Nur etwa 100 Kilometer von der Grenze zu dem Bundesland entfernt, drängt sich nach der Landtagswahl am Sonntag die Frage auf, was in oder mit Sachsen-Anhalt eigentlich los ist. Tesla-CEO Elon Musk aber zeigt sich mit der Entwicklung dort sehr zufrieden: „Gut gemacht!“, lobte er am frühen Montag auf X die Bundessprecherin Alice Weidel, die der AfD und deren Spitzenkandidaten zum Ergebnis bei der Wahl gratuliert hatte. In einer weiteren X-Nachricht bestritt der Tesla-Chef, dass die Partei als rechtsextremistisch einzustufen ist.
Musk-Politik schadet Tesla-Verkauf
Schon mehrere Umfragen haben gezeigt, dass das politische Engagement von CEO Musk schädlich für die Tesla-Verkäufe und sein eigenes Ansehen ist. Anders als die meisten anderen Wirtschaftsgrößen zeigt er hier keinerlei Zurückhaltung und setzte sich in den USA massiv für die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten ein. In Europa unterstützt der Tesla- und SpaceX-Chef Parteien und Bewegungen, die üblicherweise dem weit rechten Spektrum zugeordnet werden.
Seine umstrittene Arbeit für die US-Sparkommission DOGE hat Musk inzwischen eingestellt, ansonsten aber lässt er sich von negativen Umfrage-Ergebnissen nicht erkennbar beeindrucken. Nach eigener Darstellung geht es ihm darum, die westliche Zivilisation vor dem Untergang zu bewahren. Und so erklärte der Tesla-Chef nicht nur vor der Wahl in Sachsen-Anhalt auf X ein weiteres Mal, nur die AfD könne Deutschland retten, sondern gratulierte der Partei anschließend auch zum Ergebnis und nahm sie in Schutz.
Gut gemacht!
— Elon Musk (@elonmusk) September 6, 2026
Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis entschieden sich am Sonntag 43,8 Prozent der Sachsen-Anhaltiner, die ihr Wahlrecht ausübten, für die AfD und ihren Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund. Das war noch mehr, als nach Umfragen erwartet wurde, und bedeutet zugleich, dass die AfD knapp ihr Ziel verfehlte, mit einer eigenen absoluten Mehrheit im Landtag regieren zu können. Dass alle ihre Wähler Rechtsextremisten sind, lässt sich logisch fast ausschließen – für eine Randgruppe im engeren Sinn wären sie viel zu viele.
AfD-Kandidat dankt für Unterstützung
Der Landesverband Sachsen-Anhalt der AfD aber wird vom Verfassungsschutz des Bundeslandes als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ geführt. Von der Behörde gesammelte Informationen belegen laut dem Innenministerium, „dass sich die Agitation der AfD Sachsen-Anhalt gegen essentielle Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung richtet“. Auf diese Einstufung berief sich das Wall Street Journal, als es über das Ergebnis der deutschen Wahl berichtete – erntete damit aber Widerspruch vom Tesla-Chef.
They’re not far right, you knuckleheads!
This is especially dumb coming from WSJ.
— Elon Musk (@elonmusk) September 7, 2026
„Die sind nicht rechtsextrem, ihr Trottel“, kommentierte Musk einen Hinweis auf den Bericht. Dass so etwas ausgerechnet vom WSJ komme, sei besonders dumm, ergänzte er. Dem wiederum widersprachen auf X nicht nur deutsche Nutzer, einer unter Verweis auf eine Einschätzung der KI Grok aus der Musk-Firma SpaceX. Der AfD-Kandidat Siegmund dagegen nutzte die Vorlage und dankte Musk für die Unterstützung. Falls man in Deutschland die Verantwortung bekomme, würde er eine Gelegenheit zu „starker und konstruktiver Kooperation sehr begrüßen, schrieb er.
