USA: Tesla Model S dominierte im letzten Jahr mit Abstand in der Oberklasse

Tesla Motors hat vor wenigen Tagen den Quartalsbericht für das letzte Quartal des Jahres 2015 veröffentlicht. In diesem ist zu lesen, wie das Model S in den Vereinigten Staaten im Segment der Oberklasse den Markt mit Abstand dominierte. Lediglich die Mercedes-Benz S-Klasse war konkurrenzfähig. Schaut man sich zudem die Veränderungen bei der Zulassung an, hatte im Jahresvergleich zwischen 2014 und 2015 jeder andere Autobauer eine negative Entwicklung zu vermelden, während Tesla Motors den Absatz um über 50 Prozent steigern konnte.

Das Tesla Model S wurde im vergangenen Jahr insgesamt 16.689 Mal zugelassen. In 2015 gab es 25.202 Zulassungen des Model S in den Vereinigten Staaten. Die Steigerung des Absatzes beträgt genau 51,01 Prozent. Alle anderen Hersteller, darunter Mercedes-Benz, BMW, Audi und Porsche, mussten Einbußen zwischen -4,64 Prozent und -16,59 Prozent einfahren.

Wie es schon im Quartalsbericht hieß, verzeichnete das Tesla Model S in der Schweiz einen größeren Absatz als die Mercedes-Benz S-Klasse, der BMW 7er, der Porsche Panamera und der Audi A8 zusammen. Zusätzlich wurden auch mehr Model S als Mercedes E-Klassen abgesetzt.

Auch in Deutschland konnte man einen Triumph feiern. So hatte das Tesla Model S im vergangenen Quartal mehr Abnehmer als der Porsche Panamera gefunden. Europaweit wurde das Model S in 2015 öfter verkauft, als der Audi A8 und A7 zusammen oder der 7er und 6er BMW zusammen.

  • Jerom

    Wieso wird das Model S eigentlich immer der Oberklasse zugeschrieben? Die Maße sind durchschnitt der Oberen Mittelklasse und von den Fahrleistungen her (bis auf P90D) kann da ein ebenfalls motorisierter A6/5er/E/XF … mithalten.

    Und dann ist da die Qualität. Tolles Auto und super Technik. Wenn ich das Geld hätte würd ich mir sofort einen kaufen. Aber die Verarbeitungsqualität geht einfach gar nich. Ich hatte das Erlebnis vor 2 Wochen ein Model S porbezufahren (Tesla Store Amsterdam). Man darf beim Kofferraum, der Motorhaube und den hinteren Türen aber nicht genau hinschauen bei den Spaltmaßen. Der Fahrersitz bewegt sich nicht sauber in der Schiene (oder Motor hört sich nicht sehr gut an zumindest) und das plastik geht teilweise auch gar nicht. Und der Lack war an bestimmten Problemstellen (Kanten im Heckbereich) auch nicht soo gleichmäßig.

    BMW hat im 3er auch mist gebaut mit der Qualität, aber was Tesla da abliefert ist einfach nicht Oberklassequalität. Und das Rechtfertigt meiner Meinung nach nicht den Oberklasseanspruch.

    • Stefan

      Nach dieser Argumentation müsste ja ein Audi A1 aufgrund der guten Spaltmaße eher in die Oberklasse als ein Model S. Ich denke es geht hier eher um den Kundenkreis, der bereit ist 100.000 € für ein Auto auszugeben und hier dann die Wahl zwischen Audi A8, Model S usw. hat.
      Der „kleinste“ A6 mit 140 kW kostet 42k€ (8,2s von 0 auf 100), das „kleinste“ Model S (5,8 s von 0 auf 100 km/h) kostet 78k€. Wobei zugegeben Musk ja selbst das Model S mit einem 5er BMW / einem Audi A6 vergleicht… aber ein Typischer Kunde eines 5er würde wohl aufgrund der höheren Kosten kein Typischer Model S Kunde sein.

      • Erik

        Bezüglich Kosten, Motorleistung, Abmessung und Gewicht passt das Model S perfekt zu Fahrzeugen wie Audi A 7/S 7, Porsche Panamera, BMW 6er Grandcoupe oder Mercedes CLS.

        Ist für mich irgendwie etwas zwischen mittlerer Oberklasse und Oberklasse angesiedelt.

    • Andi

      Also, ich weiss nicht mit welchem „Montags-Tesla“ du gefahren bist, aber bei den neuen Modellen (ab 2015) ist die Verarbeitung, bis auf einige kleine Details (die übrigens auch bei gewissen Oberklassewagen aus deutschen Landen nicht immer so top sind wie sie „verschrieen“ werden) sehr gut!
      Ich kann auf jeden Fall die angeführten Mängel bei meinem P85D überhaupt nicht bestätigen!
      Alles ist gut und teilweise auch edel verarbeitet (Alcantara, Armaturenbrett, Sitze der neuen Generation.. usw…)
      Die beiden E-Moteren sind fast unhörbar leise, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen was sich da offenbar nicht so gut anhört ??
      Alle elektrischen Teile funktionieren einwandfrei, das Brems- und Lenkverhalten ist 1a, genau so wie das wirklich gute HiFi-System!
      Ich bin auch schon andere Oberklasseautos gefahren und kann das rel. gut vergleichen…
      Was die ganze Tesla-Technik betrifft so ist diese natürlich den Top-Verbrennern wirklich weit voraus und macht enorm Spass. Die regelmäßigen Updates sind zB. 1. Sahne.
      Resumé: Dieses Modell verdient ohne zu übertreiben die Bezeichnung „Oberklasse“!

  • Kaspar Thommen

    Der Panamera wurde nur in Q4 2015 übertroffen, siehe Shareholder-Letter. Im gesamten 2015 wurden 1751 Panamera und „nur“ 1582 Model S zugelassen:

    http://ir.teslamotors.com/common/download/download.cfm?companyid=ABEA-4CW8X0&fileid=874449&filekey=945B9CF5-86DA-4C35-B03C-4892824F058D&filename=Q4_15_Tesla_Update_Letter.pdf

    P.S: Warum merkt sich Chrome meinen Namen und meine E-Mail in der Maske des Kommentar-Dialogs nicht?

    • TK

      Danke für den Hinweis, wir haben den Artikel aktualisiert.
      Wieso Ihr Browser sich die Einstellungen nicht merkt, können wir Ihnen leider nicht sagen.

  • Kaspar Thommen
  • F.G.

    1. Zeile: „Tagend“ = Tagen
    32. Zeile: „feirn“ = feiern

    • TK

      Vielen Dank für den Hinweis. Der Artikel ist nun korrigiert.

  • EV fan

    Easy

  • DaniEL

    Der Vergleich der Zulassungsmenge ist natürlich in der Oberklasse attraktiver. Ob die Qualität tatsächlich weit weg von dieser Klasse ist, kann ich nicht beurteilen, da ich bisher nie ein solches Fahrzeug gefahren bin. Allerdings hat sich Tesla selber auch schon gegen eine solche Einteilung gewehrt, und wenn der Preis als Mass gewählt wird, so muss doch die Rechnung über mind. 10 Jahre genommen werden und dann wäre die angemessene Einteilung tatsächlich eher bei der oberen Mittelklasse.
    Der Kundenkreis beim Model S ist wohl auch nicht gleich, wie bei den aufgeführten Modellen, sondern eher derjenige einer Mittelklasse.

  • PHJ

    Allerdings ist die Zunahme des Tesla S (+8600 Stück) fast gleich wie die Abnahme der anderen Oberklassewagen (-9200 Stück). Dies scheint mir doch ein klarer Hinweis zu sein, dass der typische amerikanische Teslakäufer sonst einen Oberklassewagen gekauft hätte.

  • alexander

    in der Zulassungsstatistik kann man doch sehen, von wo die Model S Käufer kommen!
    Die anderen Hersteller bluten in der Luxusklasse. Der Gesamtmarkt der Luxusklasse bleibt konstant, was bedeutet, dass das Model X wahrscheinlich nur wenige Käufer aus niederen Modellklassen in die Luxusklasse neu hineingelockt hat.

  • H. Wagner

    Oberklasse und Verarbeitungsqualität hin oder her, Tesla ist eine junger Automobilkonzern der realisiert hat, dass Verbrennungsmotoren nicht mehr zeitgemäß sind und er leitet die automobile Zukunft mit ein (Der Elektroantrieb ist nicht die einzige Alternative, Stichwort Wasserstoff) Das Model S sieht für ein Elektroauto extrem gut aus, hat eine zu den anderen Elektrofahrzeugen sehr gute Reichweite und genügend Platz für bis zu 7 Personen + Gepäck. Bei der Verarbeitungsqualität ist mir ein befriedigend verarbeitetes Model S, das keine Abgase produziert und nicht rostet (Alu-Karosserie) lieber, als ein Benziner oder Diesel mit milimetergenauem Spaltmaß der Feinstaub produziert, stinkt und rostet ( Ja Rost, das hat es auch bei den deutschen Premiumherstellern nach 1 Jahr schon gegeben, ganz zu schweigen von Verarbeitungsmängeln) Tesla sammelte in den letzten Jahren Erfahrungen mit dem Model S, das Fahrzeug wird permanent verbessert. Diese Kenntnisse fliesen jetzt in das Massen-Model 3 ein um vielen ein alltagstaugliches Elektro-Fahrzeug anbieten zu können. Hut ab Elon Musk!

  • Klakow

    Das wirklich einzige Problem bei Elektroautos ist die Batterie, alles andere an Technik wird eher einfacher. Motorprobleme bei Elektromotoren kommen nur dann vor wenn sie falsch dimensioniert wurden, z.B. Achslager zu klein. Ansonsten sind die E-Motoren unverwüstlich.
    Es gibt E-Motoren die schon 50 Jahre jeden Tag ihre Arbeit verrichten und das im Vergleich zu Verbrennungsmotoren komplett wartungsfrei.
    Selbst sowas wie Getriebe wird entweder nicht gebracht oder ist sehr viel einfacher.
    Das was an Wartung bleibt ist irgendwann ein Tausch der Batterien (noch ziemlich teuer) und Bremsbeläge, Scheiben, Stoßdämpfer, Radlager und Gelenke.
    Nicht umsonst wird in der Industrie an allen Stellen wo es irgendwie geht E-Motoren eingesetzt.

  • Also, die Unterscheidung zwischen Oberklasse, Oberer Mittelklasse ist ja eigentlich wenig bedeutsam. Selbst Wikipedia ist sich da nicht so sicher, manche unterteilen noch in die Luxusklasse.

    Auch wenn ich von meinem 85D absolut begeistert bin, gebe ich zu, dass unter den in Wikipedia der Oberklasse zugeordneten Modelle das Model S vermutlich vom Luxus her das unterste ist. Aber einer muss der letzte sein.

    Aber dafür ist es wiederum in manchen Dingen so einzigartig, dass alle, die mit mir mitfuhren begeistert waren, die Linien, keine klappernden Fächer, wo nur unnötiges Zeugs herumliegt – alles immer aufgeräumt. Herrlich!

    Fakt ist, das alle 2015er Modelle absolut Top sind in der Verarbeitung, auch bei Spaltmassen kann ich bei meinem keine groben Mängel erkennen und wenn, dann sehe ich es als charmantes Detail im Gegensatz zum Deutschen Perfektionismus, der aber nur mehr stinkende Diesel auf die Straße bringt – Außen Hui und innen Pfui 🙂

    Die Motorisierung ist wohl eher nicht so der Hauptgrund für diese Kategorisierung, sonst müsste wohl ein aufgemotzter Golf mit einem 300 PS-Motor auch in die Oberklasse fallen?

    Die Statistik zeigt aber gut, dass die Tage von Verbrennern gezählt sind, ausgehend von den USA (wie immer) dann auch nach Europa überschwappt.

    Deutschland ist nicht immer so beliebt und wenn ein Brite, Franzose, Spanier die Wahl hat – Model S oder 5/6/7er BMW? na, da bin ich mir nicht sicher, ob die Entscheidung nicht sehr bald immer mehr Richtung Model S ausfällt ….