Tesla Model S ausgebrannt beim Laden an Supercharger-Station in Norwegen

In Norwegen ist am Freitag gegen 14:30 Uhr Ortszeit ein Tesla Model S ausgebrannt, welches sich im Ladevorgang an einer Supercharger-Station in Gjerstad befand. Das Beitragsbild wurde circa eine halbe Stunde nach Entfachen des Feuers aufgenommen und zeigt das ausgebrannte Fahrzeug. Zur Zeit des Ladevorgangs war keine Person am Fahrzeug wodurch auch niemand verletzt wurde.

Die eintreffende Feuerwehr konnte nichts weiter tun als das Fahrzeug ausbrennen zu lassen. Sie dürfen kein Löschwasser einsetzen, um einen Batteriebrand zu löschen. Wieso das Fahrzeug jedoch überhaupt Feuer fing, ist bisher noch nicht geklärt worden. Tesla Motors wird den Fall persönlich untersuchen und hoffentlich bereits in Kürze die Untersuchungsergebnisse vorstellen können.

Dass ein Tesla Model S beim Ladevorgang an einem Supercharger Feuer fängt, ist zuvor noch nie passiert. Zwar gab es einige Fälle, bei denen ein Model S Feuer gefangen hat, jedoch passierte dies indem man beispielsweise mit hoher Geschwindigkeit über größere Gegenstände gefahren ist. Tesla Motors hat jedoch bereits im März 2014 den Unterboden des Model S deutlich verstärkt.

Nachtrag (05.01.16): Ein Nutzer hat uns in den Kommentaren darauf hingewiesen, dass Tesla Motors im Notfall-Handbuch darauf hinweist, dass man große Mengen an Löschwasser nutzen soll um ein Feuer an der Batterie zu löschen. Nichtsdestotrotz kann es sein, dass man das Fahrzeug dennoch ausbrennen lassen muss, da dies unter Umständen nicht mehr verhindert werden kann.

Auszug aus dem Notfall-Handbuch 2015:
Wenn die Hochspannungsbatterie von dem Brand betroffen oder in irgendeiner Weise verbogen, verdreht, beschädigt oder gebrochen ist, oder wenn Sie vermuten, dass sich die Batterie aufheizt, verwenden Sie große Mengen Wasser, um die Batterie zu kühlen. Löschen Sie einen Brand NIE mit einer zu geringen Wassermenge. Sorgen Sie stets für eine ausreichende Wasserzufuhr (zusätzliche Wasserzufuhr anfordern).
Es kann bis zu 24 Stunden dauern, bis ein Batteriebrand vollständig gelöscht ist. Lassen Sie unter Umständen das Fahrzeug weiterbrennen, schützen Sie aber dabei alle freiliegenden Bereiche.
  • Flo

    Was daran interessant ist, ist, dass das Fahrzeug wohl an einem mobilen Charger geladen hat, d.h. keine festen Stalls betroffen scheinen. Vermutlich wird es bei dem „Palettencharger“ zu einem Kurzschluss gekommen sein, was bei diesen Leistungen zumeist zu einem Feuer führt und dann auf das Fahrzeug übergegriffen haben.
    Allerdings bleibt die Frage, wieso an diesem Standort überhaupt ein mobiler Charger zum Einsatz kommt, wenn doch überall im Rest Norwegens und vermutlich auch am Rest dieses Standorts fest installierte SC stehen.
    Man kann gespannt sein…

    • TeeKay

      Dort ist ein mobiler Supercharger, weil die 6 fest installierten Stalls der Nachfrage nicht mehr gerecht wurden.

  • Nic Megert

    Das waren keine Bremsschwellen sondern grössere Gegenstände die sich beim überfahren in den Akku gebohrt hatten. Eines war eine Anhängerkupplung und ein anderer Gegenstand war ein Stahlträger.

    • TK

      Es gab zwar noch einige mehr Fälle, aber Sie haben recht. Ich habe es nun als „größere Gegenstände“ verallgemeinert.

  • crazyeddie

    Zitat aus dem Model S EMERGENCY RESPONSE GUIDE:
    „If the high voltage battery becomes involved in fire or is bent, twisted, damaged, or breached in any way, or if you suspect that the battery is heating, use large amounts of water to cool the battery. DO NOT extinguish fire with a small amount of water. Always establish or request an additional water supply.“

    Aber alle Medien verbreiten munter das Gerücht, die Feuerwehr hätte ja kein Wasser einsetzen dürfen.

    • TK

      Ich habe mittlerweile aus mehreren Quellen gelesen, dass man unter Umständen – je nach chemischer Verbindung der Batterie – Wasser nutzen soll. Wiederum andere Quellen warnen vor der chemischen Reaktion von Lithium und Wasser. Ich schreibe jetzt einmal im Beitrag dazu, dass Tesla Motors dazu rät. Ob die Feuerwehr jedoch selbst davon abrät (vielleicht auch durch verjährte Information, kann ich leider nicht sagen.)

      • Hääää

        Wasser und Frost sind 2 Parameter, die nach einen Brand
        eine eigenständige Reaktion durchführen. Ältern Leuten die
        noch mit der Natur aufgewachsen und nicht mit der
        Benutzeroberfläche eines Appelgerätes ist dieses verblüffende
        Phänomen als Eis bekannt.

        Nimmt man viel Wasser, wie von Tesla als unbedingt notwendig
        angesehen ( ich sehe nichts in der Notfallanwendung die sachkundigen
        Brandbekämpfern die Verwendung von geeignetern Löschmittel ( sofern
        vorhanden ) verbittet ) könnte man nach dem Brand dort aber eventuell
        eine Eislaufbahn einrichten.

  • Dr Peter J Selhorst

    Regt euch nicht auf : nach der Einführung der nun obligatorischen Katalysatoren haben in Sommerzeiten jede Menge Autos gebrannt.

  • Mika

    Einen Versicherungsbetrug kann man leider auch nicht 100% ausschließen.
    LG