Tesla und Samsung sollen für selbsterstelltes SoC (System on Chip) miteinander kooperieren

Wie die südkoreanische Electronic Times berichtet (via Electrek), sollen Tesla und Samsung miteinander kooperieren, damit Tesla ein eigenes SoC (System on Chip) für den Autopiloten entwickelt, den Samsung dann produzieren soll. Tesla wechselte für den verbesserten Autopiloten erst kürzlich von Mobileye auf Nvidia als Chip-Zulieferer.

Laut dem Bericht haben Samsung und Tesla einen Vertrag unterzeichnet, um eine anwendungsspezifische integrierte Schaltung (ASIC) herzustellen. Apple hatte mit Samsung eine ähnliche Vereinbarung getroffen, bevor man in 2008 den Chipentwickler PA Semi aufkaufte und sich entschied, eigene Chips zu entwickeln und einzusetzen.

Laut der Electronic Times handelt es sich bei diesem Projekt von Tesla und Samsung um ein „Langzeitprojekt“, welches „circa drei Jahre andauern wird“, bis die Massenproduktion erreicht werden kann. Bisher haben weder Samsung noch Tesla den Bericht kommentiert, wodurch auch nicht bestätigt werden kann, dass es tatsächlich zu einer solchen Vereinbarung gekommen ist.

Dass Tesla einen eigenen Chip für den Autopiloten entwickeln will, wurde jedoch bereits zuvor spekuliert. Anfang des Jahres haben wir berichtet, dass Tesla den ehemaligen CPU-Chefentwickler von AMD eingestellt hatte. Darauffolgend wurden weitere Chip-Entwickler und Mitarbeiter von AMD eingestellt, was für eine eigene Chip-Entwicklung spricht.

  • Jens B. H.

    Das sind interessante News.
    Tesla will die Kernkompetenzen fürs autonome Fahren auf alle Fälle im eigenen Haus haben.
    Das bedeutet für den Verbraucher, bessere weil aktuellere Produkte und günstigere Preise. Und für den Shareholder gleichzeitig höhere Gewinne.

    • Jens B. H.

      Es wird immer klarer: Elon Musk zeigt allen etablierten eine Lange Nase. Nicht nur das er bessere Produkte in kürzerer Zeit entwickelt sondern das er auch betriebswirtschaftlich mehr drauf hat als die Meisten und, vor allem als, ihm allgemein zugetraut wird.

      • Fritz!

        Er denkt/handelt strategisch/langfristig. Hat mehr von einem Monarchen als von einem Abgeordneten. Der Laden soll langfristig funktionieren, nicht nur die nächsten 2 oder 4 Jahre bis zur nächsten Wahl/Vorstandssitzung. Da werden auch mal am Anfang Schulden gemacht, damit es später besser läuft. Der Typ hat in BWL wirklich aufgepaßt!

        • Mehmed

          İch glaube er hat bwl gar nicht studiert. Naja zumindest nicht außer nem Selbststudium.

          • Fritz!

            Stimmt, er hat ein abgeschlossenes Studium in Volkswirtschaftslehre und Physik. (https://de.wikipedia.org/wiki/Elon_Musk)

            Verwechsel ich aber gerne mal mit BWL (das VWL-Studium, nicht das Physik-Studium…)

            🙂

          • PV-Berlin

            Bei der VWL gibt es aber eigentlich nur den Master und den hat er nicht, soweit mir bekannt ist. BWL ist Kinderkram VWL ist die Mutter und der Vater der BWL.

    • Gert Hofstätter

      Was das für den Verbraucher und die Aktionäre bedeutet, ist nicht so eindeutig. Das Outsourcing der vergangenen Jahrzehnte hat zumindest für die Aktionäre höhere Gewinne bedeutet und in der Quantität zumindest leistbare Fahrzeuge (über die Qualität wage ich jetzt keine Aussage! ;-)). Im Umkehrschluss: Tesla verzichtet auf mögliche Gewinnen = Aktionärstränen. Und das zugunsten direkter Beherrschung wie ein Großteil der Fahrzeugteile und -technik produziert wird – das könnte schnellere Reaktionen auf Probleme bedeuten = besser für die Kunden.

      Was Tesla macht, ist jedenfalls eine radikale Gegenposition zur bisheringen Produktionsdoktrin der etablierten KFZ-Hersteller (nur noch absolute Kernkompetenzen im Haus, alles andere durch Zulieferer). Äußerst spannend ob diese Doktrin im Elektroautozeitalter (mechanisch weniger komplexes Fahrzeuge) die Richtige für den Massenmarkt sein wird.

      • Jens B. H.

        Outsourcing ja aber bitte nicht bei der Kernkompetenz bzw den wichtigsten Teilen der Wertschöpfungskette.

        Nebenbei weis ich aus erster Hand, dass Beispielweise Daimler nun Entwicklung wieder ins Haus zurück holt. Da denen mittelfristig einiges wegbrechen wird versuchen die wieder mehr der Wertschöpfungskette inhouse zu machen

  • YB

    Puhh dan wird in meinem model 3 kein chip von samsung verbaut sein, die mit ihrer mangelhaften billigprodukten.

    • helfest

      Alle Iphones haben von Samsung gefertigte Chips, und sogar die meisten Androidprozessoren(Snapdragon von Qualcomm) werden mit Fertigungsverfahren von Samsung hergestellt. Also nicht die Smartphones ansich mit der Elektronik vergleichen, übrigens sind die heutigen Samsung Smartphones ebenbürdig mit Apples, mit ausnahme vom Akku der Note 7. (Akkus in Teslafahrzeugen werden ja zum Glück immernoch von Panasonic und bald Tesla gefertigt 😉 )

  • McGybrush

    Worin unterscheidet sich das nun zu dem NVidia PX Chip?

    Bekommt Tesla jetzt wirklich nur den blanko Chip den sie wiederum bei einem Platinen Hersteller aus Asien verplanzen lassen? Oder bekommen sie von Samsung am ende auch nix anderes wie diesen NVdia PX Chip inkl Gehäuse und Anschlüsse, nur das jetzt Samsung drauf steht und in Cooperation selbst entworfen wurde?

    Frag mich worum es am ende geht? Ist Samsung billiger wie NVidia? Weil die Software macht Tesla ja am ende eh selbst. Und gefühlt traue ich NVidia in dem Grafik verarbeitendem Bereich derzeit mehr Rechenleistung zu. Mir erschliesst sich der Vorteil gerade nicht solange Tesla die Chips nicht auch noch selber vor Ort auf Platinen verlöten sollte.

    • VP

      SoC, also System on Chip ist etwas anderes als so ein NVIDIA Chip. Hier geht es darum einen kompletten „Computer“ auf einem Chip zu haben, das Ganze noch dazu auf genau dieses System zu geschnitten. Vorteil ist eine sehr gute innere Anbindung und hohe Effizienz. Somit ist es sehr sinnvoll dies selber zu entwickeln.

      Warum Tesla dann zu Samsung auslagert?
      1. Samsung hat das KnowHow
      2. Eine Massenproduktion dazu (vor allem in der USA) zu betreiben und zu bauen ist immens teuer.

    • Jens B. H.

      Es geht darum die kernkompetenz und das Know How im Hause zu belassen, da es zu wichtig ist als es „Out zu sourcen“. Außerdem verlangt Nvidia einige Tausen Dollar je Chip. Die Materialkosten liegen bei wenigen cent. Hier liegt also das größte Wertschöpfungspotential begraben! Und das will Tesla heben!

    • McGybrush

      Ja so hab ich es ja schon verstanden. Aber was baut Samsung „weniger“ und somit billiger als beim NVidia PX Chip? Der war ja komplett Anschlussfertig. Also alles was Samsung jetzt weg lässt muss ja von einer anderen Firma die auch Geld haben will wieder drum rum gebaut werden. Oder kann Tesla neuerdings auch schon SoC selbst auf Platinen und Schalteinheiten verlöten?

      Einzige was mir logisch erscheint wäre der das Samsung auch alles zusammen schustert aber halt ein besseren Preis macht und das dass Design speziell in Zusammenarbeit entworfen und somit Effizienter wird. Wobei ich mir sicher bin das NVidia sein Preis auch nach und nach unten korrigieren wird.

      Edit. Die Kommentarfunktion verschiebt das aber komisch. Der Post sollte unter Jens B.H. und VP stehen.