Die möglicherweise wichtigste Nachricht der zurückliegenden Woche hat es nicht in diese Rückschau geschafft: Für Samstag hatte CEO Musk den Auftakt zu einer riesigen Chip-Fabrik von Tesla angekündigt, der bis Redaktionsschluss jedoch noch nicht erfolgt war. Ansonsten nannte Musk neue Termine für die Vorstellung des nächsten Roadster und für die Zulassung von FSD in Europa, und in den USA wird das Assistenz-System intensiver untersucht. Unterdessen nimmt die Konkurrenz für das Tesla Model 3 rapide zu – mit Elektroautos von BMW wie Xiaomi.
Tesla plant riesige Chip-Fabrik
Dass Tesla im großen Stil in die Chip-Fertigung einsteigen will, erwähnte CEO Musk zum ersten Mal erst bei der Hauptversammlung im November 2025. Ähnlich wie vor einigen Jahren mit Blick auf Batterien will er damit ein beispielloses Volumen erreichen und technisch besser sein als spezialisierte Hersteller, aber weiterhin auch kräftig bei ihnen einkaufen, weil der Bedarf so groß sei. Bei Batterien kommt der Großteil immer noch von externen Anbietern. So wurde jetzt bekannt, dass Tesla für 4,3 Milliarden Dollar LFP-Zellen von LG Energy aus US-Fertigung bestellt hat.
Was genau Musk mit seiner Ankündigung von Mitte März meinte, vor diesem Samstag werde der Auftakt zu der als Terafab bezeichneten Chip-Fabrik von Tesla stattfinden, blieb zunächst unklar. Von einer Veranstaltung war bis zum frühen Nachmittag nichts zu hören, also hatte der CEO möglicherweise nur vor, in seinem Sozialmedium X weitere Informationen zu veröffentlichen – wenn es so weit ist, werden wir aktuell darüber berichten.
Probably more like 160k wafers/month, factoring in yield
— Elon Musk (@elonmusk) March 19, 2026
Im Vorfeld kamen jedoch bereits einige zusätzliche Angaben von ihm über das Projekt, das nach Ansicht von Analysten einen zweistelligen Milliarden-Betrag kosten würde, wie Business Insider berichtete. So reagierte Musk auf die Berechnung eines X-Followers, laut der Tesla pro Monat etwa 100.000 Wafer-Scheiben produzieren müsse, um auf 100 Millionen KI-Chips jährlich zu kommen: Wahrscheinlich müssten es etwa 160.000 Wafer monatlich sein, wenn man die Ausbeute berücksichtige, schrieb der CEO dazu.
Tesla-FSD in Europa ab April?
Nicht Musk selbst, aber einer der Tesla-Accounts auf X hatte unterdessen eine Nachricht, die für europäische Kunden kurzfristiger von Relevanz sein könnte: Nach langem Warten soll das Assistenz-System FSD (für „Full Self-Driving“, seit einiger Zeit mit dem Hinweis „supervised“ in Klammern) endlich auch in EU-Ländern eine Zulassung bekommen. Eine FSD-Genehmigung in den Niederlanden hatte Tesla zunächst schon für diesen Februar in Aussicht gestellt, später nannte Musk als neuen Termin dafür den 20. März.
Together with RDW, we have officially completed the final vehicle testing phase for Full Self-Driving (Supervised) and have submitted all documentation required for the UN R-171 approval + Article 39 exemptions. The RDW team is now reviewing the documentation and test results…
— Tesla Europe, Middle East & Africa (@teslaeurope) March 20, 2026
Auch damit wurde es nichts, aber im April soll die FSD-Zulassung in Europa wirklich beginnen. Das schrieb @teslaeurope am Freitag auf X und erklärte den Prozess dahinter mit der niederländischen Behörde RDW. Nach Tests in den vergangenen 18 Monaten habe diese als Datum für die Genehmigung des Systems in den Niederlanden den 10. April genannt. Tesla erwarte anschließend eine EU-weite Zulassung bis zum Sommer. In einer Mitteilung bestätigte die RDW, dass man sich in der finalen Phase befinde; nach dem Abschluss werde die Entscheidung fallen.
Rückruf von FSD in USA möglich
Garantiert ist die Zulassung von FSD in Europa also noch nicht. In den USA wäre sogar ein Rückruf des Systems möglich, denn die Verkehrsbehörde NHTSA hat eine Untersuchung dazu zu einer „Engineering Analysis“ hochgestuft. Darin geht es um das Verhalten von FSD in früheren Beta- und heutigen Supervised-Versionen bei schlechter Sicht. Wie unter anderem CNBC berichtet, könnte die NHTA als Nächstes einen FSD-Rückruf verfügen. Wahrscheinlicher ist aber, dass Tesla wie bei früheren Fällen offiziell freiwillig mitmacht, wenn die Behörde auf Änderungen besteht.
Unüberwacht fährt Tesla-FSD auf Kunden-Fahrzeugen auch in den USA immer noch nicht, obwohl das laut Musk längst erreicht sein sollte. Ähnlich viel Verspätung hat er mit dem Nachfolger des ersten Tesla Roadster, der schon 2017 vorgestellt wurde. Dazu hatte der CEO jetzt eine weitere Verschiebung, legte sich aber immerhin etwas stärker fest als zuvor. Und ein anderer Unternehmer schürte die Neugier auf den elektrischen Hyper-Sportwagen weiter.
Musk nennt neuen Roadster-Termin
Zuletzt hatte der Tesla-Chef die neue Roadster-Präsentation für den 1. April 2026 angekündigt und sich damit die Möglichkeit offen gelassen, sagen zu können, damit nur gescherzt zu haben, wie er selbst erklärte. Am Dienstag kassierte er diesen Termin, indem er auf X schrieb, die Vorstellung werde „wahrscheinlich“ Ende April stattfinden. Grundsätzlich bestätigte Musk also, dass der neue Roadster noch zeitnah auf dem Programm steht. „Hoffentlich nächsten Monat“ werde er vorgestellt, bekräftigte Musk einige Stunden später noch einmal.
When I’ve run into people who are in the know, I inquire, they tell me nothing, but their eyebrows raise and their eyes widen in a way that can only mean something of sorcery and magic is coming…
— travis kalanick (@travisk) March 17, 2026
Das Auto werde „ein Next-Level-Knaller“ sein, schrieb der Tesla-CEO, der den Roadster schon viele Male zuvor mit ähnlich großen Worten gefeiert hatte. Dieses Mal pflichtete ihm Travis Kalanick bei, der dort in Ungnade gefallene Gründer von Uber, der mit dem Startup Atoms derzeit ein Comeback versucht. Wenn er informierte Personen auf den Roadster anspreche, würden sie nichts darüber sagen, erklärte Kalanick auf X. Ihre Augen würden aber deutlich verraten, dass mit „Hexerei und Magie“ zu rechnen sei.
Elektroauto-Konkurrenz nimmt zu
Im April könnte die Welt mehr darüber erfahren, wie solche Andeutungen zu verstehen sind – oder ein weiteres Mal doch nicht, und selbst wenn, wäre bis zur Produktion des nächsten neuen Roadster mit weiteren Verzögerungen zu rechnen. Interessante neue Elektroautos bringen unterdessen zunehmend andere Hersteller als Tesla auf den Markt. So bekommt die Limousine Model 3, mit der Tesla ab 2017 in das Volumen-Segment drängte, jetzt zeitgleich Konkurrenz aus Deutschland und aus China.
Die neueste deutsche Alternative zum Tesla Model 3 wurde von BMW vorgestellt und heißt i3 – nach dem SUV iX3 die erste Limousine der als „Neue Klasse“ bezeichneten Modell-Generation. Die Akku-Größe verriet BMW noch nicht, erwähnt in einer Mitteilung aber bis zu 900 Kilometer WLTP-Reichweite. Innerhalb von 10 Minuten sollen sich 400 Kilometer nachladen lassen – beides viel bessere Werte als bei Tesla. Auch die Preise sind noch offen, dürften aber in der Nähe des BMW iX3 liegen, also höher sein als für das Model 3, das mit Allrad ab 49.990 Euro kostet.
Xiaomi SU7 unterbietet Model 3
Zunächst in China wiederum kommt die neue Generation der Limousine SU7 auf den Markt, mit der es dem Smartphone-Hersteller Xiaomi auf Anhieb gelang, das Tesla Model 3 als meistverkauftes Premium-Elektroauto in diesem Format zu überholen. Die jetzt für den neuen Xiaomi SU7 (s. Foto oben) genannten Preise liegen weiter unter denen für vergleichbare Model 3, während die technischen Daten wie beim teureren BMW i3 zumeist besser sind. Mit dem baldigen Start von Xiaomi-Elektroautos auch in Europa ist laut autoevolution zu rechnen.
