Tesla liefert erneut 85 kWh-Akkupakete aus, jedoch mittels Software auf 75 kWh limitiert

Tesla hatte im Juni letzten Jahres das 60 kWh-Akkupaket wieder eingeführt, um den Einstiegspreis beim Model S und X nach unten zu setzen. Dabei handelte es sich jedoch eigentlich um ein 75 kWh-Akkupaket, welches mittels Software auf die 60 kWh limitiert war. Eine nachträgliche Freischaltung der vollen 75 kWh wurde von Tesla gegen Aufpreis angeboten und konnte Over-the-Air erfolgen.

Das 60 kWh-Akkupaket bietet Tesla nun schon seit Mitte April dieses Jahres nicht mehr an. Aktuell stehen lediglich zwei Akkupakete zur Auswahl: 75 kWh und 100 kWh. Bei keinem aktuell angebotenen Akkupaket handelt es sich um ein durch Software limitiertes Produkt. Tesla hat sich offenbar zumindest vorerst von dieser Methode verabschiedet.

Nun berichtet jedoch das Online-Magazin Electrek, dass in Norwegen kürzlich mindestens sechs Tesla-Fahrzeuge ausgeliefert wurden, die über ein 85 kWh-Akkupaket verfügen, welches jedoch mittels Software auf 75 kWh limitiert ist. Zum Beweis liefert man zwei Fotos von den Typenschildern der Akkupakete zweier Model X-Fahrzeuge, die als 75 kWh-Modelle verkauft wurden:

Zudem wurde der tatsächliche Energiegehalt durch die Ladegeschwindigkeit noch einmal bestätigt. So war die Laderade bei einem Ladestand von 99 Prozent weiterhin bei circa 30 kW, was signifikant höher sei, als die übliche Laderate bei diesem Ladestand bei einem tatsächlichen 75 kWh-Modell. Das impliziert, dass es womöglich mehr Kapazität gibt, obwohl der Akku vollständig geladen ist.

Ein großer Vorteil bei den durch Software limitierten Akkupaketen ist, dass diese an einem Supercharger schneller vollständig geladen werden können, da die Laderate weniger von dem aktuellen Ladestand beeinträchtigt wird.

Keine offiziellen Informationen über Wiedereinführung des 85 kWh-Akkupakets

Tesla bietet das 85 kWh-Akkupaket aktuell gar nicht auf der offiziellen Internetseite an. Zudem wurde keinem der Kunden, die ein solches Fahrzeug erhalten haben, ein Upgrade auf das 85 kWh-Akkupaket angeboten. Womöglich gibt es weitere Kunden, die das größere Akkupaket erhalten haben, davon aber überhaupt nichts wissen, da sie nicht auf das Typenschild geschaut haben.

Interessanterweise lässt der Online-Konfigurator ebenfalls ein Comeback vermuten. Wenn man sich die eingebundenen Elemente (Grafiken) auf der Webseite anschaut, so findet sich nun neben den tatsächlich verfügbaren Modellen 75, 75D, 100D und P100D, auch der Modellschriftzug für das 85 kWh-Akkupaket wieder, welcher zuvor nicht enthalten war:

Tesla hat erst kürzlich die Leistungswerte der Nicht-Performance-Modelle teilweise deutlich verbessert. Man geht jedoch davon aus, dass die verbesserten Werte der 75 kWh-Modelle nicht durch ein Batterie-Upgrade zustande gekommen sind. Denn obwohl einige Fahrzeuge offenbar mit einem 85 kWh- statt 75 kWh-Akkupaket ausgestattet sind, wurden zur gleichen Zeit auch etliche Fahrzeuge ausgeliefert, die – wie bestellt – tatsächlich über ein 75 kWh-Akkupaket verfügen, jedoch trotzdem die verbesserten Leistungswerte vorweisen.

  • Richard Müller

    Restbestände der 85er Akkus?

    • CJ

      Ich denke es deutet darauf hin, dass es demnächst mindestens 85er sein werden. Bis 75 beim M3, ab 85 beim MS und MX.

      • Dominik Dössegger

        Würde ich auch sagen. Das Model S soll sich vom Model 3 abheben. Also wird man in Zukunft bei S/X die Wahl zwischen 85 oder 100 haben, beim Model 3 zwischen 60 oder 75. Ich finde aber, Tesla muss hier langsam aufpassen, dass sie keine Kunden vergraulen. Die Änderungen innerhalb der letzten paar Monate waren doch ziemlichi häufig. Wenn ich Tesla Kunde wäre, mich würde das ein wenig nerven.

        • Helmfried Jung

          Ja genau so wie mich
          Ich habe am 20.07. ein Model S 75 geordert und seit Sonntag gibt es das Luftfahrwerk inklusive das ärgert mich richtig.

          • Marian Finkbeiner

            Hat Elon Musk sich schon zu geäusert. Sinngemäß hat er gesagt: „Wer sich einen Wagen kaufen möchte der die nächsten 5-10 Jahre auf dem aktuellen Stand ist, der ist falsch bei Tesla. Wir werden uns schnell verändern und weiterentwickeln.“
            Natürlich vertsehe ich Sie dass das ärgerlich ist, aber besser so als ein Unternehemn ohne Änderungen und Innovationen würde ich sagen
            .

          • Dominik Dössegger

            Genau das hat er gesagt. Aber wir sprechen hier auch nicht von 5-10 Jahren…ganz ehrlich: Ich bin einer, mich nervt das exterm…könnte also sein, dass ich deswegen sogar kein Teslafahrer werde 🙂 Aber da stünde ich mir natürlich selbst im Weg 🙂

          • Heinz Wagner

            Wir möchten keine ständigen Veränderungen, am liebsten soll alles so bleiben wie es ist, das kommt mir irgendwie bekannt vor und es war im Zusammenhang mit Fahrzeugantrieben, wer war das bloß?

          • Nelkenduft / AHF

            Gefühlt alle 8 Wochen irgendwas ändern ist aber auch nicht gerade das Gelbe vom Ei.

          • Heinz Wagner

            Verbesserter Autopilot und autonomes Fahren durch mehr aktive Kameras und Sensoren, wie soll das ohne Veränderungen am Fahrzeug funktionieren? Tesla lebt von ständigen Verbesserungen, das zeigen ja schon die laufenden Softwareupdates und sie reagieren ja auch auf vermehrte Kundenanfragen/-wünsche. Wenn jemand ein Fahrzeug besitzen möchte, an dem sich nichts verändert, der kann sich ja (Achtung Ironie) einen Oldtimer zulegen und mit einem H Kennzeichen ohne Kat in den Innenstädten herumfahren.

          • Melone

            Kontinuierliche Verbesserungen sind natürlich gut (und im Kleinen betreibt das jeder Hersteller, bekommt man nur selten mit). Problematisch sehe ich nur, dass diese Veränderungen immer wie über Nacht kommen. Das ärgert zum einen Kunden, die erst kurz davor bestellt haben, zum anderen sind es mitunter eben auch Verschlimmbesserungen (z.B. AP2.0, der ewig weniger konnte als der alte oder jetzt die Kunstledersitze). Es wäre schon viel geholfen, wenn so etwas eine Weile im Voraus angekündigt werden würde.
            Dazu kommt, dass so regelmäßige und grundlegende Überarbeitungen bisher nicht wirklich stattgefunden haben, und dadurch gewisse Dinge struktureller Natur langsam aber sicher veralten (siehe zum Beispiel die Crashsicherheit, die langsam an ihre Grenzen gerät). Mit den kleinen Updates kann dem etwas entgegengewirkt werden, aber um eine Komplettüberarbeitung wird Tesla nicht herumkommen. Und da frage ich mich, wann die kommt. Das Model S würde 2009 vorgestellt und seit 2012 ausgeliefert, und auf diesem Stand sind die meisten Komponenten. Irgendwann in den nächsten Jahren wird wohl ein richtiger Modellwechsel fällig, einfach, um dem Model S mal wieder etwas frischen Wind einzuhauchen.

          • Sie vergessen das Facelift im April 2016. Und ein Model wird meistens erst nach 6 bis 8 Jahren mit einem neuen Model ersetzt. Da das Facelift um 2016 kam, das Model um 2012, rechne ich erst zwischen 2018 bis 2020 mit einem neuen Model S.

          • Melone

            Stimmt, das habe ich eben irgendwie übersehen. Mich wundert nur etwas, dass man (zumindest ich) davon bisher gar nichts hört, auch nicht Gerüchtemäßig. Es gibt ja diverses zu Model Y, Roadster, Semi, nur von wegen neues Model S ist bisher nichts angeklungen. Aber vermutlich ist das einfach nicht spektakulär genug, im Hintergrund müssten sie daran dann eigentlich in jedem Fall schon arbeiten. Oder aber es kommt wieder ein Facelift. Die genaue Strategie ist jedenfalls bisher noch nicht erkennbar.

          • Ich wiederhole mich ungern. Ein neues Model wird in ca. 1 bis 3 Jahren kommen, weil nach einem Facelift ein neues Model kommt. In der Regel ca. 4 Jahre nach dem Facelift. Also um 2020 spätestens.

          • Melone

            Wird wohl so sein. Keine Sorge, das habe ich schon verstanden. 😉

          • Mir ist da war eingefallen. Hat nicht mal Elon Musk gesagt, dass bei den aktuellen Model S und X nicht mehr als 100 kW/h möglich ist, außer man würde die Modele ganz neu entwerfen/entwickeln. Wenn die deutschen Autohersteller um 2019 bis 2020 mit 90 bis 100 kW/h kommen, dann rechne ich mit einem neuen Model S mit ca. 125 kW/h.

          • Melone

            Stimmt, ich erinnere mich da an irgendwas mit 105 kW/h. Wobei das natürlich stark von der Energiedichte der Batterie abhängt, aber je höher die ist, desto komplizierter ist auch das Temperaturmanagement. Wäre gut vorstellbar, dass es da einen Sprung gibt. Das wären ja dann langsam Reichweiten, die mit verbrauchsstarken Verbrennern konkurrieren.

          • Fritz!

            Ein wenig Korinthenkackerei:

            Die Kapazität der Batterie wird in kWh, nicht kW/h angegeben. Also KiloWatt mal Stunde, nicht KiloWatt pro Stunde.

          • McGybrush

            Bei derzeitiger Technik werden die 100kWh stand der Dinge sein. Genau so wie 2013 die 85kWh Stand der Dinge waren. Es wird also nicht auf immer und ewig so sein.

            Speziell für das Model S/X sehe ich aber eine mögliche spezielle Ausnahme. Da diese noch die alten kleinen Batteriezellen verwenden ist die Frage ob man für das Model S/X die Fortschreitende Batterieentwicklung im alten Zellformat noch weiter für diese beiden Modelle umsetzen und verbessern wird oder ob es für diese Modelle im besten fall nur eine Preisanpassung zugunsten der Batteriepreise nach unten gibt und irgendwann nur noch das 100kWh Model in zwei Leistungsvarianten angeboten wird.

          • Dominik Dössegger

            Da würde ich aber intervenieren und mich bei Tesla melden. Die werden doch auch eine gewisse Kulanz an den Tag legen…

          • Wenn sich am Preis nichts geändert hat seit dem das Luftfahrwerk inklusive ist würde ich eine modify order machen?
            Der Sales Advisor kann dir sicher helfen.

          • Rainer Wörner

            Kannst du nicht abbestellen? Widerrufen?

          • raleG

            Abwarten, womöglich ist ein Luftfahrwerk verbaut und wenn’s „blöd“ läuft ein 85kWh Akku. Richtig ärgerlich! (Vorsicht Ironie)

          • Stefan

            Wenn am 20.7. bestellt wurde kann man doch noch stornieren (2 Wochen) oder Tesla fragen ob der Wagen in der neuen Variante ausgeliefert wird.
            Ich habe meinen Tesla S90D bestellt und 5 Tage danach wurde Facelift eingeführt (inkl. einer Preiserhöhung). Ich habe den Wagen als Facelift zum Preis bekommen der in meinem Vertrag stand – also neue Variante aber ohne Preiserhöhung. Als Kunde finde ich das sehr gut.

      • Christoph Leiner

        Bin ich deiner Meinung. Jetzt sind mir auch die verbesserten Beschleunigungswerte klar. Im Prinzip ist das 75D jetzt ein 85D, der hatte immer schon 4,4 Sek auf 100km/h.
        Tippe auch das Model S und X nächste Jahr nur mehr mit 85kW/h und 100kw/h angeboten wird.

    • Heinz Wagner

      Kann ich mir auch sehr gut vorstellen!

      • Christoph Leiner

        Wie schon mal von mir angemerkt ist die Preisdifferenz vom 75D zum 100D mit über 20.000 Euro zu hoch. Wenn der 75D jetzt auch in Wirklichkeit ein 85D ist dann passt das jedoch nicht vom Preis. Womöglich ist der 100D vielleicht ein 110D oder so. Kann jemand Auskunft geben wie sich der 100D beim laden verhält gehen Ende?????

  • kritischerGeist

    Man stelle sich vor, man kauft einen Verbrenner & bekommt einen besseren Motor als bestellt & kann es dann nachträglich günstig upgraden! Kann es sein, dass es deswegen zum Dieselskandal gekommen ist, Bosch hat den Auftrag von VW einfach missverstanden? :-))

    • Dominik Dössegger

      Naja…so ganz anders ist es ja bei den Verbrennern nicht. Die meisten Anbieter haben diverse Diesel und Benzinmotoren in verschiedenen Leistungsstufen im Angebot. Einziger Unterschied: Die Software. Das Problem. Bei Tesla ändert sich nichts an der Leistung, sprich die Fahrzeugpapiere müssen nicht geändert werden. Bei einem Verbrenner würden sich die Leistungsdaten ändern. Eine Tankvergrösserung over the air wäre jedoch lustig 🙂

      • hope

        Da muss man aufpassen, dass man da nicht im Weg steht – könnte sonst ziemlich schmerzhaft werden… 😀

  • deejay kris

    Vielleicht hatte Tesla noch genug 85 kWh Akkus auf Lager und die müssen weg. 😀

  • Luganorenz

    Was bei der Meldung noch interessant wäre, ist, ob die Verbesserung bei gleicher Zellenzahl erreicht worden ist, oder ob schlicht mehr Module verbaut wurden.
    Andere Hersteller (und Tesla in der Vergangenheit) haben ja auch ordentliche Zuwächse der Batteriekapazität bei gleicher Zellenzahl erreichen können.
    Steigende Kapazität bei sinkenden Preisen, da wäre das S110 (oder mehr) der nächste logische Schritt.

    • Thomas

      Ich meine mich zu erinnern, dass von Tesla (Musk) die Aussage kam, mehr als 100 ginge mit der aktuellen Zusammensetzung nicht.

      • Nelkenduft / AHF

        Deshalb ändern sie wohl gerade die Zusammensetzung! 🙂