Autopilot Geschwindigkeit-Restriktionen können auch von der Umgebung abhängen

Wir hatten erst kürzlich darüber berichtet, dass Tesla beim Autopiloten neue Restriktionen eingeführt hat, wodurch dieser nun außerhalb von Autobahnen strikt dem auf der jeweiligen Straße erlaubten Tempolimit folgt. Zuvor konnte man eine Toleranz-Überschreitung manuell einstellen, welche maximal 10 km/h über der erlaubten Fahrgeschwindigkeit betragen konnte.

Obwohl man bisher dachte, dass diese Geschwindigkeit-Restriktionen ausschließlich von dem auf der Straße geltendem Tempolimit abhängen, gibt es offenbar noch einen weiteren Faktor. Wie der Branchendienst Electrek berichtet, spielt auch die Umgebung eine entscheidende Rolle, wie sich der Autopilot auf der jeweiligen Straße verhält bzw. welche Geschwindigkeit er einhält.

Einige Tesla-Fahrer fanden heraus, dass der Autopilot unter bestimmten Bedingungen nicht nur auf die erlaubte Höchstgeschwindigkeit runterbremst, sondern teilweise diese noch deutlich unterschreitet. Der bekannte Tesla-Hacker Jason Hughes, besser bekannt unter seinem Pseudonym wk057, hat einen Screenshot von einem solchen Fall gemacht:

Auf dem Bild ist zu sehen, wie der Fahrer sich einer 65 mph Zone nähert, bei der man erwarten würde, dass der Autopilot von den zuvor gefahrenen 70 mph entsprechend runterbremst. Nun gibt der Autopilot jedoch den Hinweis, dass es hier eine Restriktion auf 50 statt 65 mph gibt. Das System würde also deutlich unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit abbremsen.

Was erst einmal wie ein Systemfehler erscheint, ist in Wahrheit so gewollt. Wie es heißt, soll diese neue „Funktion“ dazu beitragen, dass weniger Unfälle mit dem Autopiloten geschehen und der Fahrer selbst die Kontrolle in entsprechende Umgebungen übernimmt, wo der Autopilot seine Schwierigkeiten hat – z.B. auf Straßen ohne klar getrennte Fahrbahnen.

Wenn auf der anliegenden Fahrbahn ein großes Verkehrsaufkommen erkannt wird, könnte der Autopilot die Geschwindigkeit sogar unter dem Tempolimit setzen, da es die Situation als erhöhtes Risiko für einen Unfall einstuft. Zwar ist der Autopilot weiterhin in der Lage selbstständig zu lenken, es wäre jedoch sicherer, wenn er langsamer fährt oder der Fahrer die Kontrolle übernimmt.

Auf Twitter erklärte Musk bezüglich der Geschwindigkeit-Restriktion, dass diese womöglich bald weiter angepasst wird. Wenn man beispielsweise ein vorausfahrendes Auto hat oder häufig überholt wird, weil der Verkehrsfluss deutlich schneller ist, als die erlaubte Höchstgeschwindigkeit, dann wird sich der Autopilot entsprechend dem Verkehrsfluss anpassen.

Im Übrigen gab es laut Musk kein auslösendes Ereignis für die Einführung dieser Restriktion. Die meisten Fahrer sollen auf kurvenreichen Straßen jedoch generell zu schnell fahren, heißt es.

  • ThomasJ

    Eine an die Umgebung und dem eigenen Können angepasste Geschwindigkeit.
    Der AP kanns.
    Das nenn ich „Vorsprung durch Technik“.

  • PhSwX

    Wenn man nur den Tempomat verwendet (d.h. ohne Autosteuerung) kann man immer noch jedes Tempolimit setzten, auch wenn dies höher wie das angegebene offizielle Tempolimit ist.
    Bisher konnte ich nach dem Update in gewissen Situationen auch mit der Autosteuerung das Tempolimit überschreiten, in anderen aber nicht. Ich habe aber noch keine Regel dazu herausgefunden.

    Ausserdem reduziert das Auto schon vor dem letzten Update sowohl mit dem Tempomat wie auch mit der vollen Autosteuerung vor engen Kurven selbstständig das Tempo.
    PS: Kommentatoren die sich über eine Funktion aufregen sollen doch bitte angeben, dass sie keine Tesla-/Autopiloterfahrung haben…. (Dies gilt noch nicht für die aktuelle Diskussion)

  • Will_Elektroauto

    Leider steht im Bereicht nichts von den äußeren Umständen, die zu der Limitierung geführt haben.
    Mir fallen in meiner Gegend auch Stellen ein, bei denen man das Lenkrad schon gut festhalten muß, will man den Streckenabschnitt in der ausgeschilderten Höchstgeschwindigkeit fahren. Wenn der AP dann sagt, „nee, hier mal etwas langsamer“ ist das im Prinzip ne gute Sache, und dient der Sicherheit. Scheint ja wohl schon zu funktionieren.
    Interessant wäre wie gut der umgekehrte Weg funktioniert: AP erkennt mitten in der Pampa ein sinnloses 50-Schild, hält sich dran, und erkennt dann, daß sich hinter dem Auto eine Schlage bildet, und ständig überholt wird, und das passiert anderen Teslas auch, bzw. der AP wird gegelmäßig an der Stelle ausgeschaltet, und Fahrer übernimmt selbst. (dank Onlineverbindung ja auswertbar) Wenn AP dann (Und NUR dann!!) eine höhere als die vorgegebene Geschwindigkeit zumindest als aktive Eingabe des Fahrers (mit allen rechtlichen Konsequenzen) zuläßt, … wäre schon gut, und macht IMHO die Diskussion ein paar Tage zuvor überflüssig..

  • ThomasJ
    • W. Müller

      Full ackn, ThomasJ.
      Habs auch gerade gesehen.

    • Luganorenz

      Und wie es den SUV umhaut… Super Useless Vehicle! Die gehören verboten!
      Aber schon cool wie der Tesla bremst.

  • Karsten Jung

    Bei mir in der Gegend, werden jetzt im Tesla 80km/h Tempolimit angezeigt und der wagen auch auf 80km/h begrenzt, obwohl kein Tempolimit vorliegt.

    Das habe ich Tesla auch gemeldet und als Antwort kam, sie arbeiten an Updates.

  • W. Müller

    In der Schweiz habe ich bisher die Beschränkung nicht bemerkt (Software 2.50.115) heute morgen. (83km/h möglich mit AP bei signalisierten 80km/h)