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Tesla-Woche 31/26: 10 Mio. E-Autos, LFP aus USA, PV-Strom, China-Gerüchte, NHTSA prüft

2. August 2026 | Kommentieren

tesla produktion fabrik fremont

Bild: Tesla (Produktion im Werk Fremont)

Die größte Nachricht der Woche war vielleicht gar keine: Laut einem Bericht bereitet Tesla die Abspaltung seines China-Geschäfts vor, was CEO Elon Musk aber dementierte. Kurz vorher hatte das Unternehmen mitgeteilt, bislang 10 Millionen Elektroautos produziert zu haben, und ließ am Freitag wissen, für Megapacks jetzt eigene LFP-Batterien zu verwenden. Außerdem kauft Tesla im großen Stil Solarstrom ein, laut Musk für Supercharger. Und in den USA begann eine Prüfung von 1,2 Millionen Model 3 und Model Y, die auch für deutsche Kunden relevant sein könnte.

10 Mio. Tesla-Elektroautos produziert

Nach Rückgängen in 2024 und 2025 scheint Tesla in diesem Jahr wieder auf dem Weg, die Zahl der verkauften Elektroautos zu steigern – in den ersten sechs Monaten war sie rund 16 Prozent höher als vor einem Jahr. Entsprechend entwickelt sich die Produktion. Ende 2025 gab Tesla bekannt, in der Gigafactory in China sein neunmillionstes Fahrzeug produziert zu haben. Ziemlich genau sieben Monate später folgte jetzt der nächste Millionen-Meilenstein: Im Werk Fremont sei der zehnmillionste Tesla vom Band gelaufen, hieß es am Donnerstag.

Produced our 10 millionth Tesla globally at Fremont Factory this week!

Only 6 years ago, Fremont Factory made our 1 millionth vehicle pic.twitter.com/ps4H6tFgUQ

— Tesla (@Tesla) July 30, 2026

Mit einer Million Elektroautos innerhalb von sieben Monaten liegt Tesla weit unter der Kapazität, die nach Angaben im Quartalsbericht 2,25 Millionen pro Jahr beträgt (ohne Cybercab). Jedoch ist es bislang noch keinem anderen Unternehmen weltweit gelungen, derart viele reine Elektroautos herzustellen. Der chinesische Konkurrent BYD lag zuletzt in dieser Hinsicht zwar vor Tesla und hat um 15 Millionen elektrische Autos verkauft. Ungefähr die Hälfte davon sind aber Plugin-Hybride, sodass die US-Marke bei reinen E-Fahrzeugen insgesamt weiterhin führt.

Trennung von Tesla-Betrieb in China?

China ist für Tesla sowohl der umkämpfteste Markt als auch der wichtigste Produktionsstandort. Die Ende 2019 eröffnete Gigafactory in Shanghai kann bis zu 950.000 Model 3 und Model Y pro Jahr produzieren, und anders als im Westen wird diese Kapazität derzeit annähernd voll genutzt. Die früh etablierte Präsenz in China könnte CEO Musk jedoch bei neueren Plänen in die Quere kommen, die weit über Elektroauto-Ambitionen hinausgehen: Eine Fusion von SpaceX mit Tesla scheint nur eine Frage der Zeit, hätte bei zu viel China-Nähe aber kaum Chancen auf Genehmigung.

Über diese Problematik berichtete am Freitag das Wall Street Journal (WSJ). SpaceX erhält viele Aufträge von der US-Regierung und betreibt mit seinem Starlink-Internet ein System von großer militärischer Bedeutung. Aus Sorge vor zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China soll Musk schon vor Jahren verfügt haben, den Tesla-Betrieb in den beiden Ländern strikt getrennt zu halten. Und jetzt sollen Führungskräfte sogar den Auftrag erhalten haben, eine Trennung vom China-Geschäft vorzubereiten, damit eine Fusion mit SpaceX möglich wird.

Musk nennt WSJ-Bericht „absurd“

In Frage käme laut dem Bericht ein Spin-Off (die Ausgründung in ein eigenes Unternehmen), ein Verkauf oder auch eine Schließung der China-Aktivitäten von Tesla. CEO Musk wartete nicht lang, bis er auf die für ihn typische knappe Art dementierte: „fake news“, schrieb er zunächst auf X, um dem eine Stunde später noch ein „absurd“ voranzustellen und zu erklären, derartige Diskussionen habe es nie gegeben. Konkreter äußerte er sich zu der China-Thematik nicht, und selbst manche Anhänger vermuteten ein Körnchen Wahrheit in dem von ihm kritisierten Bericht.

This has never even come up in a discussion ever.

Absurdly fake news.

People should assume news is fake until proven otherwise.

— Elon Musk (@elonmusk) July 31, 2026

Tatsächlich könnte Musks Interesse an einer Fusion China von einem theoretischen zu einem ganz konkreten Problem machen. Einst sollte SpaceX vor allem eine Mars-Mission erreichen und Tesla pro Jahr doppelt so viele Elektroautos verkaufen, wie jetzt als ingesamt produziert gemeldet wurden, doch inzwischen hat der Doppel-CEO andere Pläne: Zusammen sollen die beiden Unternehmen massenhaft KI-Chips produzieren und Rechenzentren auf tausenden Satelliten betreiben. Ein Zusammenschluss wäre deshalb logisch, würde aber eine China-Lösung erfordern.

Megapack mit eigenen LFP-Batterien

Auf jeden Fall ist erkennbar, dass Tesla mit weniger Zulieferungen aus China auskommen will. Schon in 2020 verkündete große Pläne für eigene Batterie-Produktion im Westen wurden zwar bei weitem nicht erreicht, doch allmählich kommt sie in Gang. In Texas hat Tesla nach eigenen Angaben Kapazität für jährlich 40 Gigawattstunden an Batterien in seinem 4680-Format. Jünger ist eine Fabrik für Batterien mit der billigeren LFP-Chemie im Bundesstaat Nevada. Und laut Tesla auf X wurden jetzt die ersten Megapacks mit Batterien aus dieser eigenen Produktion ausgeliefert.

Our first Megapacks with Made-in-America LFP cells are on their way to customers! 🇺🇸

These domestic cells are manufactured at our facility in Sparks, Nevada and integrated into Megapacks from our Megafactory in California. This is a significant milestone for domestic cell… pic.twitter.com/4zPjkmMadb

— Tesla Megapack (@Tesla_Megapack) July 31, 2026

Mit 7 Gigawattstunden pro Jahr ist Teslas LFP-Kapazität noch gering – allein von dem Großspeicher Megapack können pro Jahr in zwei Fabriken insgesamt 60 Gigawattstunden hergestellt werden. Dennoch ist ein Anfang gemacht. Bislang sollen LFP-Batterien für das Megapack sämtlich von CATL aus China gekommen sein. In diesem März aber wurde bekannt, dass Tesla LFP-Batterien für mehrere Milliarden Dollar aus einer neuen US-Fabrik von LG Energy ab 2027 bestellt hat. Die eigene Kapazität in Nevada scheint jetzt schon bereitzustehen.

Tesla kauft Solarstrom im großen Stil

Neben Batterie- will Tesla auch Photovoltaik-Produktion im großen Stil in den USA aufbauen, wie es erstmals in diesem Januar hieß – die Rede ist von 100 Gigawattstunden pro Jahr, was Investition von 20 Milliarden Dollar erfordere. Erst einmal aber tritt Tesla im großen Stil als Einkäufer von Solarstrom aus fremden Anlagen auf: Kurz nacheinander wurden jetzt Vereinbarungen über zusammen deutlich mehr als eine Terawattstunde jährlich aus zwei neuen Projekten in den USA bekannt.

This part of Tesla’s push for renewable energy supply to our Supercharger network

— Elon Musk (@elonmusk) July 30, 2026

Das größere ist im Bundesstaat Arizona angesiedelt und bekommt neben 450 Gigawatt Solarleistung 1,4 Gigawattstunden an Batterien, die vier Stunden lang einspringen können, wenn keine Sonne scheint. Tesla hat sich 90 Prozent der Produktion ab 2028 gesichert, etwa 1 Terawattstunde pro Jahr. Hinzu kommt ein Langfrist-Vertrag mit einem Projekt in Texas ab 2029: Hier übernimmt Tesla nach Angaben des Betreibers sämtlichen Strom, den die 140 Megawatt Solarleistung liefern. Wie Musk zu Arizona auf X schrieb, ist er für das Supercharger-Netz gedacht.

NHTSA prüft frühe Model 3 und Model Y

Wie unterdessen die US-Behörde NHTSA mitteilte, hat sie eine vorläufige Untersuchung begonnen, die etwa jedes achte der bislang zehn Millionen produzierten Elektroautos von Tesla betrifft: 1,2 Millionen Model 3 und Model Y, wobei sich diese Zahl wohl allein auf die USA bezieht und exportierte Fahrzeuge hinzukommen könnten. Dabei geht es um den unteren vorderen Querlenker. Laut 156 Meldungen an die Behörde soll er sich, zumeist ohne vorherige Anzeichen, gelöst haben, wodurch die Lenkfähigkeit verloren gehen könne.

Die Voruntersuchung ist der erste Schritt in einem Prozess, der zu einer Rückruf-Verfügung der NHTSA führen kann – wobei die meisten Hersteller einschließlich Tesla meist vorher noch einlenken und selbst zurückrufen. In diesem Fall sieht sich die Behörde Model 3 der Jahrgänge 2018-2020 und Model Y aus 2021-2023 näher an. Falls wirklich ein systematisches Problem vorliegt, wären potenziell auch europäische Kunden betroffen: Das Tesla Model 3 kam bis Ende 2020 aus den USA nach Europa, bevor im Oktober erste Lieferungen aus China begannen.

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Tags: China, LFP, Model 3, Model Y, Photovoltaik, Produktion, Tesla

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