Bild: Nasa (Symbolfoto)
Während Fans noch die am Mittwoch verkündete Einstellung von Tesla Model S und Model X zugunsten von Robotern betrauerten, bereitet CEO Elon Musk möglicherweise eine noch viel bedeutendere Veränderung vor. Zunächst hieß es dazu lediglich, vor dem neuerdings geplanten Börsengang seines Weltraum-Unternehmens SpaceX könnte dieses die ebenfalls von Musk gegründete KI-Firma xAI übernehmen. Am Donnerstagabend aber wurde berichtet, dass er stattdessen oder zusätzlich eine Fusion von Tesla mit SpaceX prüfen lässt.
Tesla und SpaceX mit gleichem Wert
Der SpaceX-Börsengang wird laut Berichten schon für diesen Juni vorbereitet – ein überaus enger Zeitplan für ein solches Vorhaben, aber das ist man von Musk gewohnt. In diesem Fall soll für den angepeilten Termin zudem eine seltene Planeten-Konstellation und sein Geburtstag in dem Monat eine Rolle spielen. Wenn das Vorhaben gelingt, könnte Musk zum größten Anteilseigner von nicht nur einem Unternehmen mit enormem Börsenwert werden, sondern von zweien: Für SpaceX wurde eine Bewertung von 1,5 Billionen Dollar angestrebt, etwa das aktuelle Tesla-Niveau.
Wie am Donnerstag die Agentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichtete, lässt Musk aber parallel eine weitere Transaktion prüfen: eine Fusion von Tesla und SpaceX. Auf diese Variante sollen manche Anleger gedrängt haben, vor allem Staatsfonds aus dem Nahen Osten, die enorme Summen zu investieren haben. Mit einem der größten davon, dem Public Investment Fund Saudi-Arabiens, hat Musk schon Erfahrung: Er sollte den von ihm im August 2018 verkündeten und dann abgesagten Tesla-Wegkauf von der Börse für 420 Dollar pro Aktie finanzieren.
Tesla, SpaceX & xAI kooperieren
Auch ohne eine vollständige Fusion arbeiten die beiden Musk-Unternehmen Tesla und SpaceX bereits zusammen. So werden für den Pickup Cybertruck und Starship-Raketen ähnliche Materialien verwendet, und bei früheren SpaceX-Missionen kamen zur Klappen-Verstellung starke Elektro-Antriebe von Tesla zum Einsatz. Und neuerdings gibt es noch weiter reichende Berührungspunkte, bei denen auch das von Musk gegründete KI-Unternehmen xAI eine Rolle spielt.
Dazu gab Tesla am Mittwoch bekannt, 2 Milliarden Dollar in xAI investiert und ein Rahmen-Abkommen geschlossen zu haben, das die eigene Fähigkeit zur Entwicklung von KI-Produkten verbessern könne. SpaceX soll laut Musk ebenfalls eine Rolle für solche Pläne spielen: Nirgendwo lasse sich KI billiger realisieren als im Weltraum, weil dort durchgehend Solar-Energie zur Verfügung stehe und die Kühlung kein Problem darstelle, sagte er laut Reuters beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die zwei größten Probleme für Rechenzentren auf Erden wären damit also gelöst.
Musk will KI-Rechenzentren im All
Also könnte Tesla Solar-Module und Batterien für SpaceX-Satelliten liefern, in denen Computer für das Training riesiger KI-Modelle arbeiten, wie sie von xAI entwickelt werden. Von den Ergebnissen könnte dann Tesla mit seinem FSD-System für zukünftig autonomes Fahren und seinem Roboter Optimus profitieren. Zudem hat Musk für Tesla den Aufbau einer riesigen eigenen Produktion von KI-Chips angekündigt. Für all das braucht er zunächst viel Kapital – das sich eine Kombination seiner beiden größten Unternehmen vielleicht leichter verschaffen könnte.

