Tesla führt offenbar neue Autopilot-Hardware und Warngeräusche für Fußgänger ein

Wie CleanTechnica berichtet, soll Tesla schon bald neue Autopilot-Hardware und eine weitere Vorrichtung einführen, die Warngeräusche für Fußgänger erzeugt. Den Hinweis für diese Neuerungen hat der Branchendienst von einem Leser erhalten, weshalb man nicht von bestätigten Tatsachen sprechen kann. Einen ähnlichen Hinweis hatten auch die Kollegen von Electrek erhalten, wollten jedoch ohne konkrete Beweise nicht darüber berichten.

Wie es heißt, soll Tesla eine neue Trifokal-Kamera als Autopilot-Hardware einsetzen. Dabei handelt es sich gewissermaßen um drei Kameras in einem Gerät. Eine solche Kamera kann die Tiefenwahrnehmung verbessern und weiter entfernte Objekte erkennen. Zudem wird es dadurch möglich, plötzlich auftauchende Fußgänger und andere unerwartete Gefahrenquellen zu erkennen.

Eine Trifokal-Kamera wie sie in Fahrzeugen von Volvo Verwendung findet.

Eine Trifokal-Kamera wie sie in Fahrzeugen von Volvo Verwendung findet. (Bild: Volvo)

Bezüglich der Vorrichtung zur Erzeugung von Warngeräuschen für Fußgänger ist indes nichts bekannt. Es ist auch eher unwahrscheinlich, dass sich Tesla zu solchen Spekulationen vor einer offiziellen Vorstellung äußert.

Tesla könnte die neue Hardware – wenn sie denn tatsächlich eingeführt wird – mit dem neuen 75 kWh-Akkupaket vorstellen, was ab Ende dieser Woche verfügbar sein soll. Welche neuen Möglichkeiten mit diesem Autopilot 1.5 entstehen, ist nicht bekannt. Ebenfalls unbekannt ist, ob man die Hardware nachrüsten kann, wenn man bereits die aktuelle Autopilot-Hardware hat. In solchen Fällen sah es bei Tesla in der Vergangenheit eher weniger gut aus. Man sollte also nicht zu viel Hoffnung reinsetzen.

Erst Ende März hat Tesla-CEO Elon Musk den Autopilot-Zulieferer Mobileye besucht, um eine neue Autopilot-Hardware zu testen. Ob es sich dabei tatsächlich um die genannte neue Hardware handelte oder doch um eine ganz andere Stufe des autonomen Fahrens, die Musk erst in den nächsten zwei Jahren erwartet, werden wir womöglich in nächster Zeit erfahren.

  • Dr. F

    Weiss irgendjemand hier, wie Tesla das vollautonome Fahren nur mit Front- und Heckkameras (und einigen Sensoren und Radars) realisieren will? Ich stelle mir gerade die Situation vor, dass man an einer Kreuzung steht (evtl. sogar eine Einfahrt zu einer 80er Strecke) und links und rechts kontrollieren muss ob etwas kommt. Wie will man das ohne seitlichen Kameras bewerkstelligen? Die 360° Ultraschallsensoren sind ja eher für kurze Distanzen ausgelegt, die helfen beim Abbiegen nicht um festzustellen ob von der Seite ein Auto mit 80km/h (oder mehr) daher kommt.
    Klar es wird neue Hardware kommen, aber bis jetzt war immer nur die Rede von zusätzlichen Frontkameras, die aber in diesem Fall nicht wirklich viel helfen.
    Ausserdem würde mich wundernehmen wie sie mit fest installierten Strassenspiegeln umgehen die an unübersichtlichen Stellen platziert sind. Das könnte noch recht kompliziert werden 1. Erkennen dass es ein Spiegel ist, 2. Die Ausrichtung des Spiegels erkennen um dann 3. Die Richtung, Distanz und Geschwindigkeit aus der ein (im Spiegel sichtbares) Objekt kommt zu errechnen.
    Laut Musk soll das bis in 2 Jahren ja alles funktionieren, jedoch hege ich Zweifel daran ob das wirklich alles komplett ohne Fahrer möglich ist.

  • Franco

    Habe mir am Montag eine 90D bestellt, bereits ende Juli. VIN Nummer berereits erhalten. Scheinbar soll mein Fahrzeug bereits am Freitag in Produktion gehen. Falls neuer Autopilot ende Woche vorgestellt wird, meint ihr, dass dieser bereits bei mir verbaut wird?

  • Michael Reinhard

    ……Fußgänger und andere unerwartete Gefahrenquellen….
    Was ist an Fussgängern gefährlich?

  • Dr.M.

    „Ebenfalls unbekannt ist, ob man die Hardware nachrüsten kann, wenn man bereits die aktuelle Autopilot-Hardware hat. In solchen Fällen sah es bei Tesla in der Vergangenheit eher weniger gut aus. Man sollte also nicht zu viel Hoffnung reinsetzen.“
    Die Informationspolitik (oder eher Überraschungspolitik) von Tesla über neue Features habe ich ja schon öfters kritisiert,. Das macht nicht wirklich Freude, wenn man sich ein Model S kauft und dann kurze Zeit später ohne Vorankündigung mitbekommt, dass es Dinge wie Dual Motor und Autopilot-Komfortfunktionen doch gibt, was noch drei Wochen vorher noch von Tesla bestritten wurde. Obwohl die Sachen bestimmt nicht über Nacht entwickelt werden.
    Ja, die Entwicklung geht weiter, klar, aber wie wäre etwas mehr Planbarkeit durch Informationen?
    So jedenfalls werde ich nur leasen, nicht kaufen.

  • Haefe

    @Dr.F: Ich vermute mal, dass die Lösung im Zauberwort „Vernetzung“ zu finden ist. Eine andrere technische Lösung, sehe ich nicht.

    • Dr. F

      @Haefe: „Vernetzung“ ist hier aber schon ein sehr weit gefasster Begriff. Was meinen Sie konkret damit? Die Vernetzung der Fahrzeuge untereinander? Das hätte dann zur folge dass vollautonomes Fahren erst möglich wäre wenn es alle Fahrzeuge auf der Strasse unterstützen. Oder wollen Sie eher auf die Vernetzung der einzelnen Komponenten wie Radar, Ultraschall und Kameras hinaus? Das ist ja jetzt schon der Fall und würde wie gesagt mit dem derzeit bekannten Hardware-Setup nicht viel bringen…
      Ich denke ich verlasse mich jetzt einfach mal drauf, dass Musks Leute schon wissen was sie tun und was es braucht, viel ändern könnte ich daran ja sowieso nichts. Dennoch würde es mich wundernehmen, da mich die Technik dahinter sehr interessiert.

  • Haefe

    Aus meiner Sicht ist für ein vollautomatisiertes Fahren, eine vernetzung aller Fahrzeuge notwendig. Ähnlich wie die heutigen Smartphones, sind alle Fahrzeuge zB per GPS lokalisierbar. Datenschutz wird da darum weiterhin zu diskutieren sein. Im Model 3 ist geplant, alle Fahrzeuge nicht zuletzt aus kostengründen mit kompletter (gleicher) Hardware auszustatten. Aufpreispflichtige Funktionen werden einfach individuell per Software freigegeben.