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Offen gegen Tesla: Lidar-Anbieter Luminar lässt Model X Fußgänger-Dummys umfahren

tesla model-x dummy luminar

Bild: Luminar Technologies

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Anders als der große Rest der entstehenden Branche dafür will Tesla-CEO Elon Musk autonomes Fahren allein mit der Auswertung von Kamera-Bildern möglich machen. Während er vor kurzem sogar den Radar-Sensor für das Autopilot-System gestrichen hat, neigen andere Anbieter dazu, noch aufwendigere Technik für das Daten-Sammeln einzusetzen, vor allem Lidar-Geräte, die mittels Laser detaillierte 3D-Bilder der Umgebung ermöglichen. Ein Entwickler in diesem Bereich plant Lidar sogar als Grundlage für bloße Assistenz-Funktionen – und will jetzt mit einem direkten Vergleich zeigen, dass seine Technologie dafür sicherer ist als die von Tesla.

Glasdach mit Luminar-Sensoren

Luminar Technologies aus dem Silicon Valley wurde im Jahr 2012 gegründet und ist nur eines von mehreren Unternehmen aus dem Lidar-Bereich, das im vergangenen Jahr über eine umgekehrte Spac-Fusion an die Börse gegangen ist. Daran beteiligt sind unter anderem Daimler Truck und Volvo Cars. Außerdem gibt Luminar an, dass acht der zehn wichtigsten Auto-Hersteller zu seinen 50 Partnern in der Branche zählen. Zunächst galt die Lidar-Technologie als extrem teuer, doch die Kosten sinken. Ab dem kommenden Jahr sollen alle XC90 von Volvo damit ausgestattet werden, und auch chinesische Elektroauto-Hersteller haben bezahlbare Modelle mit Lidar vorgestellt.

Im Vorfeld der IAA kommende Woche in München meldete Luminar am Donnerstag neue Produkte von den Glasdach-Herstellern Webasto und Inalfa mit integrierter Sensorik. Hauptsächlich geht es in der Mitteilung aber um einen Vergleich der eigenen Technik mit der bei „einer der angesehensten Marken in der Welt von Elektroautos mit ADAS“, wie es in dem begleitenden Video dazu heißt. ADAS steht für Advanced Driver Assistance Systems, also moderne Fahrassistenz-Systeme, und mit der Marke ist natürlich Tesla gemeint.

Fast genüsslich zeigt das Video aus mehreren Perspektiven zunächst, wie ein blaues Tesla Model X auf einen Fußgänger-Dummy zufährt und dann zwar piepend bremst, ihn aber trotzdem schwungvoll umfährt. Beinahe „schockierend“ sei diese Erfahrung, sagt dann Austin Russell, Gründer und CEO von Luminar. Mit einem weißen Audi A5 passiert im Hintergrund das Gleiche, ein Twitter-Ausschnitt von dem Video aber konzentriert sich nur auf die Tesla-Versuche.

Tesla Model X mit gutem Prüf-Wert

Ein laut Video-Text mit Lidar-Sensor und der neuesten Wahrnehmungssoftware von Luminar ausgestatteter Lexus dagegen macht es besser. Anders als der Tesla und der Audi habe er die Kollisionen mit dem Dummy vermieden, heißt es darin, was auch mehrere Male gezeigt wird. Die Erkennung mittels Lidar sei sicherer, schneller und für größere Entfernungen geeignet als Kamera und Radar, schreibt Luminar. Das eigene System Proactive Safety habe das Potenzial, Unfälle mit Pkw komplett zu verhindern, ohne den Menschen aus dem Spiel zu nehmen.

Erstaunlich an den unschönen Bildern mit dem Tesla Model X ist, dass die Prüforganisation EuroNCAP diesem Elektroauto beim Fußgänger-Schutz 5,6 von 6 möglichen Punkten gab. Allerdings wird hier auch positiv gewertet, wenn ein Fahrzeug beim Erkennen einer Person zumindest die Geschwindigkeit reduziert, wie es bei dem Tesla im Luminar-Test der Fall war. Ebenfalls eine Rolle könnte spielen, dass die Dummys bei EuroNCAP in Bewegung sind, während sie in dem Video stets nur im Fahrweg herumstehen.

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