Mehrere Tesla-Kunden melden monatelange Reparaturzeit, da Teilebeschaffung zu lange dauert

Gestern wurde ein Artikel auf The Motley Fool veröffentlicht, der darüber handelt, wie ein Tesla-Kunden nun seit fast acht Monaten (genauer: sieben Monate, drei Wochen und drei Tage) auf die Reparatur seines Fahrzeugs wartet, nachdem dieses bei einem Auffahrunfall beschädigt wurde. Der Artikel wurde vom Kunden selbst verfasst, der sein Fahrzeug immer noch nicht wieder hat.

Der Verfasser ist langjähriger Tesla-Enthusiast und besitzt Aktien des Unternehmens seit 2011. Ende 2015 entschied er sich zusammen mit seiner Frau ein gebrauchtes Tesla Model S zu kaufen, welches er am 27. Januar 2016 erhielt. Von Tesla weiterhin überzeugt, reservierte er sich am 31. März ein Tesla Model 3, also direkt am ersten Tag des Reservierungsbeginns.

11. Juli 2016: Tag des Unfalls

Während der Mann bei der Arbeit war (er arbeitete im Sommer kurzzeitig für Tesla in Fremont), war seine Frau auf dem Heimweg von ihrer Arbeitsstelle. Sie hielt an einer roten Ampel an, als plötzlich hinter ihr ein anderer Fahrer nicht rechtzeitig auf die Bremse trat und ihr mit relativ langsamer Geschwindigkeit hinten auffuhr. Niemand – außer den Fahrzeugen – ist zu Schaden gekommen.

Der Schaden am Model S sah direkt nach dem Unfall so aus:

Direkt nach dem Unfall. Bild: Evan Niu

Laut dem Kunden sieht der Schaden schlimmer aus als er ist. Das liegt daran, da das Model S und X aus einem großen Teil aus Aluminium bestehen, welches  – im Gegensatz zu Stahl – weicher ist und leichter zerknautscht. Das wiederum hat große Vorteile in Bezug auf Sicherheit, da es einen Aufprall besser absorbieren kann. Der Nachteil ist, dass Aluminium deutlich teurer ist.

Fast acht Monate Reparaturzeit

Nach weniger als sechs Wochen im Besitz des Kunden, musste das Model S leider zur Reparatur gehen. Obwohl Tesla auch vieles selbst repariert, nutzt man bei größeren Reparaturarbeiten an der Karosserie die vom Unternehmen lizenzierten Body Shops von Drittanbietern. In der unmittelbaren Umgebung des Kunden gab es einen solchen Shop, der die Reparatur durchführen konnte.

Nachdem der Kunde das Auto zum Body Shop gebracht hat, haben die Mitarbeiter die vom Unfall betroffenen Fahrzeugteile abgebaut und entsprechend neue Teile bestellt. Nachdem auch nach drei Monaten die bestellten Fahrzeugteile nicht eingetroffen sind, hat der Kunde direkten Kontakt zu Tesla über die entsprechende Service-Hotline aufgenommen.

Bei Tesla wollte niemand die Verantwortung für dieses Problem übernehmen, sodass der Kunde immer weitergereicht wurde. Erst nach mehrmaligen Versuchen hat ein Service-Manager sich der Sache angenommen. Obwohl einzelne Fahrzeugteile daraufhin eintrafen, haben diese nicht ausgereicht, um die Reparatur zu beginnen, weshalb das Fahrzeug weiterhin in der Werkstatt stand.

Im November, vier Monate nach dem Unfall, garantierte Tesla, dass die Fahrzeugteile spätestens in der letzten Novemberwoche eintreffen würden. Das taten sie jedoch nicht. Mitte Dezember erhielt der Body Shop dann endlich genügend Teile (jedoch nicht alle), um mit der Reparatur zu beginnen. Die Arbeiten sollten jedoch erst Anfang Januar starten, nach den Feiertagen.

Zu den letzten fehlenden Teilen zählten u.a. Blindnieten. Diese sind für Tesla offenbar schwer zu besorgen, da auch ein weiterer Kunde sich im Forum Tesla Motors Club über dasselbe Problem beschwert. Nichtsdestotrotz versicherte Tesla nach einer weiteren Kontaktaufnahme durch den Kunden, dass man die verbliebenen Fahrzeugteile nun geliefert hat.

Ende Januar bestätigt dann auch der Body Shop, dass man alle Teile erhalten hat, um die Reparatur abschließen zu können. Mittlerweile war das Fahrzeug sechs Monate in der Werkstatt und somit länger in Reparatur als im Besitz des Kunden.

Vor wenigen Wochen bestätigt der Body Shop, dass das Fahrzeug demnächst in die Lackiererei kommt, wonach es noch ein paar Wochen braucht, um die lackierten Teile zusammenzusetzen, die Elektronik zu kalibrieren und ein ein paar weitere Arbeiten vorzunehmen. Zudem müsse die 12V-Batterie ausgewechselt werden, da diese nicht mehr aufladen kann (möglicherweise weil das Fahrzeug so lange stand).

Die Werkstatt hatte die Batterie vor eineinhalb Wochen geordert und wartet seither auf die Lieferung. Tesla nutzt offenbar einen speziellen Zulieferer für die 12V-Batterien, welcher mit der Nachfrage des Unternehmens nur schwer hinterherkommt. Sobald Tesla die Batterie liefert, wird das Fahrzeug innerhalb ein oder zwei Tagen fertig sein. Die Fertigstellung ist für diese Woche geplant.

Fahrzeug der Eltern ausgeliehen

Obwohl Tesla oftmals Ersatzfahrzeuge zur Verfügung stellt wenn das Kundenfahrzeug sich im Service befindet, gilt dies nicht für Reparaturarbeiten an der Karosserie. Da der Kunde jedoch entsprechend versichert war, konnte er sich durch seine Versicherung ein Ersatzfahrzeug mieten. Die maximale Mietdauer beträgt hierbei jedoch nur 45 Tage.

Der Kunde müsste sich nach diesen 45 Tagen auf eigene Kosten ein Fahrzeug anmieten, was wiederum 1.000 US-Dollar pro Monat kosten würde – wohlgemerkt: man zahlt weiterhin die monatlichen Kreditraten für den Tesla. Um dem zu entgehen, haben die Eltern des Betroffenen ihm ihr eigenes Fahrzeug zur Verfügung gestellt, da sie es als Rentner nicht häufig bräuchten. Dadurch konnte er bisher 7.000 US-Dollar sparen, die für das Mieten des Ersatzfahrzeugs fällig wären.

Obwohl der Kunde glaubt, dass sein Fall wahrscheinlich ein Ausreißer war, macht er sich dennoch sorgen, wie Tesla ein viel größere Kundschaft befriedigen kann, wenn das Model 3 auf den Markt kommt. Analysten haben schon mehrmals gewarnt, dass der Massenmarkt weniger verzeiht als die meisten bisherigen Tesla-Kunden, die noch als Early Adopter gelten.

Weitere, ähnliche Fälle werden gemeldet

Wahrscheinlich sind acht Monate Reparaturzeit tatsächlich eine Ausnahme. Nichtsdestotrotz zeigen weitere Fälle, bei denen Kunden ebenfalls über mehrere Monate auf Fahrzeugteile warten mussten oder noch müssen, dass es deutliches Verbesserungspotenzial in der Teilebeschaffung gibt.

Ein weiterer Kunde berichtete auf der Internetplattform Reddit vor fünf Monaten über einen Unfall mit seinem Tesla Model S (siehe Bild unten). Vor wenigen Stunden schrieb er, dass er sein Fahrzeug immer noch nicht wieder habe. Zwar sei der Body Shop vor wenigen Wochen mit der Reparatur fertig geworden, da es jedoch völlig neue, überarbeitete Ersatzteile waren, verweigert das Auto seither den Start. Nun sei das Fahrzeug direkt zu Tesla geschickt worden, damit die das Problem beheben.

Frontalcrash mit einem Tesla Model S vor fünf Monaten. Bild: Reddit-Nutzer timdorr

  • Stefan

    Das Tesla Probleme mit Kapazitäten hat kann man ja immer wieder im Forum lesen. Dort liest man immer wieder, dass der Vertrieb, die Auslieferung und auch der Service in verschiedenen Niederlassungen überlastet ist. Dieser Bericht passt da ins Bild.

    Der Erfolg eines Unternehmens ist nun mal – auch wenn es einige Manager nicht wahrhaben wollen – von deren Mitarbeitern abhängig und das sind keine Roboter!!

    Ich hoffe das Elon diese Meldung ernst nimmt und sich umgehend darum kümmert das all diese Probleme angegangen werden, sonst könnte ihn das von ihm angetriebene Wachstum den Erfolg rauben.

    • theBIGeasy

      Falls das wirklich an Musk hängen sollte, dass da was passiert, dann wäre das nur einer weiterer Beleg, dass Tesla organisatorisch falsch aufgestellt Schon einen Laden mit 1.000 MA kann man nicht mehr wie ein StartUp führen. Dann kommt nämlich so was bei raus. Und dann noch das aggressive Wachstum…

  • Gustl

    Das gefällt mir gar nicht!

    Möchte jemand ein noch nicht zugelassenes Model X P100D, 5-Sitzer, mit vielen Extras kaufen?

    • cleeee

      Was hat das damit zu tun?

    • Kyle Seven

      Ach klar, 100 EUR 😉 na gut will nicht so sein: 10.000 EUR weil du es bist!

      • Kyle Seven

        Cash

    • boingboing

      Also ich würde nicht empfehlen, wegen einer Meldung zu teilweise problematischer Ersatzteilversorgung, die es auch bei anderen Herstellern gibt, eines der besten Autos der Welt ungefahren wieder abzugeben. Aber jeder wie er meint. 😉

  • theBIGeasy

    Bei dem Schadensbild frag ich mich, ob die dritte Sitzreihe wirklich so eine tolle Idee ist. Sieht aus, als wenn ein SUV mit Bullenfänger aufgefahren ist.

    • McGybrush

      Sie ist genau so unsicher wie bei allen anderen dritten Sitzreihen. Tesla ist nicht der beste aber alle anderen auch nicht. Man darf dann aber gar kein Auto fahren. Denn ein Seiten Crash hat genau so wenig knautsch Zone.

      • theBIGeasy

        Das ist doch unreflektierter Quatsch. Hier ist die dritte Sitzreihe nach hinten ausgerichtet. D.h. bei einem Auffahrunfall wie hier wird der Kopf Richtung Heckklappe „geschleudert“ und die Halswirbel überstreckt.

        • McGybrush

          Matsch ist Matsch. Ob ich die Stosstange nun an Hinterkopf oder der Stirm abbekomme wird in der Rede 3Tage später keine erwähnung finden. Zumal die dritte Sitzreihe keine Pflichtveranstaltung ist. Man darf nach wie vor auch VW Busse kaufen. Das sind halt notsitze. Beim Mottorad fragt auch keiner nach ner Kopfstütze beim Unfall. Ist halt so.

        • jomein

          Was da, wo überstreckt ist, ist Latte. Unfälle können böse ausgehen. Ist halt so.

    • boingboing

      Bevor sich hier noch mehr zerfleischt wird:
      Die Model S mit den rückwärts gerichteten Kindersitzen haben einen speziellen Auffahrschutz im Heckstoßfänger integriert, sprich sie sind am Heck steifer als welche ohne die rückwärtsgerichtetenden Kindersitze als Option. 😉

      Ich gehe stark davon aus, dass das Fahrzeug oben im Bild die Sitze NICHT hat.

      • theBIGeasy

        Der Stoßfänger ist ist doch kaum lädiert. Die Heckklappe hart’s aber bös erwischt oder ist die dann auch verstärkt?

  • cleeee

    Das ist wirklich alarmierend. Hier muss Tesla im Hinblick auf das Model 3 massiv Kapazitäten erhöhen, sonst leidet das Image gewaltig…

    • TeeKayEV

      Das ist doch kein Kapazitäts-, sondern ein Organisationsproblem. Tesla müsste das nur mal als Problem erkennen und die Ersatzteillagerung und -lieferung an einen fähigen Logistiker wie z.B. Amazon auslagern. Der normale Mitarbeiter kennt das Organisationschaos bei Tesla sehr gut. Aber das Topmanagement beschäftigt sich lieber mit Twitter, ständigen Preiserhöhungen, Raumfahrt und Zukunftsvisionen statt ödem Managementalltag.

      • cleeee

        Das ist auch wahr.

        Allerdings halte ich es nicht für richtig Elon Musks und Teslas Aktivitäten bei Twitter oder bei der Raumfahrt zu kritisieren. Es ist eben gut für das Image und man ist seinen Kunden gewissermaßen nah. Er twittert zwar viel aber es ist ein absoluter workaholic. Ich denke er arbeitet deutlich über seiner Belastungsgrenze.

  • Richard Müller

    Cool bleiben: noch vor kurzem musste ein Youtuber ( https://www.youtube.com/channel/UC3rz4cx41jWj7shRBTetzkw ) sein Auto nach einem Unfall reparieren lassen. Dauerte ca. nen Monat (wenn ich mich recht erinnere). Und es war kein kleiner Schaden.

    • DerSchneider

      Ja, bei dem hats glaub ich eine komplette Seite erwischt.

    • Stefan

      Sorry, aber wenn ich auf meinen Wagen 4 Wochen oder länger verzichten müsste weil Ersatzteile fehlen würde ich nicht cool bleiben. Ich erwarte von jedem Autohersteller das er Ersatzteile innerhalb von wenigen Tagen an jede ihrer Niederlassung und/oder zertifizierten Partner liefern kann. Das eine grosse Reparatur länger dauert ist klar, aber wenn sie nicht begonnen werden kann weil Teile fehlen ist das für mich „unprofessionell“.

      Wer Autos verkauft muss auch den Service dafür sicherstellen und wie die Beispiele zeigen gibt es hier wohl deutlichen Verbesserungsbedarf.

      Deshalb ist Tesla nicht „schlecht“ – aber sie müssen merken das sowas auch wichtig ist und nicht vernachlässigt werden darf.

      • theBIGeasy

        Die Stoßrichtung bei Tesla heißt aber Wachstum, da ist so was profanes wie Ersatzteilversorgung nur im Weg. Außerdem kostet das.

      • Richard Müller

        Ein Arbeitskollege hat mal einen größeren Schaden auf der Autobahn erlitten und das war ein BMW. Er musste auch mehrere Wochen warten. Bei dem Youtuber waren es auch Schweißarbeiten usw…das war schon gerechtfertigt. Und dennoch. Tesla ist nunmal noch nicht so sehr vertreten wie die etablierten Hersteller. Deswegen gibts auch keine Dritthersteller…da sind lange Wartezeiten normal..

        • Stefan

          Sorry, dass sehe ich anders. Tesla achtet ja darauf des es nicht allzuviele Optionen gibt und sollte daher in der Lage sein auf jedem Kontinent ein Lager einzurichten. Sie wissen auch wieviele Wagen in Zuständigkeitsbereich jedes Lagers aktiv sind und können daher viel besser als traditionelle Hersteller hochrechnen wieviele Teile pro Zeiteinheit benötigt werden.
          Dieses Problem ist mit Sicherheit einfacher zu lösen als sich vorzunehmen nächstes Jahr zwei Personen um den Mond fliegen zu lassen.

          Vielleicht ist genau diese fehlende Herausforderung das was dazu führt das man sich darum nicht kümmert.
          Das ist nur leider ein Thema das einem viel (negative) Presse einbringt wenn man sich „nicht“ drum kümmert und wenn es klappt kaum einer drüber redet.

          Gut das das Thema nun in USA offen diskutiert wird – wenn sich was tut dann nur dort.

    • jomein

      Da müssen die aber viel lernen. BMW zB hat ein großes Ersatzteillager in Frankfurt / Main. Als ich mal einen größeren Schaden hatte, da waren die Teile noch am selben Tag da. (Wohne nicht weit von FFM). Dauerte dann 2 Wochen, wegen Lackarbeiten. Aber, die Teile waren noch am selben Tag da.

  • Auf den Austausch der 12V Batterie warte ich auch schon seit Mitte Januar.
    Einmal liess ich die Warnung ausschalten, damit ich wenigstens eine aktuelle Firmware hochladen konnte. Jetzt werde ich einfach laufend vertröstet. Es geht da ja nicht um irgend ein kompliziertes und teures Teil…. es ist NUR die 12V Batterie, welche sie offenbar nicht am Lager haben. Aktuell kann man mit dem Tesla Service echt nicht zufrieden sein.

    • theBIGeasy

      Hat mitgeteilt, was an der so besonders ist?

      • Mir ist nur bekannt, dass Tesla nur ihre eigenen, von ihnen zugelassenen Batterien verbauen. Ob da irgend etwas daran speziell ist, müsste ein Techniker (der hier vielleicht auch mit liest) beantworten.

        • theBIGeasy

          Ich hab mich aus Neugier mal schlau gemacht. Ist ne gewöhnliche Blei-Säure-Batterie mit lediglich 33Ah. Nur die Pole sehen etwas ungewöhnlich aus, scheinen aber auch nur verschraubt zu sein.

  • Peter Müller

    Man kann jede Reparatur anfangen und weit fertigstellen, bevor die Neuteile da sind. Man benötigt nach dem Lackieren auch keine WOCHEN um ein Fahrzeug zusammen zu setzen. Blindnieten gibt es selbst in Supermärkten genügend, sicher jedoch im Baumarkt.

    • McGybrush

      Jein. Wenn die Grösse oder das Material nicht passt dann Korrodiert oder hält es nicht. Allu Legierung verträgt sich auch nicht mit alles und jedem. Zumal je nach Anwendung auch eine Festigkeit gefordert wird die der Baumarkt nich vorab garantieren kann. Kann klappen, muss aber nicht. Traue einer Werkstatt schon zu das die Baumarkt Nieten oder Plan B nehmen würden wenn es um kleinkram gehen würde. Man unterschätzt heutige Karossen und berechtigte Instandsetzungsvorgaben.

      • Peter Müller

        Es gibt aber bei Tesla keine Blindnieten, die es bei ebay nicht auch gibt. Die „Instandsetzungsvorgaben“ und „Garantieen“ von Nietenherstellern sind bei diesem Bagatellunfall nicht von großer Bedeutung. Das FZ auf dem Bild kann in einer bis 2 Wochen repariert werden, wenn man sich bewegt. Ich denke das war der falsche „Bodyshop“.

        • McGybrush

          Gebe ich Dir Recht das dieser Schaden in ich sag mal 4 Wochen hätte behebt werden müssen. Da ich nicht weiss wo die Nieten fehlen kann ich es nun nicht genau beurteilen. Ausser das ich aus der Materie Autowerkstatt komme und selbst Kollegen die es wissen sollten Vorstellungen haben wo man sich manchmal frag, was glaubst Du denn wie das gehen soll. Nur weil man 1980 das Blech schnell gedängelt hat heisst es nicht das es 2016 auch bei Aluminium geht. Es muss leider sehr aufwändig getauscht werden.

          Der Laie sieht eine eingedrückte Stosstange und eine kaputte Heckklappe. Der Fachmann sieht hier wohlmöglich eine bebogene Aufhängung der Heckklape in der Dachkarosse und ein Deformation im Wagenunterbau (wo ich die Hoch festen Nieten für Aluminium auch vermute) im hinten unteren Bereich. Diese Deformation kann noch so klein sein. Es ändert nichts daran wie es am Ende getauscht werden muss. Denn der kann nicht zurück verformt werden sondern muss an vorgegeben Stellen getrennt und im ganzen ersetzt werden. Beides für sich genommen eine Katastrophe was der Mehraufwand betrifft. In dem Fall hätte es dennoch in 4 Wochen hätte machbar sein müssen. (Monate ist definitiv Induskutabel. Keine Frage. Ein umbau beim Cabrio in eine neue Rohkarosse ist z.B. in 6 Wochen machbar.

  • Skynet

    Probleme mit Ersatzteilen gibt es ja immer mal wieder. Ich kann mich noch gut an das Problem mit Bosch-Einspritzdüsen erinnern. Mangels Ersatzteilen wurden nur die defekten getauscht bis 4 Wochen später die nächste hinüber war. Nur waren diese Probleme nach 6 Monaten auch behoben.

    Bei Tesla scheint es aber ein gravierendes Problem zu sein. Selbst wenn sie nur in den USA Ersatzteile vorhalten würden und per Schiff transportieren lassen, ist alles über 4 Wochen eigentlich zu lang. Bei den Ersatzteilpreisen müsste aber auch ein Flugtransport selbstverständlich sein. Eigentlich würde ich erwarten, dass auch in Europa ein ausreichend dimensioniertes Ersatzteillager vorhanden ist, zumal wir aktuell nur über zwei/drei Modelle reden. (Alle) Mitbewerber schaffen es ja auch im Normalfall in zwei Tagen in Europa die Teile zu liefern. Wenn ich mal den Akku und Teile wie Sitze ausklammere sind das auch keine großen Kosten.
    Wie sieht es denn eigentlich beim Roadster aus? Gab es dort auch die Probleme und/oder bekommt man dafür heute eigentlich noch Teile.

  • Andreas Ullrich

    Ich kann mich bisher nicht beklagen. Eine MS Ersatzfrontscheibe (Steinschlag) war innerhalb weniger als einer Woche verfügbar und durch den Schweizer Vertragspartner AMAG schnell und kompetent eigebaut. Ebenso das Richten der Heckklappe beim örtlichen Tesla Service Center.

  • eCar-Fan und TESLA-Fahrer

    Ich denke, dass wissen die bei TESLA inzwischen längst und arbeiten auch mit Hochdruck daran.

    Übrigens: ich kenne auch Fälle deutscher Hersteller, bei denen Kunden Wochen und sogar Monate auf die Reparatur ihres Fahrzeugs warten mussten, weil wichtige Bauteile -u.a. gerade auch eine Heckklappe- eines gängigen Massenmodells nicht geliefert werden konnten.

    Das entschuldigt zwar die Probleme von TESLA keineswegs, zeigt aber, dass es definitv kein besonders heraus zu stellender Einzelfall in der Autobranche ist. Auch wenn dies für den Betroffenen ohne Frage äußerst unangenehm ist. Aber über den VW- oder AUDI-Kunden, der Monate auf sein Fahrzeug wartet, berichtet auch keiner.

  • theBIGeasy
  • jomein

    Kenne ich hier, in Indonesien, nur so. Hat aber nichts mit Tesla zu tun. Jeder Hersteller, der hier nicht selbst produziert, hat massive Probleme Ersatzteile ins Land zu bekommen. Autos stehen gerne 12+ Monate rum. Da kann man mitfühlen.

  • Fritz!

    Könnte es sein, daß ein Teil der Probleme mit den Ersatzteilen in der großen Nachfrage nach „kompletten Teslas“ liegt? Jede Tür oder Heckklappe, die ich mir als Ersatzteil aufs Lager lege, kann nicht in ein neues Auto gebaut werden, bzw. reduziert die mögliche Anzahl an neuen Autos. Es wird mit Sicherheit Ersatzteile geben, da können mehr von produziert werden, als neue Autos fertig werden, da sollte es kein Problem sein.

    Aber die z.B. weiter unten angesprochenen 12 Volt-Batterien könnten so ein Engpaß sein. Wenn der Zulieferer dort einen Engpaß hat, könnte es sein, daß Tesla die eigene Produktion dem Aufbau eines Ersatzteillagers vorzieht. Tesla ist ja nun immer noch in einer starken Wachstumsphase, die die anderen PKW-Hersteller hinter sich haben. Die Produktion dort hat ein bestimmtes Level erreicht, sie könnten eher mehr als weniger Autos produzieren, da fällt immer mal was für die Ersatzteilversorgung ab. Außerdem sind die Modelle oft älter und werden schon länger produziert, da ist der erste Run schon vorbei und die Ersatzteile werden auch wichtiger, weil es dann schon die ersten Rostschäden gibt (als Beispiel).

    Ist nur so eine Idee…

  • Richard Müller

    Muss nochmal zum Youtuber https://www.youtube.com/watch?v=nr3qorG9S_o etwas sagen: Er hatte leider erneut ein Problem und der Frontmotor und ein Kabel, dass zum Frontmotor führt mussten ersetzt werden. 10 Tage. Finde ich absolut in Ordnung.

    Also es kann sich bei den Verzögerungen nur um Einzelfälle handeln…Wirds bei VW, BMW usw. auch geben…

  • ThomasJ

    Etwas OT aus der Schweiz mit spannenden Schweizer Zahlen (Sorry TK, wenn ich dein Forum damit „missbrauche“)

    „Was wäre, wenn die Schweizer Neuwagen 2015 auf einen Schlag durch Elektroautos ersetzt würden?“
    https://uploads.disquscdn.com/images/23896aa0313eb2df147795f7b0d97a2ff0caef61be2030d26d3c4faa85038033.jpg

    Dies und mehr unter:
    https://www.12energy.ch/

    • PV-Berlin

      Um so ‚Viel‘ Strom auf einen Schlag zu bekommen, müsste die Schweiz 856 MWp PV p.A. zubauen. Ergo „fast“ unmöglich!

      bloß dann hätte die Schweiz ein noch viel größeres Problem, der Franken würde durch die Decke gehen, dann astronomischen Handelsüberschuss, ergo lieber Diesel und Benzin!

      • ThomasJ

        Da ging es doch glatt 2 Tage bis jemand die Frage stellt – woher denn den Strom nehmen?

        Mit dieser Grafik ist weniger das Ziel – vom Oel auf Strom – interessant
        (PV, Wind, optimierte Wasser-Speicherkraftwerke, Batteriespeicher für
        optimalere Strom Nutzung, optimierte Endgeräte und somit mehr Strom für
        alternative Energiefresser (BEV), etc.) – viel mehr der Weg, wie kommt man vom
        Oel weg zu Alternativen. Dazu dienen diese Zahlen als Aha-Erlebnis. Als
        Alternativen zum Oel meine ich nicht Kohle- oder Atomkraftwerke. Dieses Umdenken geschieht im Kopf und man sollte nicht bei der ersten, nicht abschliessend befriedigenden Antwort sich wieder auf Diesel oder Benzin lenken lassen.
        Sie haben mit ihrer PV-Anlage einen Schritt in die richtige Richtung unternommen,
        andere sollen nachziehen (bin mein Budget am sortieren… ) und schon bewegt man sich in die richtige Richtung. Zielstrebig und hartnäckig.

        Der starke Franken ist etwas komplexer. Die Regulatoren
        funktionieren ganz gut. Jetzt und da bin ich sicher, auch in Zukunft. Die SNB
        und die Politik mit Handelsabkommen machen da einen ganz gute Job.

        • Pamela

          „Da ging es doch glatt 2 Tage bis jemand die Frage stellt – woher denn den Strom nehmen?“
          Liegt wahrscheinlich daran, dass viele hier – wie Du und ich, lieber Thomas, der Meinung sind, dass die Entwicklung und der Ausbau der Erneuerbaren noch längst nicht am Ende ist. Spricht wieder für dieses Forum.

          Ich bleibe sogar Optimist und hoffe, dass es nur noch einiger Generationen dauern wird, bis die Menschen erkennen, dass das liebe Geld nicht mehr das Argument für oder gegen eine Veränderung sein soll. Das setzt natürlich voraus, dass alle sich dieses Umdenken leisten können. Das geht nur mit großen gesellschaftliche Veränderungen. Wenn die menschliche Gesellschafft gerechter und sinnhafter organisiert würde, könnten alle mit mehr Würde und Einklang mit der Natur leben.

          – An sowas hab ich dabei gedacht … LG

          • ThomasJ

            LIKE !!

  • Huchui Tom

    Ein gute Freund besitzt einen Peugeot. Eines Tages geht der Scheibenwischer nicht mehr. In der Peugeot Werkstatt wurde ihm mitgeteilt, der Motor sei kaputt und muß gewechselt werden. 5 Monate später hat die Werkstatt dann den Motor erhalten. Also, das passiert auch bei anderen Fahrzeugherstellern. Was keine Ausrede sein soll!

    • PV-Berlin

      Der Freund kann zu jedem besseren Schrottplatz fahren und/oder bei eBay & Co. suchen, wenn er länger als 2 h suchen muss, handelt es sich um ein Modell von Peugeot, das mehr als 100.000 € wert ist, ergo, aus den leider vergangenen glanzvollen Zeiten der Marke.

      Meine Werkstatt nutz alle Distributionskanäle (Tata),

      von Tesla erwarte ich, dass sie zur Not Teile aus Neufahrzeugen ausbauen, um mich mobile zu halten. (Bei Nutzfahrzeugen durchaus üblich)

      alles > 1 Woche inkl. Lackierung wäre für mich inakzeptable. Wir sprechen hier zu 98% von einem Dienstfahrzeug das mich mobile halten soll und eben nicht um eine Spielzeug (Porsche u.ä.)

      Da könnte Tesla den Markt vollkommen falsch einschätzen.

      *Klar, in der Liga hat man meist Zugriff auf mehr als 1 Fahrzeug. Aber das darf keine Ausrede sein.