Von der Homepage von Tesla ist der Link zur Seite für den Elektro-Pickup Cybertruck schon seit einer Weile verschwunden, aber wer die Adresse nach dem Muster der verbleibenden Modelle (wie /model3) direkt eingibt, kann ihn immer noch ansehen und reservieren. Das funktioniert sowohl auf den US- als auch auf den Deutschland-Seiten, und auf beiden wird gleichlautend Ende 2021 als Produktionsbeginn avisiert. Doch wie Tesla-CEO Elon Musk jetzt so deutlich wie nie zuvor erkennen ließ, dürfte es den Cybertruck außerhalb Amerikas in seiner ursprünglichen Form nicht geben.
Tesla-Pickup speziell für Amerika
Schon kurz nach der Vorstellung des martialischen Tesla-Pickups hatte sich ein deutscher TÜV-Experte mit Bedenken über dessen Zulassungsfähigkeit in Europa zu Wort gemeldet: Das schwere Gefährt mit seinen 3 Millimeter dicken Stahl-Blechen sei schlicht zu stabil für europäische Insassen- und Fußgänger-Schutzvorschriften, warnte er. Besteller in aller Welt dagegen gingen davon aus, dass Tesla schon etwas einfallen würde.
Das setzte allerdings voraus, dass Musk den Cybertruck überhaupt bald auf internationale Märkte bringen will – und seine neuesten Aussagen dazu vom Batterie-Tag in Fremont Ende September hören sich nicht danach an: „Wir legen den Cybertruck so aus, dass er der amerikanischen Spezifikation entspricht“, sagte der Tesla-Chef nach seiner Zell-Präsentation. Dass der Pickup sehr amerikanisch gedacht ist, hatte er auch bei anderer Gelegenheit schon erwähnt, nicht aber die Kehrseite davon, die er jetzt aussprach: Es sei „unmöglich“, mit einem Fahrzeug wie dem Cybertruck die globalen Anforderungen zu erfüllen.
Welche Anforderungen er konkret meinte, sagte der Tesla-Chef nicht. Zwischendurch wollte er den Cybertruck außen etwas kleiner machen, wie er mitteilte, gab diesen Plan aber bald wieder auf. Extrem lang oder breit ist der E-Pickup nach den bislang bekannten Daten für ein Nutzfahrzeug ohnehin nicht.
Doch 600.000 Cybertrucks bestellt?
Der Cybertruck sei wirklich für den amerikanischen Markt entwickelt, wiederholte Musk jetzt noch einmal, der aber ohnehin der größte Markt dafür sei. Eine internationale Version werde wohl später folgen. Auch das erwähnte er nicht zum ersten Mal, aber bislang hatte es danach geklungen, als wäre ein europäisierter Cybertruck zusätzlich zu dem im US-Vollformat auch im Ausland möglich. Die neuen Aussagen aber dürften endgültig so zu verstehen sein, dass der Tesla-Pickup erst einmal nur in den USA und beim direkten Nachbarn Kanada zu haben sein wird, und irgendwann später eine kleinere Welt-Version.
So könnten sich auch widersprüchliche Angaben zur Zahl der Vorbestellungen erklären: Anfang August hatte Musk überraschend von nur mindestens 200.000 Reservierungen gesprochen, obwohl ein Tesla-Club schon bei mehr als 700.000 war. Beim Batterie-Tag nannte der CEO jetzt die Zahl von „vielleicht 600.000“. Möglicherweise zählt er also mal Reservierer aus aller Welt und mal nur solche, die wirklich eine Chance haben, ab Ende 2021 einen Cybertruck zu bekommen.