Tesla hat Großauftrag beim deutschen Automobilzulieferer SHW kurzfristig storniert

Wie die Süddeutsche Zeitung und weitere Medien berichten, hat Tesla einen Großauftrag mit einem Wert von 100 Millionen Euro beim deutschen Automobilzulieferer SHW nur vier Monate nach Vertragsunterzeichnung wieder storniert. Grund für die Stornierung seien laut Tesla technische Mängel, dabei soll SHW die geforderten Standards nicht eingehalten haben.

Auch wenn das die offizielle Begründung ist, vermuten Branchenkenner etwas anderes. Demnach soll Tesla den Auftrag beim deutschen Automobilzulieferer storniert haben, um bei einem amerikanischen Zulieferer die Achsgetriebe-Pumpen zu bestellen und so beim US-Präsidenten Trump zu punkten. Tesla dementierte jedoch diese Darstellung und bezeichnete sie als „utopisch“.

Elon Musk hat sich am Montag, den 23. Januar, mit Trump getroffen und anschließend am Dienstag den Auftrag bei SHW storniert. Der US-Präsident hatte Autoherstellern schon mehrmals Strafzölle angedroht, falls diese nicht in den USA produzieren. Die SHW AG weist jegliche Mängel-Vorwürfe zurück und prüft aktuell die Möglichkeit auf Schadenersatzansprüche.

  • Georg K.

    Diese Aktion kostet bei mir viele Sympatiepunkte! Würde gerne wissen, wie es sich auch auf die Produktion niederschlagen wird. Wenn Telsa durch dieses Schleimaktion in Lieferschwierigkeiten gerät, sind die selber Schuld!

    • Longcheck

      Bitte nicht gleich zu negativ beeinflussen lassen. Hier wird nur angenehm neutral berichtet. Ich habe schon andere Artikel gelesen, die wohl wieder mal aus der Tesla-Anti-Schine kamen, mit einem mehr als deutlichen Unterton zwischen den Zeilen und hämischen Kommentaren – gefundenes Fressen… Ich denke, man muss extrem Aufpassen, dass dies nicht wieder gnadenlos ausgenutzt wird und solche Meldungen als klar gegeben interpretiert werden.

      • Georg K.

        Sorry, aber jeder weiß, dass der Trump sie nicht alle hat. Er setzt alles durch ohne Verstand und Rücksicht. Unter anderem gegen die US Verfassung, was das Einreiseverbot betrifft. Von der Mauer will ich garnicht anfangen. Wer glaubt denn Bitte, dass SHW Kriterien nicht einhält und ohne Nachbesserungschance den Vetrag gekündigt bekommt? Ich jedenfalls nicht.

        • Jens B. H.

          Ich kann das glauben! Ich weiß aus erster Hand das bei unseren deutschen Zulieferern mehr geschlammpt wird als die meisten glauben.

          • Longcheck

            Thx und wenn damit dann etliche Reservierungstornos erreicht würden – wem würde es in die Karten spielen?..

            @ Georg K

            Trump ist das Übelste und Gefährlichste, was der Welt mit der USA-Wahl passieren konnte, keine Frage!!

            Aber was soll den ein E. Musk machen? Sich dem dem Typen anlegen und 30.000 Arbeitsplätze mit dem Untergang seiner Unternehmen riskieren?

            Für Tesla ist doch die Situation eigentlich so: Mit oder HOFFENTLCH BALD ohne Trump (bestimmt auch Musk’s Denke..) gibt es keine Gefahr, ganz im Gegenteil.

            DIE Gefahr sehe ich im Kippen der Stimmung, hier im Besonderen bezüglich der M3-Reservierungen. Genau an dem Punkt wird man im weltweiten Basherlager arbeiten – ganz besonders hier in D.

            Also bitte keine Vor-Verurteilung wie „Schleimaktion“ ohne die Bestätigung aus einer seriösen Basis. Nur darum geht es mir.

          • Georg K.

            Ich mag die Marke Tesla und seine Produkte. Habe das Model S schon gefahren und würde gerne das Model 3 in ferner Zukunft fahren. Es ist nunmal so, das Politik sich einmischt, ob hier in DE oder jetzt in den Staaten. Wenn ein Auftrag so offensichtlich plötzlich storniert wird, liegt der Grund sehr nahe und hat nichts mit bashen zu tun. Mich regt nur lediglich die Vorgehensweise von Trump auf und nenne es wie Du willst, Arschkriecherei oder Einschleimen bei diesem, damit er gut gesonnen ist gegenüber Telsa.

          • Longcheck

            Diese Auffassung teile ich. Wenn das erwiesen wäre, würde ich meinen M3 sogar stornieren – aber wie gesagt, wenn…

          • martinihal

            Ihre Ansichten sind aber auch notorisch gefährlich.

    • Nelkenduft / AHF

      So ein Quatsch, wer sagt denn bitte dass Trump mit dieser Entscheidung zu tun hatte?
      Elon Musk hat übrigens das neue Einreiseverbot auch deutlich kritisiert, deshalb glaube ich fest daran, dass er unabhängig irgendwelcher poilitischen Querelen seine Entscheidungen trifft.
      Das ist nicht wie in Deutschland, wo die Politik und die Autoindustrie in einem Bett schlafen und den Kunden mindestens betrügen oder gleich durch Diesel-Giftgase töten.

  • Martin

    Woher kommen die Pumpen denn jetzt? Oder werden diese von Tesla selber hergestellt?

    • Pamela

      „Bei den betroffenen Achsgetriebepumpen hat SHW zudem technisch kaum Alleinstellungsmerkmale; die Teile lassen sich auch in den USA beziehen; der weltgrößte Hersteller ist die kanadische Magna.“ Quelle: Wirtschaftswoche

      und
      „Der Grund dafür seien Qualitätsprobleme, erklärte Tesla-Sprecherin Kathrin Schira am
      Freitag in München. Für die Auslieferung des neuen Tesla-Elektroautos Model 3 gebe es einen engen Zeitplan. Um ihn einhalten zu können müsse man konsequent sein und Beeinträchtigungen verhindern. Zugleich warf Tesla SHW vor, sich nicht an die
      vereinbarte Vertraulichkeit gehalten zu haben.“ Quelle: Finanznachrichten

      Ich glaube nicht, dass EM den großen Plan für ein wohlwollendes Grinsen von Trump riskiert. Da wird sich entsprechender Ersatz anbieten.

      • Teslamag.de (TK)

        Wegen der Vertraulichkeit wollte ich ebenfalls erstmal etwas schreiben, habe dann aber gesehen, dass SHW eine Pressemeldung bereits im September letzten Jahres veröffentlicht hat. Es mehrere Monate später anzuprangern, klingt für mich nur nach einem vorgeschobenen Grund.

        • Georg K.

          Sehe ich auch so. Bleibe bei meiner Meinung. Man kann immer bei Abweichungen nachbessern. Warum sollte SHW so leichtfertig mit seinem Auftrag umgehen, wenn einem die Tür in einen Milliardenmarkt eröffnet wird? Zumal es mit VW immer mehr Probleme gibt, war dies willkommen, so einen AUftrag an Land zu ziehen.

          • Pamela

            Lieber Georg, mir tut es um SHW leid. Die Zulieferer der deutschen Automobilbauer hatten und haben es nicht leicht, das ist eine Fron.
            Aber „Die SHW AG weist jegliche Mängel-Vorwürfe zurück“ hört sich jetzt nicht nach dem Willen zur Nachbesserung an. Da eine mögliche Klage im Raum steht, werden wir keine technischen Details erfahren, von beiden Seiten nicht. Das ist blöd, weil natürlich die Vermutungen in Presse und Foren viel Platz bekommen. Dadurch verlieren beide Firmen an Image.

            Manchmal ist es aber auch einfach besser, rechtzeitg Schluss zu machen bevor man sich noch 5 Jahre durch eine Beziehung quälen muss. Auch in Geschäftsbeziehungen muss Chemie und Vertrauen stimmen, gerade bei Reklamationen (da sind die Amis sehr streng). Und oft sind es „Leute“ die dabei Schaden anrichten. Wir haben tolle Manager in unserem Land, aber auch viele Idioten, die diese Funktion ausüben. Alles Dinge, die wir hier nicht beurteilen können und deshalb sollten wirs auch lassen. LG

          • Nelkenduft / AHF

            Die Qualität der deutschen Hersteller ist oft desaströs, eine Kundenbindung oder Kulanz wie man sie von Amazon & Co. kennt sucht man hier vergebens. Ich weiss es aus eigener, leidvoller Erfahrung. Bei einem Motorschaden aufgrund Produktionsfehler unseres alten 5er BMW, was heute sogar durch die Gewährleistung rechtlich abgedeckt wäre, wurde seiner Zeit eine Reparatur dreist abgelehnt. Es ist typisch, dass deutsche Unternehmen nicht zu ihren Fehlern stehen und ihre Produkte viel besser darstellen als sie tatsächlich sind. De facto ist vieles aus China heute bereits deutlich hochwertiger als „Made in Germany“ und sich alleine an Spaltmaßen aufgeilen, das wird einem auch nicht die Zukunftsmärkte erhalten.

          • Pamela

            Aus meiner beruflichen Erfahrung kenne ich – wie soll es auch anders sein – beides. Es gibt die, die nie Fehler machen und es gibt die, die sich Arme und Beine ausreißen, um jeden Mangel zu beseitigen.
            Wenn man die Erfahrung macht – gerade auch bei Autos und anderen Großserien -, dass „Made in Germany“ bröckelt, vermute ich dahinter schon öfter eher „eingebaute Sollbruchstellen“ als mangelndes Können.
            Aber noch mal: zum Fall SHW fehlt uns jede Kenntnis.

          • Nelkenduft / AHF

            Warum sollte die deutsche Autoindustrie so leichtfertig Marktanteile für Elektroautos an chinesische und amerikanische Startups verschenken?
            Die werden schon ihre Gründe haben, warum sie sich bei dem Auftrag mutmaßlich keine besondere Mühe gegeben haben, aber ob es sich am Ende auszahlt steht auf einem anderen Blatt.

        • Pamela

          Die Wahrheit werden wir bestenfalls erfahren, wenn die Gründe der Strornierung vor Gericht geklärt würden. Alles andere sind nun mal Spekulationen.
          Meine Intention war hier, eine begründete Hoffnung zu haben, dass es nicht zu einer Verzögerung bei der Model 3-Produktion kommen wird, weil dieses Ziel imho die oberste Priorität hat und Beeinträchtigungen eben ausgeschlossen werden sollen. Da eh schon 95% der Teile dafür in den USA gefertigt werden, gehe ich hier nicht mit der Vermutung der Branchenkenner, dass das eine Einmischung von Trump war. Aber wir wissen alle nichts, das stimmt. LG

        • Longcheck

          Ein Schelm, wer dabei Böses denkt?…
          Der Begriff „kursfristig“ in der Headline ist dann aber wohl nicht mehr angebracht – oder?..

      • Martin

        Danka, liebe Pamela. Wie immer ausführlich, recherchiert und kompetent 🙂

        • Pamela

          🙂 Danke zurück für Deine Frage, lieber Martin. Das war für mich auch die wichtigste und die einzige, die sich z.Zt einigermaßen sachlich beantworten lässt (sicher erfahren wir noch, wo genau der Ersatz herkommt).
          Alles andere – wie schon beschrieben – ist imho viel zu vage, um hier ein moralisches Urteil zu fällen. LG

          • Alex

            Oh ja da bin ich sowas von gespannt….

  • Sonntagskuchen

    Ich mag Trump eh nicht. Wenn Trump jetzt auch noch Schuld ist, dass ich mein Model 3 später bekomme, werde ich wirklich sauer. Das ändert zwar nichts, aber schade ist es doch.

    Elon Musk sitzt ja in Trumps Beratungsteam. Das kann sich positiv und negativ auswirken. Wenn er dann von Trump „erpresst“ wird , hat das definitiv negative Auswirkungen. Schade.

  • MrRenardo

    Nach Trumpmanier könnte man in der EU jetzt EM vorladen und ihm sagen, dass ein Mindestanteil der Teslas aus der EU stammen müssen, sonst gibts Strafzölle auf die Teslas.
    Kurzfristig wird Trumps Politik der USA möglicherweise Vorteile bringen, aber langfristig wird es allen schlechter gehen!

    • Dieslstinker

      Gabrielmania, vielleicht war das ja so ähnlich?

  • W. Müller

    Ich würde mal in die Wagschale werfen wollen, dass Elon Musk den Präsidenten der USA für seine Einreisepolitik öffentlich kritisiert hat. Das sieht nicht nach „Einschleimen“ aus.

  • cs

    Merkwürdig, warum hat E.M den Auftrag überhaupt an eine deutsche Zulieferfirma gegeben, waren die so viel billiger als US-Firmen oder können sie es möglicherweise doch besser?? Oder können sie schneller liefern, so daß sich der Transportweg lohnt? Das ist für mich die entscheidende Frage. Probleme mit Trump dürfte es doch wohl kaum geben, Tesla produziert in den US und schafft tausende Arbeitsplätze. Bei vorgeschobenen, nicht belegbaren Qualitätsmängeln wird er den Prozess verlieren und macht sich unglaubwürdig.

    • Nelkenduft / AHF

      Die werden halt die Ausschreibung gewonnen haben und Musk dachte zu Unrecht, dass deutsche Unternehmen meistens Qualität liefern. Mittlerweile sollte er es besser wissen und ich finde es gut, dass beim Model 3 hart durchgegriffen wird, um Verzögerungen zu vermeiden.

  • Der Besteller(M3)

    …wenn man vorgestern die Bilder aus Washington gesehen hat, wird einiges klar. Präsidentenberater EM – er war im Tagesschaubericht auch kurz im Bild zu sehen – steht unter Druck. Einen Gesichtsausdruck in Gänze zu interpretieren, bleibt schwierig, Gedanken darin lesen noch mehr. Aber EMs Gesichtsausdruck sprach Bände. – „Kauf bei amerikanischen Zulieferern oder verzichte künftig auf erhebliche Subventionen beim Verkauf von Elektroautos an US-Bürger.“ (Kurzform eines Gesprächs zwischen Trump und Musk?)

  • Der Besteller(M3)

    Die Tweets sprechen für EM! – Und wie sieht es hinter den Kulissen aus?
    Ich tendiere zum Abwarten…und bleibe zunächst bei meiner Reservierung. ;-(
    PS: Demokratie ist manchmal verdammt anstrengend.

    • ThomasJ

      Wenn das Volk demokratisch einen Präsidenten mit diktatorischen Allüren wählt ist es anstrengend aber immer noch die einzig richtige Form des zusammenleben (Demokratie).
      Will man sich der demokratischen Eigenverantwortung entziehen, ist der Wunsch nach einem „lieben Diktator“ naheliegend. Das hat dann aber nichts mehr mit Demokratie zu tun.
      Das Volk das ihren Führer selber wählt, hat in auch verdient. Ich weiss nicht mehr wer das gesagt hat, in Amerika waren da wohl 49% nicht ganz dicht (etwas tiefschürfende Bemerkung …), damit muss aber Amerika (und der Rest der Welt) wohl oder übel leben.

  • MrRenardo

    EM ist eben auch das Hemd näher als der Rock, aber auch er wird die Zeit des Trumpeltiers hinter sich bringen.
    Ich lass mir doch meine Vorfreude (Reservierung M3) nicht von einem Trumpeltier vermiesen und storniere definitiv nicht.

  • Skynet

    Ich denke das Problem besteht weder in der Qualität noch an Hr. Trump. Vielmehr verlangt Tesla von seinen Zulieferern eine hohe Flexibilität und bietet keine Garantien. Die 100 Mio. bezogen sich auf der Lieferung für 5 Jahre.
    Einerseits erwartet man, dass die Lieferung für die Jahresproduktion von 500k garantiert wird. Was die Einstellung von Personal und den Aufbau von Produktionskapazität erfordert. Andererseits will man aber auch keinerlei Garantien für eine Abnahme der Stückzahlen geben. Das ist zwar durchaus üblich, nur SHW bei Tesla offensichtlich für 5% mehr Jahresumsatz zu heiß. Niemand weiß was nach den bestellten 400k passiert und wenn es dann nur 200k pro Jahr sind müsste man draufzahlen.

  • Fritz!

    Vor der Twitter-Kritik von Elon Musk an Trumps „Einreiseverbots-Politik“ war ich mir ziemlich sicher, daß es sich um technische Probleme, wie es Tesla geschrieben hat, handelt.

    Jetzt nach der Kritik von Musk an Trump bin ich mir zu 100% sicher, daß er da keinen Kniefall vor Trump macht, sondern wirklich ein Qualitätsproblem mit dem deutschen Zulieferer hat. Wie ja schon mal bei Model X Türen.

    Ich persönlich würde es Musk sogar zutrauen, wenn ihm Trump wirklich blöd kommt, die Firma nach Kanada (oder woanders hin) zu verlagern.

    • Pamela

      Das wäre ein Gigaumzug … 😉

      • Longcheck

        am besten hier nach D, man darf ja mal träumen… :-))

    • jo

      seh ich auch so. Da haben sich die Schwaben wahrscheinlich zu früh über die fette Kohle gefreut. …

  • Alex

    Liebe lieblinge, teslafakt ist, dass anscheinend die qualität von in deutschland gefertigten Waren unzureichend für ein weltauto zu sein scheinen. Arbeitnehmer,
    Könnt ihr euch selbst mal etsinnen, wann ihr ein kommi von eurem vorgestetzten als lüge enttarnt habt?

    • Alex

      Leude! Made in germany ist für ein auto, das in unserem lande seinen ursprung und seine unterstütznung gefunden hat ungenügend? DAS is utopisch. Eine anzeige an Elon musk: steige aus deinem trump- beraterkreis aus um deine glaubwürdigkeit zu behalten!! Deine unabhängigkeit hat dich stark gemacht. Jetzt bist du dabei es zu verlieren wie eine schlechte musikband, die n geiles album rausgebracht hat und anschließend durch den profit die inspiration verloren hat. Dont be a one hit wonder..

  • ThomasJ

    Etwas Off-Topic aber lesenswert:

    >Deutsche Hersteller haben das Elektroauto verschlafen<
    Kurt Sigl, Chef des Bundesverbandes für E-Mobilität, gibt der Industrie die Schuld.
    http://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Deutsche-Hersteller-haben-das-Elektroauto-verschlafen-id40314177.html