Bild: Tesla (Model Y vor deutscher Fabrik)
Bis zur Eröffnung der deutschen Gigafactory im März 2022 konnte es Tesla nicht schnell genug gehen, doch mit dem weiteren Ausbau ließ sich das Unternehmen dann Zeit. Schon im Sommer 2023 stellte es zwar Anträge für eine Verdoppelung der Kapazität in Grünheide auf 1 Million Elektroautos pro Jahr, verzichtete aber lange auf die Konkretisierung. Jetzt kommt offenbar Schwung in die Angelegenheit: Laut Berichten will Tesla Teile der Verdoppelung noch in diesem Jahr konkret beantragen und in 2027 mit dem Bau eines riesigen neuen Gebäudes beginnen.
Tesla bestätigt Neubau-Pläne
Die Informationen zu den aktuellen Tesla-Plänen für den Standort in Grünheide bei Berlin waren am Mittwoch zuerst Berichten von RBB und MOZ entnehmen, im zweiten Fall hinter einer Paywall. Demnach soll die neue Gigafactory-Produktionshalle nördlich der bestehenden gebaut und mit 536.000 Quadratmetern mehr als doppelt so groß werden wie diese. Dafür will Tesla nach den Angaben im Dezember weitere Anträge einreichen und im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen; für die Installation von Anlagen darin bräuchte es eine dritte und letzte Genehmigung.
Auf Nachfrage erklärte das Unternehmen gegenüber beiden Publikationen, dass die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit des Ausbau-Projekt in Grünheide schon im Oktober 2024 festgestellt worden sei. Das Unternehmen bestätigte, einen Teilantrag für ein nördliches Produktionsgebäude stellen zu wollen, ohne ein angepeiltes Datum dafür zu nennen. Die Genehmigung des Antrags würde laut Tesla „die Errichtung dieses Gebäudes“ ermöglichen.
Gigafactory verspätet im Hochlauf
Im ersten Schritt hatte das Land Brandenburg für die deutsche Tesla-Fabrik zuvor eine Kapazität von 500.000 Elektroautos pro Jahr genehmigt. In den Finanzberichten ist sie seit vielen Quartalen mit „>375.000 Model Y“ angegeben, also mit nur 75 Prozent der erlaubten Produktion. Die tatsächlich installierte Kapazität in Grünheide wurde zudem bislang bei weitem nicht ausgeschöpft. Erst für diesen Oktober hat Tesla sich öffentlich vorgenommen, mit der Steigerung der Produktion von im Juni 5000 Model Y auf 7500 pro Woche erstmals die volle Kapazität zu nutzen.
Die Frage, wofür Tesla im nächsten Jahr in Grünheide eine neue riesige Halle bauen will, wird nur in dem MOZ-Bericht angesprochen. Beobachter gehen demnach davon aus, dass es „um ein weiteres Fahrzeug gehen“ soll, also nicht nur um mehr Model Y. Das klingt insofern plausibel, als die genehmigte Kapazität der bestehenden Gigafactory-Halle, die speziell dafür errichtet wurde, nicht ausgeschöpft ist. Mit einer weiteren Produktionslinie darin dürfte sich die Produktion des Model Y wenn nötig viel schneller steigern lassen als mit einem Neubau.
Neue Tesla-Modelle aus Grünheide?
Als Kandidaten nennt die Lokalzeitung das Robotaxi-Cybercab und den Sattelschlepper Semi, die Tesla-CEO Musk den Beschäftigten der deutschen Gigafactory im März in Aussicht gestellt hatte. Außerdem erwähnte er als mögliches Produkt für die Zukunft den Roboter Optimus, also eigentlich die gesamte restliche Elektroauto- und sonstige Palette von Tesla abgesehen vom Cybertruck, der in Europa nicht unverändert zugelassen werden kann, und vom Model 3. Dabei würde sich das Model 3 als der zweite Volumen-Tesla, der derzeit aus China auf den Kontinent geliefert wird, für Grünheide vielleicht ebenfalls anbieten.

