Jeweils mehr als zehn Jahre nach dem Beginn hat Tesla die Produktion von Model S und Model X endgültig eingestellt. Das gab das Unternehmen am Sonntag bekannt, indem es auf X mitteilte, in der Fabrik Fremont seien die letzten Model S und Model X (s. Foto) produziert worden. Dabei handelte es sich um eine finale Sonderedition, die Tesla ausgewählten Kunden im April angeboten hatte, als reguläre Model S und Model X schon nicht mehr neu zu konfigurieren waren. Das Event zur Auslieferung wurde allerdings kurzfristig verschoben.
350 Tesla Model S & X zum Abschluss
Die Nachricht von der Verschiebung kam, kurz bevor Tesla in der Nacht auf den deutschen Sonntag über die Produktion seiner endgültig letzten Model S und Model X informierte: Ab dem späten Samstag veröffentlichten eingeladene Kunden E-Mails, laut denen das für den 12. Mai geplante Event verschoben wurde. Gründe dafür nannte Tesla nicht, entschuldigte sich aber für mögliche Unannehmlichkeiten und kündigte an, einen neuen Termin zu nennen, sobald das möglich sei.
The last Model S & the last Model X have been produced at Fremont Factory
14 years of history for Model S, 11 years for Model X
— Tesla (@Tesla) May 10, 2026
Weil nur Stunden später die Nachricht folgte, dass die letzten Model S und Model X jetzt produziert seien, lassen sich Probleme dabei als Grund für die Verschiebung ausschließen. Zudem erfolgte sie auf unbestimmte Zeit, was weiter gegen Probleme mit den finalen 250 Model S und 100 Model X spricht. Zwar sind sie mit allem ausgestattet, was die kurze Aufpreis-Liste von Tesla hergibt, und zusätzlich mit optischen Besonderheiten. Technisch dürfte die Signature Edition nach zusammen etwa 750.000 produzierten Elektroautos aber keine Herausforderung gewesen sein.
Signature-Reisen schon gebucht
Weil die vorübergehende Absage nur drei Tage vor dem geplanten Event zur Auslieferung der letzten Model S und Model X in der Tesla-Fabrik Fremont eintraf, brachten manche der Eingeladenen Unzufriedenheit darüber zum Ausdruck. Mindestens zwei berichteten, schon Flugtickets und Hotels für den zunächst angesetzten Termin gebucht zu haben. Ähnlich könnte es vielen weiteren der wohl mindestens 350 Kunden gehen, die zur Entgegennahme ihres Signature-Teslas nach Kalifornien kommen sollten.
Während viel über die negativen Folgen der Tesla-Entscheidung für die Signature-Kunden diskutiert wurde, blieben Spekulationen über die Gründe dahinter weitgehend aus. Dabei würden sie sich anbieten.
Will Tesla auf Optimus V3 warten?
Denn nach Angaben von CEO Elon Musk von Ende Januar müssen Model S und Model X gehen, um in Fremont Platz für eine erste Produktionslinie für den Tesla-Roboter Optimus zu schaffen. Die Vorstellung von dessen V3-Version, zuvor angekündigt für das erste Quartal, verschob Musk Ende April auf „wahrscheinlich Mitte dieses Jahres“. Also wäre denkbar, dass Tesla den Abschied von Model S und Model X mit einer überraschenden Vorstellung von Optimus V3 als dem neuen Hoffnungsträger, der ihren Platz in der Fabrik einnimmt, zusammenlegen will.
Später am Montag wurde allerdings eine weniger spannende – und wohl wahrscheinlichere – Erklärung für die Verschiebung bekannt: Wie Bloomberg berichtete, hat US-Präsident Trump Musk zusammen mit den CEOs anderer großer Unternehmen und Banken eingeladen, ihn bei seinem Staatsbesuch in China in dieser Woche zu begleiten.
