Der billigste Tesla in den USA, also das Model 3 Standard Range Plus, kostet jetzt mindestens 43.990 Dollar, und wer ihn ohne Extras neu bestellt, muss bis nächsten September darauf warten. So lauten die Angaben, die Tesla neuerdings auf seinen Konfigurator-Seiten macht – sie bedeuten, dass der Preis erneut angehoben und die Lieferzeit erneut verlängert wurde. Auch bei den anderen Tesla-Modellen in den USA bis hin zum Model X kamen von Freitag auf Samstag weitere Preiserhöhung und teils spätere Termine.
Wieder 2000 Dollar mehr für Model 3 SR+
Beim Model 3 SR+ hatte Tesla den Preis erst Anfang Oktober um 2000 Dollar erhöht. Zu Beginn des Jahres kostete die Einstiegsversion noch 36.990 Dollar, sodass sie mit dem neuesten Schritt jetzt um insgesamt etwa 19 Prozent teurer wurde. Auch der Preis für das Model Y stieg, bei der Version Long Range zunächst um 2000 Dollar und jetzt noch einmal um denselben Betrag auf 56.990 Dollar.
Die anderen Varianten der beiden Volumen-Teslas blieben zumindest in der neuen Runde verschont. Das Model Y Long Range soll aber ebenfalls einen weiteren Monat später kommen, nämlich im August 2022. Wie beim kleinen Model 3 kann man die Wartezeit allerdings verkürzen, indem man gegen Aufpreis größere Räder wählt.
Auch die Preise für die Premium-Elektroautos Tesla Model S und Model X sind in diesem Jahr bereits mehrmals gestiegen, in diesem Fall im Juli auch in Europa, und in den USA gab es jetzt eine weitere Runde. Das Model S kostet mindestens 94.990 Dollar statt vorher 89.990 Dollar, bei der Performance-Version (129.900 Dollar) folgte keine weitere Erhöhung. Das Model X Long Range wurde ebenfalls 5000 Dollar teurer und kostet jetzt ab 104.990 Dollar. Damit nimmt die Differenz zum Top-Modell Plaid weiter ab, denn dessen Preis stieg erneut nicht mit, sodass es nur noch 15.000 Dollar mehr kostet. Gleichzeitig liegt der Preis weiter um 10.000 Dollar unter dem für das Model S Plaid.
Tesla-Finanzchef erklärt „Optimierung“
Nicht alles davon lässt sich leicht nachvollziehen, und bei der Telefon-Konferenz zu den Geschäftszahlen von Tesla für das dritte Quartal 2021 an diesem Mittwoch, also schon vor den neuesten Änderungen im Konfigurator, wurde Finanzchef Zachary Kirkhorn auf diesen Umstand angesprochen. Tatsächlich versuchte er sich daraufhin an einer Erklärung.
Überraschend stellte Kirkhorn zunächst fest, dass selbst Tesla von der zunehmend hohen Nachfrage nach Elektroautos überrascht worden sei: „Die Leute wollen ein Elektroauto kaufen, und sie wollen jetzt einen Tesla“, sagte er. Das sei positiv, aber trotz extremer Bemühungen sei das Unternehmen im aktuellen Umfeld knapper Komponenten nicht in der Lage, die Nachfrage schnell genug zu bedienen. So begründete der Finanzchef die teils langen Lieferzeiten – und erklärte, Tesla müsse vorausdenken, um die voraussichtlichen eigenen Kosten zum Zeitpunkt der späteren Produktion abzuschätzen. Manchmal könne die Preispolitik von außen betrachtet unlogisch erscheinen, räumte Kirkhorn ein. Doch es gebe eine Strategie dahinter, um Angebot und Nachfrage zum Ausgleich zu bringen, mit Knappheit bei bestimmten Teilen zurechtzukommen und die Wartezeiten zu steuern – „das alles geht in die Optimierung mit ein“, verriet der Tesla-CFO.