Bild: Tesla
Vor kurzem kündigte Elon Musk an, in Zukunft würden alle Elektroautos von Tesla mit Starlink-Internet von SpaceX ausgestattet – und beim Cybercab hat das jetzt offenbar begonnen. In Europa weckten unterdessen versteckte Website-Einträge Hoffnung auf einen bevorstehenden Start des Tesla Model Y L, die aber vorerst enttäuscht wurde. Porsche machte mit einer Reihe von (gemischten) Elektroauto-Nachrichten von sich reden. Neue Daten zur deutschen Elektroauto-Förderung seit Januar wurden unterschiedlich interpretiert. Und offenbar noch im August will Tesla endlich den neuen Roadster zeigen.
Erstes Cybercab mit Starlink
In früheren Zeiten hätte die Nachricht von Ende Juli Begeisterung hervorgerufen, angesichts all der vielen anderen neuen Tesla-Aktivitäten ging sie fast unter: Das Starlink-System seiner Weltraum-Firma SpaceX werde „in alle unsere Fahrzeuge integriert“, sagte CEO Musk in der Q2-Konferenz Ende Juli. Begleitet wurde diese Information von der technischen Zeichnung eines Cybercab mit Starlink-Einheit im Heck. Und jetzt zeigte Tesla das nach seinen Angaben erste Cybercab mit Starlink in der Realität (s. oben).
First Cybercab with @Starlink integration pic.twitter.com/8TI6LYSFjl
— Tesla Robotaxi (@robotaxi) August 10, 2026
Laut Musk ist Satelliten-Internet von SpaceX in Cybercab und später allen Elektroautos von Tesla Teil der intensiver werdenden Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen. Das wohl größte Projekt darin ist der Aufbau einer hoch integrierten „Terafab“ für KI-Chips in Texas. Aber auch Starlink soll – in diesem Fall nur für SpaceX – lukrativ werden: Am Sonntag stellte Musk klar, dass er dort mit 1 Billion Dollar Umsatz in 2030 plant. Allein Starlink könne in Zukunft 50 Prozent des globalen Internet-Verkehrs befördern und so 1 Billion Dollar Umsatz pro Jahr machen.
Tesla Model Y L auf Websites
Starlink-Internet im Tesla könnte für Kunden ein interessanter neuer Anreiz sein, sich für ein Elektroauto der Marke zu entscheiden. Die Integration im rein autonom konzipierten Cybercab mit seiner fensterlosen Heckklappe dürfte allerdings einfacher sein als in Model 3 oder Model Y. Europäer hoffen unterdessen eher darauf, dass bei ihnen bald das Model Y L zu kaufen sein wird, ein auf dem Model Y basierender Sechssitzer. In der zurückliegenden Woche erhielten diese Hoffnungen neue Nahrung – wurden aber vorerst weiterhin enttäuscht.
Ab Montag entdeckten Interessierte in mehreren europäischen Ländern einschließlich Deutschland, dass im Quelltext des Tesla-Konfigurators erstmals ein „Model Y L“ erwähnt wurde; außerdem erschien ein Foto des neuen Elektroautos in einem Medien-Verzeichnis. Nachdem ähnliche Konfigurator-Änderungen früher bereits tatsächliche Neuerungen bei Tesla ankündigten, wurde auf einen bevorstehenden Europa-Start des Model Y L spekuliert. Angeboten hätte sich traditionell Freitag, doch der Tag verging ohne die erhoffte Nachricht.
2 Wochen Pause in Giga Berlin
Früher oder später dürfte sie trotzdem kommen. Nach dem Start in China im vergangenen Sommer ist das Tesla Model Y L inzwischen auch in den USA erhältlich. Eine europäische Typ-Genehmigung liegt schon länger vor. Wenn Fabrik-Kapazitäten und Logistik es hergeben, wäre hier eine positive Überraschung möglich: Im Juli sind die Deutschland-Verkäufe von Tesla unerwartet eingebrochen. Wie dazu jetzt die lokale MOZ berichtete, spielte dafür auch eine zweiwöchige Pause in der deutschen Gigafactory ab 20. Juli eine Rolle. Vielleicht war darin auch Zeit für Umbauten.
An im Frühjahr verkündeten Ausbau-Plänen für die Produktion in Grünheide hält Tesla jedenfalls fest. Die Einstellung von zunächst 1000 neuen Beschäftigten sei abgeschlossen und die Fabrik dabei, die Produktion auf 6200 Fahrzeuge pro Woche zu steigern, bekräftigte das Unternehmen auf MOZ-Anfrage. Ab Oktober soll es die nächste Steigerung auf 7500 Model Y pro Woche mit weiteren 1000 neuen Beschäftigten geben.
Neue Elektroauto-Prämie gefragt
Bis zu dem überraschenden Einbruch im Juli hatte Tesla seine deutschen Verkäufe nach zwei schwachen Vorjahren in 2026 auf mehr als das Dreifache gesteigert. Anteil daran hatte auch die Wiedereinführung einer staatlichen Elektroauto-Kaufprämie in Deutschland rückwirkend zu Beginn des Jahres, wie aus einer ersten Bilanz der Behörde Bafa hervorgeht. Demnach hat sie bis Anfang August 26.875 Anträge bewilligt, fast alle für reine Elektroautos, und bei Marken wie Modellen stand Tesla an der Förderspitze.
Insgesamt bezogen sich laut der Bafa-Übersicht (pdf) 4590 der bislang bewilligten Anträge auf Tesla, was etwa 17 Prozent entspricht und mehr ist als bei jeder anderen Marke. Allein das Model Y wurde 3067-mal gefördert, häufiger als jedes andere Elektroauto. Allerdings verkauft der VW-Konzern viele Modelle auf der gleichen technischen Basis. Insgesamt lagen die VW-Marken wie bei Elektroautos insbesondere Skoda mit 6239 Zusagen auf Platz Eins in der bis August zugeteilten deutschen Förderung.
Meiste Anträge für Tesla Model Y
Die Gesamtkosten beliefen sich nach den Angaben bislang auf 117 Millionen Euro – ein Bruchteil der vorgesehenen drei Milliarden Euro Elektroauto-Förderung bis 2029. An dem Programm wird jedoch bereits gerüttelt, unter anderem, weil es nicht genügend Gewicht auf lokale Produktion lege. Die Zahlen kann man unterschiedlich lesen. So kommt der Prämien-Spitzenreiter Tesla Model Y aus Deutschland, aber von einem US-Unternehmen, und das Elektroauto Tavascan der VW-Marke Cupra wird in China produziert.
So zog die Automobilwoche als Zwischenbilanz der neuen Prämie, „nicht einmal jedes dritte geförderte E-Auto kommt aus Deutschland“. Die Stuttgarter Zeitung kam zu dem Schluss, Tesla sei „der große Gewinner“, Autohaus erkannte einen „China-Mythos“ und sah die größten Profiteure der Kaufprämie stattdessen aus Europa kommen.
Porsche will Taycan einstellen
Porsche ist in der Liste der bislang geförderten Elektroautos mit insgesamt 36 Zusagen vertreten – eine Grenze für den Kaufpreis sieht das Programm nicht vor, nur für das Einkommen. Variationen des in 2019 als einem der ersten Tesla-Konkurrenten gestarteten Porsche Taycan sind nur 3-mal darunter. Und ab 2030 könnte es sich mit diesem Elektroauto ganz erledigt haben, denn laut Berichten ist seine allmähliche Einstellung geplant.
Spätestens 2030 solle die Taycan-Produktion bei Porsche in Stuttgart enden, weil sie nicht ausgelastet sei, berichtet n-tv aus einem Beitrag der Wirtschaftswoche. Und dies war nicht die einzige Nachricht aus der zurückliegenden Woche, bei die deutsche Marke auf eine Art untreu wurde: Zusätzlich verlässt sie den europäischen CO2-Pool mit dem Konzern-Partner VW und nimmt Abschied von puristischen Gedankengut, indem sie bei neuen Elektroautos auf Motor-Sounds und künstliche Gangwechsel setzt.
Porsche-Elektroauto schaltet virtuell
Porsche bilde für 2026 und 2027 einen CO2-Pool mit Xpeng aus China, meldete unter anderem electrive. Das bedeutet zugleich, dass die Marke aus dem zuvor bestehenden Pool mit der Konzern-Mutter Volkswagen austritt. Gänzlich konzernfremd geht Porsche damit allerdings nicht, denn VW ist mit 5 Prozent an dem Elektroauto-Unternehmen beteiligt und nutzt in China teils Technik von Xpeng. Bei den Pools geht es darum, im Durchschnitt der Flotten EU-Vorgaben zum CO2-Ausstoß einzuhalten, um Strafzahlungen zu vermeiden. Elektroautos gehen mit 0 Gramm ein.
Und in noch einer dritten Hinsicht geht Porsche eigene Wege: Man verleihe dem Elektroantrieb eine neue Dimension, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Dazu sollen „virtuelle Gangwechsel, Schaltrucke und akustische Rückmeldungen“ im Taycan dienen. Mit dem System E-Shift nimmt Porsche Abschied von der Idee, dass leises und unterbrechungsloses Beschleunigen, wie es mit Tesla Einzug hielt, ausreicht. Das Ziel sei nicht, den Wagen schneller zu machen, schreibt der Hersteller, sondern „eine zusätzliche Ebene des Fahrerlebnisses“.
Tesla Roadster: Demo im August?
Derlei Elektronik-Tricks dürfte Tesla nicht einsetzen, wenn endlich (und nach 2017 zum zweiten Mal) der neue Roadster vorgestellt wird. Selbst die Zweitpräsentation, die dann einen produktionsbereiten Roadster zeigen soll, wurde schon mehrmals verschoben, zuletzt auf diesen August. Dazu berichtete jetzt The Information, dass Tesla diesen Termin tatsächlich halten will. Wie von CEO Musk mehrfach angedeutet, solle der Roadster zudem kurzzeitig von der Straße abheben können.
Aus dem kostenpflichtigen Bericht zitierte unter anderem Electrek. Demnach will Tesla auf einem SpaceX-Gelände in Texas zwei Versionen des Roadster auffahren. Die mit Raketen-Technik soll beim Schweben vorgeführt werden, aber ferngesteuert ohne Person am Steuer und weit weg vom Publikum, weil die Triebwerke zu laut sind. Eine Straßenzulassung werde der Raketen-Roadster nicht haben und hunderttausende bis Millionen Dollar kosten. Zur Standard-Version, nach Angaben bei der Erstvorstellung bereits radikal schnell, enthält der Bericht keine neuen Informationen.

