Website-Icon Teslamag.de

Aktuell: Tesla will FSD-System laut CEO Musk ab Februar nur noch im Abonnement anbieten

Screenshot

Screenshot

Bild: Tesla (Fahrt mit FSD-Steuerung)

Anzeige

In den USA für 8000 Dollar als „Full Self-Driving (Supervised)“ und in Deutschland für 7500 Euro etwas vollmundiger als „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ kann man bei Tesla seit Jahren ein Assistenz-System bestellen, das laut CEO Elon Musk bald auch in der Lage sein wird, völlig selbstständig zu fahren. In der Heimat ist das FSD-Paket, dem Tesla im September 2024 den Beinamen „supervised“ gab, alternativ als monatliches Abonnement zu haben. Und wie Musk jetzt wissen ließ, wird dies ab Mitte Februar die einzige Möglichkeit sein, Zugriff auf die Assistenz-Funktionen und möglicherweise mehr zu bekommen.

FSD-Verkauf bei Tesla endet

„Nach dem 14. Februar wird Tesla den Verkauf von FSD beenden“, schrieb Musk am Mittwoch auf X. Anschließend werde die Option nur noch als Monatsabo verfügbar sein, erklärte er weiter. Dabei wurde zunächst nicht klar, ob in den USA weiterhin der aktuelle Preis von 99 Dollar pro Monat gelten soll und ob sich die Ankündigung auf alle Märkte bezieht. In Europa fehlt Tesla bislang die nötige Zulassung der FSD-Funktionen, sodass vorerst mit kaum Interesse an einem Abo zu rechnen wäre.

Offen blieb zunächst, welche Gründe hinter der am Mittwoch verkündeten Entscheidung stecken. Es kommen jedoch mehrere in Frage, die möglicherweise alle eine Rolle spielten. So könnte Musk mit der Ankündigung versuchen, für FSD kurzfristig noch Käufer anzulocken, die eine Erhöhung des Abo-Preises fürchten. Für die Tesla-Finanzen in einem laut Analysten ansonsten voraussichtlich erneut eher schwachen Quartal wäre das eine willkommene Stärkung.

Musk braucht 10 Mio. FSD-Abos

Zudem sind 10 Millionen aktive FSD-Abonnements einer der Meilensteine, die Musk nehmen muss, um alle Tranchen seines im November beschlossenen neuen Bonus-Pakets zu bekommen, das ihm neue Tesla-Aktien im Wert von 1 Billion Dollar oder mehr einbringen kann. Vor diesem Hintergrund wäre es in seinem eigenen Interesse, für mehr Abos zu sorgen, indem er den einmaligen Kauf von FSD unmöglich macht.

Für den Blog Electrek kassiert Tesla mit der Umstellung sogar das langjährige Versprechen, dass FSD irgendwann wirklich autonom fahren kann. Die Beschreibung der Option wurde mit dem Zusatz „supervised“ in den USA bereits deutlich vorsichtiger gestaltet. “Ihr Auto wird in der Lage sein, fast überall mit minimalen Fahrer-Interventionen zu fahren“, lautet seitdem der Text dazu, enthält also zwei Einschränkungen, die zusammen nicht mehr nach totaler Autonomie bei Tesla klingen.

Tesla mit Hardware-Altlasten

Zusätzlich könnte Musk versuchen, für Tesla eine Altlast loszuwerden, schreibt NotebookCheck. Manche Kunden haben schon vor Jahren die FSD-Option für ein Elektroauto gekauft, das noch mit der dritten Generation der Autopilot-Hardware ausgestattet ist. Diese HW3 sollte für autonomes Tesla-Fahren ausreichen, doch ab 2023 folgte die aktuelle Generation HW4, die Voraussetzung für die neuesten Versionen von FSD ist. Wiederholt ließ Musk deshalb eine kostenlose Übertragung auf neu gekaufte Fahrzeuge zu. Wenn die FSD-Option nicht mehr im Kauf zu haben ist, wäre das ein Argument gegen solche Transfers.

Wie NotebookCheck weiter vermutet, bietet der Umstieg auf reine Abos zudem die Chance, selbst aus Elektroauto mit der alten Autopilot-Hardware finanziell noch etwas herauszuholen: Für HW3-Fahrzeuge könnte Tesla ein billigeres FSD-Abo mit Einschränkungen bei Funktionsumfang oder Einsetzbarkeit einführen. Die Aussicht auf unüberwacht automatisches Fahren hätten solche Abonnenten dann nicht mehr, könnten sich aber ein nützliches Assistenz-System zu einem niedrigeren Preis verschaffen.

Anzeige
Die mobile Version verlassen