Tesla demonstriert, wie ein selbstfahrendes Model X mit der neuen Autopilot-Hardware die Welt sieht

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Nachdem Tesla im vergangenen Monat demonstriert hat, wie ein Model X ausgestattet mit der neuen Autopilot-Hardware vollkommen autonom im öffentlichen Straßenverkehr fährt, veröffentlichte man kürzlich ein weiteres Video – dieses Mal jedoch mit einem anderen Model X -, welches detaillierter aufzeigt, wie das Fahrzeug die Umgebung während der Fahrt wahrnimmt.

Im Video ist zu sehen, wie das Model X eine Fahrtstrecke auf öffentlichen Straßen von beinahe zehn Minuten bis zu dem Tesla-Hauptsitz in Palo Alto zurücklegt. Dabei wird auch aufgezeigt, was die Kameras des Autopiloten aufzeichnen und wie sie die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer, Verkehrszeichen, Fahrbahnen oder auch Ampeln wahrnehmen.

Das Video von Tesla wird in erhöhter Abspielgeschwindigkeit dargestellt, weil es in Echtzeit einfach zu lang für die meisten Interessenten wäre. Dennoch hat sich ein YouTube-Nutzer die Mühe gemacht, dasselbe Video zu verlangsamen und es auf der Videoplattform hochzuladen. So erhält man einen noch besseren Eindruck darüber, wie der Autopilot die Umgebung wahrnimmt.

Dass das neue Autopilot-System mit den aktuell verfügbaren Daten noch nicht perfekt ist, erkennt man beispielsweise in Minute 3:53 des verlangsamten Videos. Dort sind am Wegesrand zwei Joggerinnen zu sehen, auf die das Auto reagiert, indem es kurz anhält. Diese sind zwar relativ nah am Fahrbahnrand, jeder menschliche Fahrer würde hierbei jedoch einfach vorbeifahren.

Tesla wird zukünftig jedoch das System aufgrund der gesammelten Daten, die durch die Tesla-Fahrer generiert werden, verbessern. Durch dieses Schwarmwissen können stetig Verbesserungen eingespielt werden, die neue Funktionen enthalten oder bereits vorhandene Funktionen verbessern. Die ersten Kunden-Fahrzeuge mit der neuen Autopilot-Hardware werden bereits ausgeliefert.

  • Jens B. H.

    Ein sehr eindrucksvolles Video!

  • W. Müller

    Ich finde das sehr faszinierend.
    Für ein Serienfahrzeug und in dem Entwicklungsstadium eine beachtliche Leistung.
    Sicher muss noch optimiert werden, wie man an der sehr vorsichtigen Reaktion mit den 2 Joggerinnen erkennen kann.
    Aber bisher scheint man bei Tesla auf dem richtigen Weg zu sein.

    • Dieslstinker

      „mit den 2 Joggerinnen erkennen kann.“
      wieso ist doch realitätsnah dabei irritiert zu sein, sonst hätte man eine Autopilotin einbauen müssen.

  • Don Barbone

    Spannend wird es zu sehen wie das Auto bei extremeren Witterungsbedingungen wie Nebel, Starkregen, nasse Fahrbahn+tiefstehende Sonne reagiert…oder bspw. bei sehr unübersichtlichen Stellen mit sehr vielen Fahrspuren oder ohne Fahrbahnmarkierungen, engen Autobahn-Baustellen etc.

    Was man aber sehr deutlich sehen kann, ist der enoooorme Vorteil eines Computers gegenüber eines Menschen die vielen Eindrücke zu verarbeiten, selbst wenn ich auf Pause klicke muss ich oft die verschiedenen Kameraeinstellungen abgleichen um einen Überblick zu bekommen.

  • Pamela

    Ich bin voller Ehrfurcht. Wahnsinn !
    Trotzdem: In der Joggerin-Sequenz hätte ein nachfolgender Autofahrer ein Problem gehabt, da mit einem Halt auf der Straße nicht zu rechnen wahr. Den rückwertigen Verkehr müsste ein Autopilot auch checken und dann abwägen.

    Auf meiner Überlandstrecke schaue ich immer zu, dass ich keinen hinter mir habe, damit ich für Frau Reh und Herrn Fuchs die Vollbremsung machen kann (das erreiche ich, indem ich besonders schnell fahre, oder besonders langsam und lasse mich dann überholen, je nach Gemütslage). Ich kann mir noch nicht vorstellen, wie das dann autonom funktionieren soll …

    • Don Barbone

      Naja..
      1. ist er nicht 100 gefahren und hat eine Vollbremsung hingelegt sondern ist nur 20 mph bzw ca 31 kmh gefahren.

      2. hat er ja wie jeder tesla wieder sehr zügig beschleunigt und sofort wieder auf 30 kmh.

      3. ist immer der Auffahrende schuld…er muss auch langsamer werden und den Abstand vergrößern wenn der Vorderman ein Fußgänger/Radfahrer überholt

      • Pamela

        Hmm,
        ich bin auch der Meinung (wie im Beitrag), es hätte die Joggerinen nicht beeinträchtigt, wenn man mit 30 km/h vorbeigefahren wäre, da sie sich auf dem Fußweg befanden.
        Der nachfolgende Autofahrer wäre eher überrascht gewesen über das Anhalten.
        Geht mir dabei nicht um die Schuldfrage, sondern um das Miteinander-Hinternander.

        Ich fand es nur interessant, wenn sowas bei 100 km/h auf der Landstraße passiert – also Anhalten ohne Grund.Tesla wird das sicher noch nachbessern und ich würde den Autopiloten auf Risikostrecken lieber ausschalten.

        • ThomasJ

          Nachdem Don Barbone und McGybrush diesen Film gepostet haben,
          sagte ich zum meiner Frau, „sogar die Joggerinnen wurden als „Gefahr“ erkannt und er hat die Geschwindigkeit verlangsamt (mache ab und zu auch mit ihr einen Werbespot, sie finanziert ja mit 🙂 (obwohl dies nicht wirklich notwendig ist, ich meine den Werbespot) ). Jetzt sieht man gut, dass er angehgalten hat. Ich finde diese Reaktion auch etwas zu defensiv
          (20 -30Kmh wären auch OK), sind das aber zwei rennende Kinder die einem Ball nachspringen oder ein freihändig fahrender Fahrradfahrer, sieht es wieder etwas anders aus. Kann der Autopilot aber dies unterscheiden? Lieber etwas zu vorsichtig programmiert als zu progressiv.

          Ebenso meinte ich in der „Right Rearward Vehicle Camera“ ein
          Auto von hinten zu sehen. Allerdings mit Abstand. Hier wäre es sicher
          interessant, was der Autopilot machen würde, wenn dieses Auto einem am A…. klebt.

          • Don Barbone

            Das geniale ist ja, dass die software eben GLEICHZEITIG auch den Hintermann im „Auge“ hat und beides parallel analysieren kann…inkl. zB Warnblink aktivieren…bzw wieder fox wegbeschleunigen wenn auffahrunfall droht.

      • ThomasJ

        Man kann aber gerade diese Situation auf die Spitze treiben und
        Was wäre wenn ….:
        Auf der Höhe der beiden Joggerinnen ein Lastwagen entgegenkommt,
        es nicht zwei Joggerinnen sind, sondern eine Joggerin mit einem Hund der gerade in diesem Moment auf die Fahrbahn springt oder
        es sind zwei Kinder die rennen und der Ball auf die Fahrbahn springt und
        ich mit erlaubten 60 Kmh auf der Überlandstrasse fahre und
        das Auto hinter mir einen gefühlten Abstand von 2cm hat?

        Wenn ich in dieser Situation entscheiden muss (und das müsste ich), dann wäre entweder ich tot (auf die Linke Seite ausweichen)
        der Ball oder der Hund tot (weiterfahren) oder
        Vollbremsung (dann hätten durch den Auffahrunfall alle ein Problem).

        Wenn der Autopilot entscheiden (muss), wer programmiert das „Richtige“ in so einer Situation (wo nebst der Schuldfrage auch die Ethik zum Zug kommt.
        Kann man ethische Entscheidungen einer Software übertragen?) und wer gibt die
        Richtlinien für die Programmierung?

        Und wenn man den Ball/Hund mit Kind auswechselt, wird es noch komplizierter.

        Ich habe darauf keine Antwort(en).
        Hier ein Link den ich schon einmal gepostet habe (Sorry für die die in schon einmal gelesen haben), der das Problem aufgreift:
        http://www.nzz.ch/feuilleton/zeitgeschehen/digitale-welt-wenn-mich-mein-auto-gegen-die-wand-faehrt-ld.125978

        • Don Barbone

          Ich finde diese Ethik-Beispiele immer sehr fragwürdig..1. weil es sehr extreme Fälle sind und 2. man ja garnicht programmieren muss ob zB das Auto nach links ausweicht (2 alte Menschen) oder nach rechts (3 Kleinkinder)…es wird „einfach“ Vollbremsung programmiert…bzw. Weiche niemals in Richtung Personen aus!

          • ThomasJ

            Die Ethik ist ja auch nur bei extremen Situation gefordert, die gibt es und hier liegt eine Entscheidung vor, die der AP entscheiden soll.

            Andere Situation, eher „alltäglich“:
            Kind reist sich von Mutter weg auf die Strasse. Links dichter Gegenverkehr. Ich fahre mit 50Kmh. Vollbremsung reicht nicht um eine Kollision mit dem Kind zu verhindern. Was ich in dieser Situation entscheide, es kommt nicht gut.
            So eine Entscheidung „muss“ zukünftig die AP-Software fällen. Solange der AP eine Möglichkeit hat, eine richtige Entscheidung zu fällen, sind wir froh um ihn. Wenn aber jede Entscheidung schlecht ist (ich und Gegenverkehrfahrer (vermutlich) tot oder Kind tot oder Mutter tot. Wer sagt dem AP was die am wenigsten falsche Entscheidung ist? Es ist unangenehm darüber nachzudenken, aber für eine ethische und rechtliche Klärung notwendig.

          • Don Barbone

            Gutes Beispiel.
            Solange das Auto keine Ausweichmöglichkeit „sieht“ wird(sollte) es eine Vollbremsung hinlegen. Wenn auch das nicht reicht, dann ist es leider höhere Gewalt und weder Mensch noch Maschine hätte es verhindern können!
            Ich denke jedoch dass so oder so der Autopilot das weglaufende Kinder früher erkennen und darauf schneller reagieren wird(und dabei noch den umliegenden Verkehr beachtet!)

          • ThomasJ

            Mit Ihrer Aussage:
            „Ich denke jedoch, dass so oder so der Autopilot das weglaufende Kinder früher erkennen und darauf schneller reagieren wird(und dabei noch den umliegenden Verkehr beachtet!)“ bin ich einverstanden. Genau in so einer Technik ist ja die Stärke der Schnelligkeit und Reaktion, die einem Menschen überlegen sein kann, und somit eine RICHTIGE Entscheidung treffen kann.
            Aber die von Ihnen beschriebene höhere Gewalt lässt verschiedene Möglichkeiten zu, die ich als Mensch nicht immer gleich treffen würde wie andere Menschen, aber ich treffe sie als Mensch. Der AP trifft sie als Software, progammiert durch einen Algorythmus immer gleich in dieser Situation.
            Ohne es weiter auf die Spitze treiben zu wollen (oder halt doch), wie soll der AP reagieren, wenn anstatt des Gegenvehrkehr die im Artikel besagte Wand ist? Also ich, das Kind oder die Mutter stirbt? Habe ich als Besitzer des AP gleichzeit das Recht durch die Entscheidung „meines“ AP leben zu dürfen?
            Darum die Ethik und die Justiz, die sich damit beschäftigen sollten.

          • Don Barbone

            Sehe darin kein Problem zu sagen/programmieren:
            „Notbremsung und keine andere Kollision verursachen als Alternative!“
            Man kann dich weder einer Autopilotaoftware noch einem Menschen in so einem Beispiel vorwerfen dem Kind nicht ausgewichen zu sein wenn dies nicht möglich war (weil zB eigener Tod oder Gefährdung Dritter!)
            Sie wie ich würden doch auch Eine Vollbremsung hinlegen ohne sich lange ethische/juristische Frage zu stellen

          • ThomasJ

            Man kann das so sehen und auch juristisch ev. so begründen oder vielleicht auch nicht, für das haben wir ja Verfassungsrichter. Ob es jedoch ethisch vertretbar ist (und hier braucht das Gericht diese ethischen Vorgaben), eine Software entscheiden zu lassen (zwischen Chaos und Chaos) ist die Grundsatzfrage. Vollbremsung, entschiden durch eine Software = ethisch korrekt? können Sie oder ich anders sehen und wir müssen auch da nicht gleicher Meinung sein. Das ist ja die Freiheit des eigenen persönlichen Ethik-Verständis. Hier geht es aber um eine Ethik, die mit der Gesellschaft, dem Allgemeinwohl und der Interessen aller ein Antwort gefunden werden sollte. So gesehen habe ich zugegebenermassen definitiv kein schlüssige Antwort.

  • MRd74

    Schön wie Tesla seine Fortschritte und auch seine Fehler, mit der Welt teilt.

  • McGybrush

    Ich glaube was das angeht sind die Deutschen auch schon sehr sehr weit. Nur sind die nicht so Mitteilungsbedürftig und trauen sich da vielleicht auch noch nicht mit in die reale Welt. Ein anderer Depp soll erst mal den Anfang machen und die Grenzen ausloten.

    Hier mal sehr Technischer ein Einblick bei Daimler. Je mehr wissen man über so was hat umso weniger Angst hat man später in so einem Auto bzw. weiss wo man es am besten noch nicht benutzen sollte. Auch aktuelle Probleme werden dort erklärt.
    https://www.youtube.com/watch?v=Jvh4tad1T-4

  • Pamela

    Mir werden ein paar tausend Kilomter mit AP helfen, dass besser einschätzen zu können. Verkehr ist ja sehr relativ, deshalb müssen oft die Richter ran. Im Moment ist es richtig, wenn der AP übervorsichtig ist.
    Tesla will ja noch ein paar Milliarden Kilometer Erfahrungen sammeln, um zu optimieren. Aber ich würde ihn nicht nutzen, wenn er nicht alltagstauglich ist,
    und das heißt für mich, wirkliche Risiken erkennen und ansonsten fahren.

    • W. Müller

      Hallo Pamela,
      ich persönlich glaube bei allem Beindruckenden, was im Video zu sehen ist, ist es noch in weiter Weg bis hin zu richtig autonomen Fahren.
      Ich bin aber optimistisch, dass Tesla das hinbekommt wenn man genug Zeit einräumt. Das deep learning network von Nvidia ist dazu ideal.
      Solange habe ich Freude an meinem AP1.0, den ich mittlerweile gut kenne.
      LG Will

      • Pamela

        Hallo Will,
        Autobahn – kein Thema – glaube ich, dass das cool ist.. Aber Kinder, Mietzekatzen in den Dörfern, Wildtiere in den Wäldern – ich musste schon häufig wirklich krass schnell reagieren. Klopf, klopf hat bisher gepasst. Deshalb bin ich immer noch skeptisch. Aber ich bin vollkommen offen und optimistisch. Dir wünsche ich erst mal weiter mit AP 1.0 gute Fahrt. LG

    • ThomasJ

      Und es ist ja auch eine Frage des eigenen Budget und der Prioritäten wie man dies einsetzen will. Wenn man noch andere ökologische Projekt am Laufen hat, gilt es abzuwägen.

      Der AP hilft ab dem Moment die notwendigen Erfahrungen zu
      sammeln (für Tesla), wo ich fahre. Die Freischaltung kann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, dann wenn das System für meine Begriffe genug ausgereift ist. Sicher ist es dann teurer als jetzt, das ist halt dann der Preis, den man für diese Entwicklung im Nachgang bezahlt.

      • Pamela

        Ganz genau, lieber Thomas, das sehe ich auch so. Meine Prioritäten sind ein größeres Akku und vielleicht Allrad und dann schauen wir mal. LG

  • Gustl

    Aktuell fahre ich einen Porsche und Mercedes, meine Frau einen AUDI und Golf. Alle Autos sind jünger als 3 Jahre und in der oberen Preisklasse (abgesehen vom Golf).

    Eine Probefahrt im Model S P90D hat mich dermaßen überzeugt, dass ich ungefahren (!) ein Model X P100D bestellt habe. Ich bin sicher, dass dies nicht der letzte Tesla war den ich gekauft habe 🙂 Sollte sich das Model X P100D in der Praxis bewähren, wovon ich ausgehe, folgt noch ein Model S und später dann ein Model 3 🙂 Da müssen sich die Deutschen Hersteller echt etwas einfallen lassen um mithalten zu können. Meine nächsten Wagen sind alle von Tesla 🙂