Verkauf des Tesla Model S 75 soll bis zum Ende des Jahres eingestellt werden

Tesla versucht vor dem offiziellen Marktstart des Model 3 die Produktpalette anzupassen, damit die einzelnen Fahrzeugmodelle sich nicht gegenseitig kannibalisieren. Schon im Mai hat man dafür noch einmal in einen eindeutigen Vergleich mit dem Model S aufgezeigt, dass beide Fahrzeuge verschiedene Kundengruppen mit unterschiedlichen Interessen ansprechen sollen.

Nun berichtet das Online-Magazin Electrek, dass Tesla demnächst das Model S 75 mit Hinterradantrieb aus dem Sortiment nehmen will. Demnach hätte Tesla-Verkaufspersonal potenzielle Kunden angerufen und diese darüber informiert, dass das gewünschte Fahrzeug demnächst nicht mehr verkauft wird. Selbiges bestätigte das Unternehmen auch auf Nachfrage.

Das Model S 75 ist mit einem Basispreis von aktuell 67.970 Euro das günstigste verfügbare Tesla-Fahrzeug. Das darauf folgende Model S 75D, also das Fahrzeug mit gleichem Akkupaket jedoch mit Doppelmotor und Allradantrieb, kostet 82.070 Euro, hat dafür jedoch auch das Komfort-Paket inkludiert, welches im Einzelpreis mit immerhin 8.900 Euro zu Buche schlägt.

Sollte Tesla das Model S 75 ersatzlos streichen, so würde man aktuell nur noch über Fahrzeuge mit Doppelmotor und Allradantrieb verfügen (Model S und X). Das Model 3 wird dann als einziges Fahrzeug über den Heckantrieb verfügen, welcher zu Beginn die einzige Auswahl darstellen wird, bevor im späteren Produktionsverlauf auch Allradantrieb mittels Doppelmotor angeboten wird.

  • Stefan

    Ich persönlich hätte mir das Model S nicht ohne Doppelmotor gekauft, wer aber möglichst preisgünstig ein Model S haben möchte sollte jetzt zuschlagen. So preiswert wird man kein Model S mehr bekommen wenn das S75 nicht mehr angeboten wird.
    Die Reichweite des S75 reicht völlig aus um mit dem Superchargernetzwerk auch Fernfahrten durchzuführen.
    Bin gespannt ob jetzt wieder ein Run auf Tesla ausgelöst wird.

  • eCar-Fan und TESLA-Fahrer

    Ich persönlich glaube nicht, dass das Aufräumen des Online-Konfigurators und damit vorzuhaltenden Produktionsoptionen etwas mit „nicht gegenseitig kannibalisieren“ zu tun hat.

    Was sollte Tesla daran stören, wenn jemand anstelle einem -z.B.- M3 P90D (auch wenn dieser vielleicht erst in einigen Monaten verfügbar sein wird) für möglicherweise 59.000 € sich entschließt, etwas drauf zu legen und sich dann doch für 67.970 € ein MS 75 zu leisten? Solange es ein TESLA bleibt, kann EM das m.E. egal sein.

    Ich denke, es hat eher etwas mit der Vereinfachung der Produktion und Logistik sowie resultierend daraus mit Kostensenkung zu tun. Wenn ein Großteil der Kunden ohnehin nur mit Dual-Motor ordert, kann auf den Hinterradantrieb gut verzichtet werden.

    • Melone

      Es läuft wohl in die andere Richtung – warum das schwächste Model S ohne irgendwas kaufen, wenn man günstiger auch ein vollausgestattetes Model 3 bekommt? Und wenn man sich es leisten kann, kann man auch gleich upgraden. Vermutlich leidet das S75 darunter jetzt schon. Ich schätze, dass sich so das Niveau der momentanen Model S Verkäufe in Zukunft kaum halten lassen wird, aber das scheint auch nicht gewollt.

  • PV-Berlin

    Mir erschließt sich diese Entscheidung überhaupt nicht. Es gibt ja nicht nur vermögende Privatkunden oder erfolgreiche Unternehmer, denen es pip Wurst ist, ob die Karre 67 K oder 82 K kostet. Es gibt ja auch jede Menge Unternehmen, die sehr genau rechnen und das auch müssen und wo ein ‚einfacher‘ Heckmotor mehr als ausreichend ist. Als Hotel in der Türkei, würde ich mir schon lange den geholt haben (hohe Preise für Benzin und Diesel, relativ hohe Gebühren für den Transfer zum und vom Flughafen und niedrige Strompreise)

    67 K ist schon hart an der Grenze, für z.B. ein Pool Auto, 82 K ist auf jeden Fall zu viel.
    Daimler hat immer seine Modele mit extrem geringer Motorisierung angeboten (weniger in D.) um diesen Markt bedienen zu können.

    Auch Autovermieter u.ä. benötigen einen Einstieg der optisch günstig wirkt. Das Tesla bisher keine Autos verkauft, ist leider nicht nur am unterirdischen Personal in den Centern zu spüren, sondern im Kern bei allem. Das sollten sie mal langsam lernen, wenn sie jedes Jahr > 1.000.000 EH verkaufen müssen.

    • Fritz!

      Das, was Sie meinen, hat Tesla doch im Programm. Nennt sich „Tesla Model 3“ und wird ab Freitag ausgeliefert. Wenn Sie reserviert haben, bekommen Sie ihn Anfang 2018, wenn nicht, Ende 2018.

      Jetzt, wo Tesla ein günstiges Auto im Programm hat, brauchen sie das „billige Model S“ nicht mehr, um den sehr preissensitiven Kunden zu bedienen, der kann ein voll ausgestattetes Model 3 kaufen, wird dann auch die 50.000,– überschreiten, vermute ich mal.