Model 3 mehr Power haben wie das Model S :/

    • broeselmeier

      Ein 5-sitziges Auto zum angekündigten Preis kann nicht schneller sein als ein Tesla S, wenn man mal ein wenig seinen Verstand einschaltet. Oder denkt tatsächlich jemand, dass man für den Preis alle am Vortrieb beteiligten Komponenten so auslegt, dass die Fahrleistungen eines S erreicht oder überschritten werden.

      Man darf sicher erwarten, dass der Verbrauch des S unterschritten wird und dadurch bei gleichen Batteriegrößen mehr Km möglich sind. Das war es aber auch schon.

      Diese Artikel dürfte eigentlich auch nur heißen: „Tesla arbeitet an neuer WR-Generation“. Ich sehe überhaupt keinen Anhaltspunkt, daraus auf irgendwelche Fahrleistungen des M3 zu schließen.

      • Tesla-Fan

        Es gibt doch einen (weichen) Anhaltspunkt:
        „At Tesla, we don’t make slow cars…“ Elon Musk bei der Model 3 Präsentation.
        https://player.vimeo.com/video/161138986 ab 10:14

        (Apropos Verstand einschalten – ein BMW M3 ist auch schneller als ein High-End-Siebener 😉 )

    • Alfred Zastrow

      Ja, das vermute ich ebenfalls. Da wird etwas Abstand bleiben müssen, so wie zwischen Boxter und 911.

  • fränki1

    Also ich kann dieser ganzen Beschleunigungshype wenig abgewinnen.
    Mein derzeitiger Hybrid ist in 5,8 sec auf 100 km/h, also etwa das, was in der Grundversion versprochen wird.
    In der Stadt bei 50km/h erreicht man das in unter 3 sek.
    Dazu muss ich aber in der ersten Reihe stehen, die Apel im Auge haben, die Räumung der Kreuzung und die Fußgänger beobachten. Eventuell auch noch Fahrradfahrer, die bei dunkelgelb es noch eilig haben und das ganze, um an der nächsten Kreuzung zu warten.
    Beim Überholen auf der Landstraße ist es ähnlich, also wozu?
    Beim autonomen Fahren gibt es solche Dinge eh nicht mehr.
    Technisch ist übrigens der Wechselrichter das geringste Problem dabei.
    Wenn ich höhere Leistungen brauche, muss ich vor allem mechanische Teile (Antriebe, Fahrwerk usw. ) verstärken.
    Das gleiche gilt für die DU ( siehe Lagerprobleme).
    Es werden größere Kabelquerschnitte gebraucht und die Akkuzellen stärker belastet.
    (Geringere Zyklenfestigkeit) um mal einige Punkte zu nennen.
    Für die Wechselrichter gibt es auch wirklich wichtigere Entwicklungsaufgaben, wie
    höhere Integration im Signalbereich (bringt höhere Zuverlässigkeit, spart Energie und Platz, damit auch Material und Geld), besseres EMV Verhalten, höherer Wirkungsgrad usw.
    Das wichtigste ist und bleibt beim EV derzeit der Akku. Bei ihm liegt der Schlüssel zum Erfolg !

  • Dr.M.

    Die geplanten „unter sechs Sekunden“ für das Model 3 in der Basisversion reichen mir völlig aus – im Alltag ist für mich die Reichweite viel wichtiger.

  • Thomas Brill

    Als Wochenendpendler mit 310km Distanz warte ich schon einige Jahre auf ein E-Auto das 1. Bezahlbar ist und 2. diese Reichweite problemlos bewältigt.
    Auf der Autobahn fahre ich generell nur 100-120 km/h. Beim Überholen auch mal etwas mehr. Ich brauche eigentlich kein E-Auto das über 200 km/h fährt oder unter 6 Sekunden die 100 Marke erreicht. Wichtiger wäre die Reichweite und das bei umgeklappter Rücksitzbank auch mal das Fahrrad reinpasst.
    Was ich bei E-Autos generell vermisse sind Fotovoltaik Module. Gerade wenn das Auto in der Sonne Parkt könnte über die Module eine Lüftung versorgt werden die das innere kühlt.

  • Hemmetter Karl

    Den letzten Komentaren kann ich mich nur anschließen.
    Ich fahre als Handwerker seit einigen Jahren ein E- Fahrzeug und dies meist im Eco-Modus mit ca. 25 kW obwohl ich in einer hügeligen Region (Altmühltal) tätig bin. Wie bei Handwerkern so üblich ist da immer viel Material nd Werkzeug an Bord.
    Die Leistung ist da nie das Problem. Ich begrüße deshalb ein Fahrzeug mit dem ich lieber einige km weiter komme ohne von 0 auf 100 in 5 oder 6 sec komme.