Bild: Tesla
Mitte April erteilten die Niederlande als erstes Land der EU eine Zulassung für Teslas Assistenz-System FSD, aber die Reaktion darauf war nicht einhellig positiv. Der Grund dafür ist, dass die FSD-Genehmigung ausschließlich für Fahrzeuge mit Autopilot-Hardware der vierten Generation gilt, abgekürzt HW4 oder AI4, die Tesla erst seit 2023 verbaut. Europäische Kunden mit dem Vorgänger HW3 drohten damit weiter in die Röhre zu gucken. Jetzt aber kündigte Tesla eine Lösung für sie in Form einer abgespeckten Variante der aktuellen Version FSD V14 an.
Tesla-FSD V14 Lite für HW3
In den USA begann schon im Herbst 2020 ein Beta-Test mit einer neuen Version von FSD, die endlich das langjährige Versprechen von CEO Elon Musk vom autonomen Tesla-Fahren zur Realität machen sollte. So weit ist es jedoch immer noch nicht. In 2024 strich Tesla zwar die Bezeichnung Beta für die FSD-Software, ergänzte aber den Hinweis, dass „Full Self-Driving“ damit nur in überwachter Form möglich ist. Einige Tesla-Robotaxis in Texas fahren inzwischen ohne Aufsicht an Bord, normale Kunden aber müssen weiter auf ihr FSD aufpassen.
In Europa wiederum passierte in dieser Hinsicht wenig, bis Tesla ab Ende 2025 Demo-Fahrten mit überwachtem FSD in vielen Ländern anbot. Darauf folgte im April die Genehmigung durch die niederländische Behörde RDW. Wie sich zeigte, gilt diese für FSD-Version 14.2.2.5 und eben nur für Elektroautos mit der Hardware AI4. Manche europäischen Kunden, die FSD lange vor deren Einführung gekauft und bislang nichts dafür bekommen haben, reichte es dann. Einer in den Niederlanden startete eine Kampagne, mit der er Tesla zur Wiedergutmachung zwingen will.
Following future rollout of FSD V14 Lite for HW3 vehicles in the US, we plan on expanding V14 Lite to additional international markets.
This update ensures that HW3 vehicle owners will continue to benefit from ongoing software updates.
Since international rollout is subject to…
— Tesla (@Tesla) April 29, 2026
Vielleicht aber wird das gar nicht nötig sein, denn in der Nacht auf Mittwoch gab Tesla bekannt, sich auch um internationale FSD-Käufer mit HW3 kümmern zu wollen. In den USA können sie zumindest eine eingeschränkte Version davon nutzen. Für diesen Juni kündigte KI-Chef Ashok Elluswamy für sie vergangene Woche zudem eine „destillierte“ Version der V14-Software an, die derzeit nur auf AI4 läuft. Und wie es jetzt hieß, soll ein solches „FSD V14 Lite“ nach der US-Einführung auf „weitere internationale Märkte“ gebracht werden.
CEO Musk kündigte Hardware-Tausch an
Wohl zum ersten Mal kam damit von Tesla eine direkte Zusage, die auch für frühe Käufer der FSD-Option in Europa gelten könnte. Dass eine Zulassung grundsätzlich möglich ist, zeigt die in den Niederlanden, der sich der Rest der EU anschließen könnte. Allerdings ist nicht klar, wie lange europäische Kunden auf V14 Lite warten müssen. Denn die Fertigstellung für die USA könnte sich verzögern, und eine EU-Version müsste anschließend erneut zugelassen werden. Der niederländischen Genehmigung gingen laut RDW 18 Monate Analysen und Tests voraus.
Erstaunlich ist die aktuelle Mitteilung für Kunden außerhalb der USA insofern, als CEO Musk erst vergangene Woche eine Austausch-Aktion angekündigt hatte: Mit HW3 könne Tesla kein autonomes Fahren erreichen, räumte er sieben Jahre nach deren Einführung als „FSD-Computer“ (s. Foto oben) ein. Aus diesem Grund soll es Rabatt-Angebote für einen Neukauf geben; alternativ sollen ältere Elektroautos mit gekaufter FSD-Option und vielleicht auch alle anderen auf AI4 inklusive der neuen Kameras umgerüstet werden, sagte Musk.

