Mehrmals hat Elon Musk darüber geklagt, wie hart die Arbeit bei Tesla während des Hochlaufs des Model 3 war, aber zumindest hat sich dieser Einsatz gelohnt. Schon mit dem Anstieg der Tesla-Aktie wurde er dank eigener Anteile der reichste Mensch der Welt, und nachdem ihm ein Gericht ein beispielloses Bonus-Paket von 2018 zunächst entzogen hatte, setzte die nächste Instanz es wieder in Kraft. Das bedeutete, dass Musk wieder Anspruch auf Optionen für weitere rund 304 Millionen Tesla-Aktien hatte. Jetzt hat er sie ausgeübt – mit hohem Gewinn und auf marktschonende Weise.
Millionen Tesla-Aktien für Musk
Als das Bonus-Paket für Musk als CEO von Tesla im Jahr 2018 verabschiedet wurde, hatte es einen rechnerischen Wert um 50 Milliarden Dollar – mehr als alles andere zuvor. Die Höhe ergibt sich aus dem Unterschied zwischen dem Preis, den Musk für jede zusätzliche Tesla-Aktie bezahlen muss, wenn er die verdienten Optionen ausübt, und dem, was sie an der Börse kostet. Noch höhere Kurse bedeuteten, dass der Wert für CEO Musk immer höher wurde – bis der Chancery Court in Delaware entschied, dass die Vereinbarung mit ihm wegen Verfahrensfehler nichtig ist.
Dabei blieb es jedoch nicht. Musk und Tesla wandten sich an das oberste Gericht des Bundesstaats, das tatsächlich entschied, dass ein kompletter Bonus-Entzug zu hart wäre. Also korrigierte der Chancery Court sein Urteil, und in diesem April wurden zur Vorbereitung der Bonus-Ausübung 304 Millionen neue Tesla-Aktien bei der SEC registriert. Damals vereinbarten Unternehmen und CEO, dass die Optionen spätestens Mitte August ausgeübt werden. Außerdem wollten die beiden Seiten dafür steuerschonende Wege finden.
Netto-Abrechnung schont Tesla-Kurs
Eine Meldung an die SEC von diesem Mittwoch zeigt, wie sie vorgegangen sind. Nach den Angaben darin hat Musk am Tag zuvor 303.960.630 Tesla-Aktien neu erworben. Dafür bezahlte er 23,34 Dollar pro Stück – Stückzahl und Ausübungspreis entsprechen splitbereinigt der Vereinbarung von 2018. Außerdem hat Musk 17.531.857 Tesla-Aktien verkauft, zum aktuellen Kurs von 404,66 Dollar. Diese dienten dazu, den verbilligten Kaufpreis für den großen Rest zu begleichen.
Eine Fußnote klärt auf, dass dies in einem „Netto-Settlement“ geschah. Musk erhielt also nicht alle rund 304 Millionen Bonus-Aktien und verkaufte dann die rund 17,5 Millionen Stück wieder, um die insgesamt zu bezahlenden gut 7 Milliarden Dollar aufzubringen. Stattdessen wurde dieser Teil von Tesla direkt verrechnet und einbehalten. Ein Verkauf in dieser Größenordnung hätte den Kurs der Aktien, die zuletzt ohnehin unter der neuen Konkurrenz durch den Börsengang der Schwester-Firma SpaceX litten, womöglich belastet.
Musk mit 19,99 Prozent Tesla-Anteil
Die von Musk jetzt neu bezogenen Aktien sind nach den Angaben dazu bereits stimmberechtigt, aber bis Januar 2028 gesperrt und werden nur freigegeben, wenn der CEO bis dahin weiter für Tesla arbeitet. Aus der Differenz zwischen Ausübungspreis und Börsenkurs ergibt sich ein Wert des 2018er Pakets von rund 115 Milliarden Dollar – so viel hat Musk durch seine Arbeit als CEO also verdient. Steuern darauf dürften erst bei einem Verkauf fällig werden, also nicht vor 2028. Ab Ende 2021 hatte Musk Tesla-Aktien im zweistelligen Milliarden-Volumen verkauft, um Optionen aus seinem vorherigen Paket ausüben und Steuern darauf bezahlen zu können.
Nach weiteren Angaben in der Meldung von Mittwoch besitzt Musk jetzt insgesamt gut 1120 Millionen Tesla-Aktien, davon etwa ein Drittel nicht direkt, sondern über einen Trust. Das würde einer Beteiligung von mehr als 30 Prozent entsprechen, enthält aber bereits gut 424 Millionen Aktien, die Musk im Rahmen seines neuen Rekord-Paket als Tesla-CEO von 2025 erst noch verdienen müsste. Wenn man sie herausrechnet, ergeben sich laut dem Blog Electrek knapp 700 Millionen Aktien oder 19,9 Prozent von Tesla in Musk-Besitz.
