In den USA hat Tesla schon in diesem Februar die Möglichkeit abgeschafft, die Software-Option FSD (seit 2024 mit dem Zusatz „supervised“) als Teil der Ausstattung seiner Elektroautos zu kaufen und bietet sie seitdem nur noch im Abo für 99 Dollar pro Monat an. In den meisten EU-Ländern lässt FSD selbst in überwachter Form noch auf sich warten, aber die erste Zulassung in den Niederlanden weckte Hoffnung, dass andere bald folgen. Die Umstellung auf ein reines Abo-Modell für FSD in ganz Europa steht laut Tesla jedenfalls schon bevor.
Tesla mit neuem FSD-Hinweis
Der Text zu FSD im deutschen Konfigurator von Tesla ist seit Jahren im Kern gleich, wurde aber immer wieder leicht angepasst. Seit kurzem wird die Option, anders als seit mindestens 2019, nicht mehr als „volles Potenzial für autonomes Fahren“ bezeichnet, sondern näher am englischen Full Self-Driving als „Potenzial für Voll-Selbstständiges Fahren“. Am Mittwoch fiel ersten Kunden eine weitere Änderung auf: „Einmalkauf bis 21. Mai 2026 verfügbar. Danach als Abonnement verfügbar“, steht jetzt in der FSD-Beschreibung (s. Foto oben).
Wie sich schnell zeigte, ist der neue Hinweis auf den Tesla-Seiten für sämtliche Länder der EU und im Rest Europas zu sehen. Die einzige Ausnahme schienen am Donnerstag die Niederlande zu sein, für die Tesla statt des 21. Mai schon den 15. Mai als Enddatum für FSD als einmalig kaufbare Option angibt. Ein Preis für das kommende Monatsabo wurde noch nirgendwo in Europa genannt. Zum Kaufen kostet überwachtes FSD in Deutschland und weiteren EU-Ländern derzeit 7500 Euro.
Tesla-System in EU-Ausschuss
Dabei ist zu beachten, dass man für diesen Preis wenig bekommt und hauptsächlich auf die Zukunft vertröstet wird. In den Niederlanden hat sie Mitte April schon begonnen, denn dort erteilte die nationale Behörde RDW die EU-weit erste Zulassung für das Tesla-System, das in den USA und einigen anderen Ländern schon seit Jahren genutzt werden kann. Am Dienstag informierten RDW-Vertreter in einem EU-Ausschuss über ihre Entscheidung zugunsten von FSD. Über eine Übernahme in den anderen Ländern wurde anschließend noch nicht abgestimmt.
Trotzdem verstanden manche Beobachter die Abo-Ankündigung im Konfigurator als Signal dafür, dass Tesla nach der Sitzung von einer baldigen Zulassung von überwachtem FSD in ganz Europa ausgeht. In sozialen Medien wurde außerdem diskutiert, ob es sinnvoll ist, jetzt noch schnell im Kauf zuzugreifen.
Vor FSD-Abo noch schnell kaufen?
Diese Entscheidung ist kompliziert, weil viele teils schwierig einzuschätzende Faktoren mit hineinspielen. So gilt die niederländische FSD-Genehmigung nur für Fahrzeuge mit der aktuellen Tesla-Hardware AI4 oder HW4, was auch bei einer Übernahme im Rest der EU zu erwarten wäre. Für Kunden mit dem Vorgänger HW3 kündigte Elon Musk vor kurzem eine Upgrade-Aktion an, aber nicht in Zusammenhang mit überwachtem FSD für Europa, sondern für wirklich autonomes Tesla-Fahren. Wenig später stellte Tesla eine internationale Light-Version von FSD für die ältere Hardware in Aussicht.
