Im ersten Quartal 2026 hat Tesla mehr Elektroautos verkauft als vor einem Jahr, aber weniger als erwartet – und trotzdem BYD als den weltweit größten Hersteller 2025 übertroffen. Damit es so weitergeht, verlängert Tesla in Deutschland eine Aktion mit 3000 Euro Bonus und 0 Prozent Zins für das Model Y. Version 3 des Roboters Optimus hat CEO Elon Musk unterdessen verschoben, aber die baldige Veröffentlichung von Version 14.3 der Assistenz-Software FSD angekündigt. Und mit der Einstellung der Produktion von Model S und Model X ging für Tesla eine Ära zu Ende.
Tesla in Q1 wieder vor BYD
Nach zwei Jahren mit sinkenden Tesla-Verkäufen hatten Analysten für Q1 2026 eine Erholung um nahezu 10 Prozent erwartet. So viel wurde es nicht, aber laut einer Mitteilung von Donnerstag mit 358.023 ausgelieferten Elektroautos immerhin eine Steigerung um rund 6 Prozent. Trotzdem reagierte die Börse mit einem Minus von gut 5 Prozent bei der Tesla-Aktie enttäuscht. Der Grund dafür könnte sein, dass Tesla rund 50.000 Fahrzeuge mehr produziert als verkauft hat. Zudem gab es bei stationären Akkus statt eines weiteren Zuwachses ein Minus von 15 Prozent.
Die leichte Verfehlung der Erwartungen bei den Auto-Verkäufen kam vor allem deshalb überraschend, weil kurz vor der offiziellen Q1-Meldung positive März-Zahlen aus China wie Europa bekannt geworden waren. Damit dürfte Tesla vor allem in den USA weniger verkauft haben, wo im vergangenen September eine Steuer-Gutschrift für Elektroauto-Käufer endete. Nach einer Schätzung von Cox Automotive von Ende März sind die Tesla-Verkäufe auf dem Heimat-Markt in Q1 2026 um rund 11,5 Prozent auf 122.196 gesunken.
Beim Vergleich mit Q1 vor einem Jahr ist zu beachten, dass Tesla damals seine Fabriken auf das überarbeitete Model Y umstellte, sodass mehrere Wochen Produktion wegfielen. Dass in den USA jetzt offenbar noch weniger verkauft wurde, ist insofern kein gutes Zeichen. Probleme hat in diesem Jahr allerdings auch der chinesische Konkurrent BYD, der 2025 mehr reine Elektroautos verkaufte als Tesla: Für Q1 2026 meldete er 313.755 verkaufte Fahrzeuge nur mit Akku, 30 Prozent weniger als vor einem Jahr und unter dem Wert von gut 358.000 bei der US-Marke.
Rabatt für Model Y verlängert
Während für mehrere andere europäische Märkte zum Teil bereits Vervielfachungen der Tesla-Verkäufe im letzten Monat des ersten Quartals gemeldet wurden, standen die März-Zahlen vom deutschen Kraftfahrt-Bundesamt am ersten April-Wochenende noch aus. Angesichts des allgemein positiveren Bildes in Europa ist auch hier mit einem Anstieg zu rechnen. Dass gilt umso mehr, als das Unternehmen Mitte Februar für Q1 einen „Tesla-Bonus“ von 3000 Euro für manche Model Y einführte.
Der versteht sich wie bei anderen Herstellern zuzüglich zu den bis zu 6000 Euro Zuschuss, die deutsche Elektroauto-Käufer seit kurzem wieder vom Staat bekommen können. Das Antragsportal dafür ist allerdings immer noch nicht fertig, sodass ein Rest Unsicherheit bleibt. Tesla jedenfalls hat seinen eigenen Bonus jetzt verlängert. Er gilt für die beiden kleinsten Varianten des Model Y bei Bestellungen vor Ende April. Diese können zudem weiterhin für 0 Prozent Zins finanziert werden, ebenso wie neuerdings die Basis-Version des Tesla Model 3.
Musk kündigt FSD 14.3 an
Eine weitere Stärkung könnte die Zulassung von zumindest überwachtem FSD in Europa bringen. Die hatte Tesla, beginnend in den Niederlanden, zunächst für diesen Februar in Aussicht gestellt, was von Musk dann auf den 20. März verschoben wurde. An dem Tag nannte Tesla mit dem 10. April ein weiteres neues Ziel-Datum für die FSD-Zulassung in den Niederlanden. In den USA dagegen ist das System schon bei Versionen von 14.2 und höher angekommen, und einzelne Model Y in Teslas Robotaxi-Dienst in Austin nutzen es ohne menschliche Aufsicht an Bord.
FSD 14.3 is in Tesla employee beta now and will probably go to wide release end of week
— Elon Musk (@elonmusk) April 1, 2026
Mit FSD 14.3 sollte „endlich das letzte große Stück des Puzzles“ kommen, schrieb CEO Musk im vergangenen November, ohne genauer zu verraten, was er damit meinte. Doch zumindest scheint diese Version fast fertig zu sein. Derzeit werde sie als Beta-Software von Tesla-Beschäftigten getestet, ließ Musk jetzt auf X wissen. Ende kommender Woche werde sie breit veröffentlicht. Solche zeitlichen Angaben vom Tesla-Chef sind stets mit Vorsicht zu genießen. Bei der neuesten kommt hinzu, dass sie vom 1. April stammte, also als Scherz gemeint gewesen sein könnte.
Tesla Optimus V3 verschoben
Einen anderen zuvor genannten Termin hat Musk jedenfalls verstreichen lassen. Noch im ersten Quartal dieses Jahres sollte nach Angaben von Januar Version 3 des Tesla-Roboters Optimus vorgestellt werden, die als erste für die Produktion in hohem Volumen ausgelegt sei. Schon das stellte eine Verschiebung gegenüber früheren Ankündigungen dar, ließ sich aber ebenfalls nicht halten: Optimus 3 laufe schon herum, aber vor der Präsentation müsse Tesla daran noch etwas arbeiten, erklärte der CEO auf X.
Optimus 3 is walking around, but needs some finishing touches before it’s ready to be shown
— Elon Musk (@elonmusk) March 31, 2026
Angesichts seiner ambitionierten Autonomie- und Roboter-Pläne ist das Elektroauto-Geschäft bei Tesla für Musk nur noch Nebensache – die bislang allerdings für den Großteil von Umsatz wie Gewinnen verantwortlich ist. Zudem will Tesla in diesem Jahr mit 20 Milliarden Dollar mehr investieren als je zuvor, und darin sind noch nicht Ausgaben für eine riesige Chip-Terafab enthalten, die in Kooperation mit Musks Weltraum-Firma SpaceX entstehen soll.
Produktion Model S & X beendet
Mit Platzbedarf für die erste Optimus-Produktionslinie im Tesla-Stammwerk Fremont hatte der CEO im Januar die baldige Einstellung von Model S und Model X begründet. Die beiden Premium-Elektroautos (s. Foto oben) schufen ab 2012 bzw. 2015 die Grundlage für die spätere Produktion der Massen-Modelle Tesla Model 3 und Model Y, verkauften sich trotz mehrerer kleiner Überarbeitungen aber immer schlechter – in Q1 2026 nach den neuen Zahlen zusammen mit dem Cybertruck noch 16.130-mal.
Im soeben angebrochenen zweiten Quartal dürften Model S und Model X schon nicht mehr produziert werden. Denn am 1. April verkündete Musk, dass sie nicht mehr neu konfiguriert werden könnten. Nur noch Bestellungen aus dem übrigen Bestand seien möglich.
Custom orders of the Tesla Model S & X have come to an end. All that’s left are some in inventory.
We will have an official ceremony to mark the ending of an era. I love those cars.
This was me at production launch 14 years ago: pic.twitter.com/6kvCf9HTHc
— Elon Musk (@elonmusk) April 1, 2026
Ein Scherz lässt sich hier ausschließen – anders übrigens als bei unserer April-Meldung, dass Tesla einen Cybercab-Ableger mit Pedalen und Lenkrad plant. Denn am Samstag führte ein Klick auf „Bestellen“ eines Model S oder Model X auch auf den US-Seiten tatsächlich nicht mehr zum Konfigurator, sondern zu vorproduzierten Fahrzeugen. Seine Ankündigung, die Produktion im zweiten Quartal einzustellen, hat Musk also rasch umgesetzt – während die Tesla-Zukunft mit autonomem Fahren und Robotern auf sich warten lässt.
SpaceX vor IPO mehr wert als Tesla
Trotzdem will Musk immer höher hinaus – und während die Tesla-Aktie seit einem Allzeit-Hoch Ende 2025 schwächelt, wird die Bewertung seines Weltraum-Unternehmens SpaceX im Vorfeld des für diesen Sommer erwarteten Börsengangs immer höher. In vorerst vertraulichen IPO-Dokumenten soll von 2 Billionen Dollar die Rede sein, etwa 50 Prozent mehr, als Tesla zuletzt kostete.
Nach Musks neuesten Plänen sollen Tesla und SpaceX zusammen die Chip-Terafab, einen digitalen Optimus-Assistenten und verteilte KI-Rechenzentren im Weltraum bauen. Über eine Fusion der beiden Musk-Unternehmen irgendwann nach dem SpaceX-Börsengang wird intensiv spekuliert.
