Tesla erhält Zuschlag für 100 MWh Batteriespeicher-Großprojekt in Südaustralien

Wir hatten Mitte März darüber berichtet, dass der Premierminister von Südaustralien, Jay Weatherill, ein Batteriespeicher-Großprojekt mit einer Kapazität von mindestens 100 MWh öffentlich ausgeschrieben hatte. Wie es hieß, konnten sich dafür Unternehmen aus dem In- und Ausland bewerben, darunter auch Tesla, die mit den Powerpacks bereits einige Großprojekte realisiert haben.

Wie Tesla im offiziellen Blog nun bekannt gab, hat man diese Woche den Zuschlag für das 100 MW/129 MWh Batteriespeicher-Großprojekt erhalten, welches mit der Windparkanlage des Energiezulieferers Neoen in der Nähe von Jamestown, Südaustralien, verbunden wird. Tesla erhielt somit den Gesamtauftrag für die Batteriespeicher und muss sich diesen nicht teilen.

Tesla plant das Großprojekt bis Dezember 2017 abgeschlossen zu haben. Wenn es fertiggestellt ist, wird es das größte Lithium-Ionen Batteriespeicher-Projekt der Welt sein und genug Energie für 30.000 Haushalte liefern können. Das entspricht ungefähr der Menge an Haushalten, die bei den starken Stromausfällen in Südaustralien in diesem Sommer zeitweise ohne Strom waren.

Bisher ist nicht bekannt, zu welchem Preis Tesla dieses Projekt realisieren könnte. Elon Musk nannte zuletzt 250 US-Dollar pro kWh, wobei hier keine Inverter, Transport- oder Installationskosten einberechnet sind. Die Regierung sah in ihrem Plan Ausgaben in Höhe von 150 Millionen australische Dollar (ca. 107 Millionen Euro) für die Batteriespeicheranlage vor.

  • Richard Müller

    Nach meiner Rechnung würde das für die 30.000 Haushalte bedeuten Sie hätten für fast 5 Stunden Strom bis die Akkus leer sind, oder? Falls ich mich nicht verrechnet habe, ist das gar nicht mal so schlecht und auch einiges an Zeit um das Netz wieder ans laufen zu bekommen.

    Rechnung:

    100.000 kWh für 30.000 Haushalte also:

    100.000 kWh / 30.000 HH = 3,33 kWh für jeden Haushalt

    Laut https://www.billrepublic.com/average-electricity-usage/ verbraucht ein Haushalt in Australien im Jahr durchschnittlich ca. 5800 kWh. Also ca. 16 kWh pro Tag.

    Somit (16 kWh / 3,33 kWh) = 4,8 Stunden Strom

    • Thorsten Horstsson

      Die Rechnung stimmt so nicht ganz genau, allerdings kommst fast genau das richtige raus.
      Mit deiner Rechnung rechnest du sozusagen aus, wie oft man die Energie der Akkus bräuchte, um 30000HH einen ganzen Tag mit Strom zu versorgen.

      Richtiger wäre es mit (3,33kWh/16kWh) auszurechnen wie viel Prozent eines Tages mit dieser Energie bewältigt werden können und das Ergebnis dann mit 24h, also einem kompletten Tag zu multiplizieren. Damit kommt man auf 4,995, also wie gesagt fast das gleiche Ergebnis wie bei dir. Ist aber nur Zufall, mit anderen Zahlen klappt das nicht.

      • Thorsten Horstsson

        Um das noch ertwas anschaulicher darzustellen:

        mal angenommen jedem Haushalt würden 16 kWh zur Verfügung stehen, dann würde nach deiner Rechnung
        16/16=1
        rauskommen, dass jeder eine Stunde Strom zur Verfügung hat.
        Allerdings kommt ein Haushalt ja mit 16 kWh einen ganzen Tag aus

        • Richard Müller

          Danke für den Hinweis. Mir ist aber aufgefallen, dass wir haben beide falsch gerechnet haben. Grund:

          Wenn ein HH pro Tag 16 kWh verbraucht dann braucht er pro Stunde (24/16) 1,5 kWh.

          Richtig ist also, dass jeder HH 2,25 Stunden Strom hat (3,33/1,5). Etwas knapp…aber besser als nix.

          • Stefan

            Sorry aber bei 16 kWh Tagesverbrauch ist der Verbrauch pro Stunde wohl eher 0,67 kWh und damit 4,9 Stunden

          • Richard Müller

            ja…ich bestell mir besser Mathenachhilfe…peinsam 😀

          • PV-Berlin

            Ihr rechnet alle falsch. denn während des Entladung durch die Erhöhte Abnahme (Früh/ Abend oder Mittags) führt der Park ja wieder dem Akku frische Energie zu. Der Akku fungiert als Puffer. Es ist unwahrscheinlich, dass es keine Stromproduktion gibt.

            Und auch selbstverständlich ist, dass bei Stromausfall (Im Netz) die Menschen aufgefordert werden, Stromverbrauches vom netz zu nehmen, die man nicht benötigt oder z.b. die Klimaanlage von 23° C. auf 27 °C. zu regeln und und und.

            Wenn ich so rechne wie ihr, müsste ich mir noch zwei je 100 KW Notdiesel holen, um am Ball bleiben zu können. * Nicht in D.

          • Christian M.

            Ich würde eher die 16kWh/24 Stunden rechnen. d.h. der Bedarf pro Haushalt liegt im Schnitt bei ca. 0,67kWh/ h. Das Projekt hat eine Größe von 129MWh.
            Somit stehen jedem Haushalt ca. 4,3kWh zur Verfügung. Das wären dann 6,4h.
            Liege ich da vielleicht falsch?

  • Marcel

    Gutes Timing mal wieder:) bremst den aktuellen kursverlust sicherlich

    • Don Barbone

      Sieht grad nicht danach aus..350 auf fast 250€ runter in wenigen Tagen/Wochen.

    • jomein

      Die Analysten können sich halt nicht entscheiden. Manche sehen Tesla nur als Autohersteller, manche sehen Tesla aber als Konzern, der in unterschiedlichen Bereichen tätig ist.

  • Wahnsinn; und das in 100 Tagen!
    Vielleicht sollten wir mal EM fragen, ob er nicht den BER fertig stellen kann.
    O.K., Chuck Norris würde das in einer Woche schaffen, aber der hat offensichtlich kein Interesse…

    • jomein

      Hier ist eher nur die Logistik, der kritische Factor. Verschiffung des Zeugs. Der Rest ist „einfache“ Installation.

  • PV-Berlin

    In D. wäre das errichten solch einer Anlage sicher viel einfacher, als in einem Entwicklungsland mit fast nur ungelernten Kräften. Nur die Planung dauert halt mehr als 100 Tage! *fg

    ich glaube nicht, dass man im Entwicklungsland Australien (Netze) bei Obeta alle Kabel, Leitungen und Quetschösen online bestellen kann und pünktlich auf die Baustelle geliefert bekommt. Dazu auch noch das Personal. Glaub ich einfach nicht.

    Den Fundamentplan umsetzen, das Einmessen, das Planieren, die Erdarbeiten da sind schon gute 50 Tage weg.

    100 MWh klingt nicht gewaltig, wer schon mal 100 kWh gesehen und bezahlt hat, dem bleibt die Spucke weg, bei dem Wert. *eigentlich nicht mehr zu fassen.

    Wahrscheinlich benötigt man da schon Jungs, die sich mit Sachen beschäftigen (ähnlich sehr großen PV Anlagen) von denen wir nicht mal ahnen, dass es die gibt.

    *irgendwelche „Ströme“ oberhalb von Blindleistung etc.

    • Fritz!

      „Den Fundamentplan umsetzen, das Einmessen, das Planieren, die Erdarbeiten da sind schon gute 50 Tage weg.“

      Gut, daß ich mir mein Haus nicht von Ihnen bauen lasse. Soviel Geld/Zeit habe ich nicht. Was soll denn an einem Fundament (kein Keller, alles eben) so lange dauern? Der Beton braucht 28 Tage zum abbinden und wenn die Leute länger als eine Woche für den Rest brauchen, waren es wohl keine Experten.

      Glauben Sie mir, bei Tesla sitzen echte Experten und die werden in einem hochindustriealisierten Land wie Australien es schon hinbekommen, das Ding in 100 Tagen hinzustellen. Im Gegensatz zu Ihnen machen die das ja nicht das erste Mal.

      • PV-Berlin

        Ihnen ist schon ungefähr bewusst, welche Massen da verbaut werden? *Statik
        Da ist fast genau so viel Stahl im Spiel wie Beton. Und ob ein Fundament, welches sicher 2 m fett ist, weniger Aufwand als ein Keller eines kleinen EFH mit wenig Masse (160 m²) macht, sollte sie mal überlegen.

        Sie haben noch gar kein Haus, wie sie schreiben. Aber schreiben trotzdem einfach los? Eine Typische Aktion von heute.

        Australien und Industrieland? der ist gut!

        • Fritz!

          Mit den Massen, das ist mir natürlich bewußt, daher haben die ja auch eine Woche Zeit bekommen. Und nein, ich habe Häuser sowohl gebraucht gekauft und angebaut als auch neu gebaut, daher bin ich bei Fundamenten kein unbeschriebenes Blatt. Aber ich werde wohl noch weiter Häuser mit Fundamenten bauen, denke ich mal.

          2 sehr gute Freunde von mir leben in Australien und was ich von Bildern und Geschichten weiß, unterscheidet sich deren Leben in der Stadt durch NICHTS von unserem (außer, daß es dort zu warm ist). Dieselben Handwerker, Geschäfte, Großhändler, Teile, Autos, Computer, Akku-Schrauber, … Alles genauso wie hier hier, bzw. in den USA. Und ich würde Deutschland, bzw. die USA schon als Industrieland bezeichnen.