Tesla Model 3 wird kein 100 kWh-Akkupaket haben, da Radstand es nicht zulässt

Neue Details über das kommende Tesla Model 3 zu erhalten, ist mittlerweile eher selten geworden. Zudem war kürzlich die Enttäuschung groß, als Elon Musk verkündete, sich mit weiteren Ankündigungen zum Mittelklassefahrzeug vorerst zurückhalten zu wollen. Nun zeigt sich jedoch, dass Musk doch noch das eine oder andere Detail verrät, bevor das 3. Enthüllungs-Event stattfindet.

Musk nutzte gestern den Kurznachrichtendienst Twitter, um auf Fragen einiger Nutzer einzugehen. Eine der Fragen war, ob es möglich ist, ein P100D zukünftig auf ein P110D upzugraden, wenn ein solches Modell denn erscheint. Musk erklärte jedoch, dass man nicht vorhabe das Model S, Model X oder Model 3 mit einem Akkupaket über 100 kWh auszustatten. Lediglich das angekündigte Sattelkraftfahrzeug und möglicherweise der kommende Pickup könnten größere Akkupakete erhalten.

Da Musk bei seiner Aussage auch das Model 3 erwähnte und erklärte, dass dieses ebenfalls nicht über mehr als 100 kWh verfügen wird, fragte ein weiterer Nutzer, ob Musk mit dieser Aussage quasi einen 100 kWh-Akku für das Model 3 bestätigt hat. Dieser verneinte dies jedoch und erklärte, dass das größte Akkupaket weniger Energiegehalt haben wird, da der Radstand des Model 3 ein Akkupaket mit 100 kWh nicht ermöglicht.

Da Tesla für das aktuell verfügbare 100 kWh-Akkupaket beim Model S und Model X die 18650-Batteriezellen nutzt, hätte man davon ausgehen können, dass die neu angekündigten und effizienteren 2170-Zellen dieselbe Energiemenge auch bei einem kleineren Akkupaket ermöglichen. Dies ist offenbar nicht der Fall, weshalb es kein 100 kWh-Akkupaket für das Model 3 geben wird.

Im April letzten Jahres erklärte Jeff Evanson, Teslas leitender Angestellter für den Bereich Investor Relations, dass die Basisversion des Model 3 kleiner als 60 kWh sein wird. Die bisherige Staffelung lässt vermuten, dass es sich dabei um ein 50 oder 55 kWh-Akkupaket handeln dürfte. Damit will Tesla eine Reichweite von 215 Meilen (ca. 350 km) erreichen.

Als mögliche Optionen könnten demnach Akkupakete zwischen 50 und 90 kWh zur Verfügung stehen. Tesla könnte damit auch Reichweiten von über 600 Kilometern realisieren. Zwar ist das Akkupaket des Fahrzeugs kleiner und verfügt über weniger Energiegehalt, jedoch ist das Model 3 im Gegensatz zum Model S auch insgesamt kleiner und deutlich leichter, wodurch mehr Reichweite mit demselben Energiegehalt ermöglicht wird.

  • Greg83

    Der Satz “ dieselbe Energiedichte auch bei einem kleineren Akkupaket ermöglichen“ ist falsch.
    Entweder „dieselbe Energiemenge bei kleinerem Akku“ oder „…höhere Energiedichte…“.

    • Teslamag.de (TK)

      Danke für den Hinweis – ist korrigiert.

  • boingboing

    Vor allem hat Tesla aktuell keinen hohen Entwicklungsdruck bzgl. größeren Akkupacks. Die kommende Konkurrenz für 2019/20 (Audi, Mercedes, Jaguar,…) für das Model S und X wurden mit maximal 90kWh Akku ankündigt.

    Und irgendwas muss man sich ja auch noch für folgende Fahrzeuggenerationen aufheben. 😉 Jetzt geht es an das Tuning der Ladegeschwindigkeiten.

  • FMH

    Die 350km NEFZ sind mit dem 50 kWh Akku erreichbar, da rechnen die ja nur sowas wie 130 Wh/km.
    Kommt ganz gut hin, wenn man annimmt vom 50ger Akku sind 46 kWh nutzbar…
    Typische Reichweite dann so um die 240km (bei 190 Wh/km, 200 Wh/km sind es ja beim S) und dann bleiben vieleicht 230 km realistische Reichweite (bei angenommenen 200 Wh/km).

    Reicht und das???

    Bolt/ampera-e bringen den 60er Akku in der Grundausstattung und haben sicher einen geringeren realistischen Verbrauch als 200 Wh/km! Der 50er Akku im Model 3 ist für mich daher keine Alternative mehr – da hat sich Tesla zum ersten Mal überholt…
    Unter 60 kWh sollte es beim Model 3 nix geben.

    • Fritz!

      „Bolt/ampera-e bringen den 60er Akku in der Grundausstattung und haben
      sicher einen geringeren realistischen Verbrauch als 200 Wh/km!“

      Aus welchem Grund sollte der Bolt einen geringeren Verbrauch als das Model 3 haben? Weniger Erfahrung und deutlich schlechterer Aerodynamik. Also wird mit Sicherheit der Verbrauch des Model 3 geringer als der vom Bolt sein, ich bin mir sicher, die schaffen dieselbe Reichweite wie der Bolt mit deutlich weniger als 60 kWh. .

      • FMH

        nop – aber wir werden sehen…
        Meiner Meinung nach wird der Bolt mit 60er Akku so weit kommen wie das Model 3 mit dem 70er Akku (siehe neuere Meldung von heute).
        Schau Dir doch die Bilder an der Bolt ist deutlich kleiner, leichter als das Model 3.
        ok, der Bolt ist auch in der Höchstgeschwindigkeit beschränkt…

        • PV-Berlin

          welchen Motor haben sie denn drin im Bolt, also den e-Mobilen, die ohnehin keiner kaufen kann. Bei ca. 30.000 EH für das ganze Jahr 2017 muss man schon verdammt gute Beziehungen haben, um einen davon abzubekommen.

          *der tesla ist der bisher effizientes e-Mobil, warum sollte das ausgerechnet beim Massenmodel anders werden, wo sie da viel mehr Mann h reinstecken (müssen)?

          • FMH

            Firmenwagen – wir haben einen Ampera-e mit Vollausstattung „vorbestellt“.
            Ich fahre gerade ein Model X, da ist (vor allem im Winter) nix von Effizienz zu sehen… 2,5 t müssen ja auch erstmal bewegt werden, und mit dem Auto fährt man ja auch nicht langsam.
            Aber wir werden sehen, wollte meine „Vorhersage“ nur mal irgendwo dokumentieren…
            Klar kann mich auch total täuschen.

      • Hans Peter

        Der Bolt (1,6t) hat einen Realverbrauch von ca.160 Wh/km (nach NEFZ ca. 115 Wh/km). Das Tesla MS 60 (2t) hat einen Realverbrauch von ca. 220 Wh/ km (nach NEFZ ca. 150 Wh/km).

        Der Verbrauch eines MS 60 liegt demnach 30% über dem des Bolt. Ich würde mir sehr wünschen, dass Tesla beim M3 hier um einiges effizienter wird. Tesla baut derzeit jedenfalls keinesfalls die effizientesten Elektrofahrzeuge.

        Ich bin wirklich sehr gespannt ab wann die Diskussion der Effizienz noch stärker in den Vordergrund rückt. Bisher geht es zumeist doch nur um die absolute Reichweite, egal mit welcher Akkugröße

        • Fritz!

          Nun ist aber schwerlich eine große Luxuslimousine mit einem Kompaktwagen zu vergleichen, was den Realverbrauch angeht. Leider werden wir erst genaueres wissen, wenn das Model 3 in Stückzahlen verfügbar ist, bzw. Tesla mal mit konkreteren Daten rüberkommt.

          • Hans Peter

            Definitiv. Ich habe bisher einfach nur mit den Zahlen gespielt, die uns bereits bekannt sind. Gerade bei Geschwindigkeiten bis 70 km/h spielt vor allem das Gewicht die entscheidende Rolle beim Verbrauch. Der Bolt ist überwiegend aus Stahl gefertigt und somit nicht gewichtsoptimiert. Die Karosserie des M3 soll aus Stahl und Aluminium gefertigt werden. Es wäre schön, könnte Tesla das M3 auf 1,6t oder weniger bekommen. Bin gespannt auf die Zahlen