Auf der Website des von Elon Musk vor seinem Einstieg bei Tesla gegründeten Weltraum-Unternehmens SpaceX ist noch viel vom Mars die Rede – noch 2026 sollen erste Starship-Raketen zu dem Planeten starten und weitere Missionen ab 2030 vorbereiten, heißt es dort. Nach neuen Angaben von Musk selbst aber stehen solche Mars-Pläne vorerst nicht mehr im Fokus. Stattdessen soll SpaceX zunächst den Mond erschließen – mit einer autarken Stadt und Touristen-Flügen.
Musk will rasch zum Mond
Während sich die von Musk als CEO formulierte Mission für Tesla mehrfach verändert hat, zuletzt zu „eine Welt von wundervollem Wohlstand“, ist das ultimative Ziel von SpaceX seit der Gründung 2002 gleich geblieben: Musk will den Mars kolonisieren, damit menschliches Bewusstsein seine mögliche Auslöschung auf der Erde überleben kann. Dem ordnete er im Prinzip alles andere unter. Selbst Tesla sollte nur zur Finanzierung der Weltraum-Pläne dienen, und Twitter übernahm Musk, um zu verhindern, dass vorher die westliche Zivilisation kollabiert, wie er einmal sagte.
For those unaware, SpaceX has already shifted focus to building a self-growing city on the Moon, as we can potentially achieve that in less than 10 years, whereas Mars would take 20+ years.
The mission of SpaceX remains the same: extend consciousness and life as we know it to…
— Elon Musk (@elonmusk) February 8, 2026
Vor diesem Hintergrund kam die von ihm am frühen Montag verkündete Prioritäten-Verschiebung zum Mond überraschend, auch wenn Musk versuchte, sie als nebensächlich darzustellen. „Falls es jemand noch nicht weiß“, leitete er seinen X-Beitrag ein. SpaceX habe seinen Fokus bereits auf den Bau einer „selbstwachsenden“ Stadt auf dem Mond verschoben, was potenziell innerhalb von weniger als 10 Jahren zu erreichen sei, schrieb Musk.
SpaceX mit Weltraum-Tourimus
Dennoch bleibe die Mission von SpaceX dieselbe wie zuvor, versicherte er. Das Unternehmen werde parallel zu den neuen Mond-Plänen anstreben, eine Mars-Stadt zu bauen, und damit in 5-7 Jahren beginnen. Oberste Priorität habe jedoch, die Zukunft der Zivilisation zu sichern, und dafür sei der Mond schneller, begründete Musk den neuen Fokus. Missionen zum Mond seien alle 2 Tage möglich, zum Mars nur alle 26 Monate.
https://twitter.com/elonmusk/status/2020964809999777996
In weiteren X-Nachrichten kündigte Musk ein SpaceX-System an, das beliebigen Personen Flüge zum Mond ermöglichen werde. „Das wird aberwitzig cool“, freute er sich mit einer Reihe von Emojis. SpaceX plant jetzt also so etwas wie Weltraum-Tourismus zum Mond – ist damit aber ähnlich wie Tesla bei Elektroautos nicht mehr konkurrenzlos. So räumte Musk ein, dass sein Rivale Jeff Bezos mit seiner Weltraum-Firma Blue Origin den Mond möglicherweise früher erreiche.
Tesla-Produkte für SpaceX
Die bescheidenere Schwerpunkt-Setzung dürfte damit zusammenhängen, dass Musk SpaceX nach langem Sträuben doch an die Börse bringen will. Schon im Sommer könnte es so weit, offenbar mit einer Bewertung um 1,5 Billionen Dollar wie bei Tesla; auch über eine Fusion der beiden größten Musk-Unternehmen wird spekuliert. Mit SpaceX den Mars zu erschließen, dauere mehr als 20 Jahre, schrieb er dazu jetzt.
Das ist möglicherweise länger, als selbst geduldige Anleger warten wollen. Zudem plant SpaceX laut Musk KI-Rechenzentren All, die ähnlich wie die Starlink-Einheit für Internet über Satellit zu stetigen Einahmen für den Börsen-Neuling beitragen könnten. Auch Tesla würde in den neuen SpaceX-Fokus passen: Schon im November 2025 erwähnte Musk, dass Fahrzeuge und Optimus-Roboter von Tesla gut für Bau und Betrieb einer Mond-Basis oder Mars-Stadt geeignet wären.
