BMW und VW bauen eigenes Schnellladenetzwerk in Nordamerika auf

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Die beiden deutschen Autohersteller BMW und Volkswagen werden in Zusammenarbeit ein eigenes Schnellladenetzwerk an der Ost- und Westküste Nordamerikas aufbauen. Dieses Netzwerk soll dann circa 100 Standorte vorweisen können und wird mit dem bereits etablierten Hersteller ChargePoint realisiert. Die ersten Installationen haben bereits in San Diego begonnen.

Die Schnellladesäulen liefern 500 Volt Gleichstrom (DC) und können damit den BMW i3 oder den VW e-Golf in 20 Minuten zu 80 Prozent aufladen. Zwar brauchen die Supercharger von Tesla Motors 40 Minuten für eine Aufladung von 80 Prozent bei dem Model S 85, dafür kann man dann fast 350 Kilometer zurücklegen. Eine Reichweite von der i3 und e-Golf nur träumen.

Die beiden deutschen Elektrofahrzeuge schaffen nämlich bei voller Aufladung gerade einmal eine Reichweite von circa 140 Kilometern. Zwar könnte man es als positiv auffassen, wenn sich deutsche Hersteller an der Elektromobilität beteiligen, wenn nun aber jeder ein eigenes Ladenetzwerk aufstellt, wird es für den Endverbrauchen kompliziert. Dies wurde schon im März kritisiert.

  • Blackmen

    …dass wird bestimmt auch kostenlos nutzbar sein -oder??!!

  • Dr.M.

    Erstens: Wieso nur in den USA?
    Zweitens: Ist der Strom wie bei Tesla kostenfrei?
    Drittens: 80% von 160 km (i3) oder 190 km (e-Golf) in 20 min und 40 min für 350 km beim Model S (wobei 80% bei einer Basis vom 500 km immerhin 400 km sind). Da kann man ja (unter der Annahme, dass 80% Ladung auch 80% der Reichweite entsprechen) ausrechnen, dann man bei i3 und e-Golf in 40 min (aber bei zweimal Anhalten, Aussteigen, Ladekabel anschliessen, wenn nicht gerade belegt oder zugeparkt oder defekt oder Bezahlung geht nicht) auch nur ca 255 km (i3) bzw. 300 km (e-Golf) geladen bekommt.
    Viertens: Und wo sollen die Ladesäulen hin? Vermutlich zu den Vertragshändlern der beiden Hersteller irgendwo abseits der Autobahn. Das dauert dann noch länger.
    Fünftens: Eine Korridor von Küste zu Küste wie bei Tesla wird es wohl nicht geben? Naja, hmmm, andererseits, ist ja auch logisch, bei den Witz-Reichweiten von i3 und e-Golf kann man ja von einer Ladesäule schon fast die Nächste sehen – und man kann sich nciht verfahren. Ein so dichtes Netz würde dann wohl doch etwas teuer werden.
    Fazit: Die sollten mal bei Tesla anfragen, wie man das richtig macht, aber oje, dann bricht den Herrschaften auf ihrem hohen Ross vermutlich ein Zacken aus der Krone.

  • Joe

    Der e-Golf hat eine Batterie von 24 kWh. 80% davon sind 19,2 kWh.
    Wenn man für 19,2 kWh 20 Minuten braucht entspricht das einer Leistung von 57,6 kW.
    Ob man das nun als Schnelllader bezeichnen kann ist fraglich.
    Das schaffen die CHAdeMO-Lader auch (62 kW). Warum also nicht einfach die CHAdeMO ausbauen statt ein „neues“ und schlechteres Ladenetz zu „erfinden“.

    Die Tesla Supercharger laden mit 120kW. Das ist mehr als doppelt so schnell!

  • Starkstrompilot

    Das sind doch keine Reiseautos. Das sind Kurz- bis Mittelstreckenfahrzeuge. Decken also über 80% unserer Fahrten ab. Man braucht dazu absolut keine Schnellladeinfrastruktur. Wer will denn schon mit 100km-Hüpfern reisen. Außerdem müssen ja dann auch die Streckenintervalle passen. Ich halte das bei solch kleinen Batterien für wilden Aktionismus. Sie sollten lieber Reiseautos mit großen Batterien bauen, die erst nach 400km oder mehr an die Schnellladestation müssen. Ups, das macht ja Tesla schon.

  • Tesla_Fan

    Tesla mit i3 und e-Golf zu vergleichen ist sicher müßig. Ärgerlich ist aber, dass jetzt wieder eine „Spezial-Lösung“ erfunden wird (was man gerade Tesla vorgehalten hat). Eine de-facto Standardisierung würde helfen, ein flächendeckends Charger-Netzwerk zu etablieren, bestehend aus 60kW oder 120kW Stationen. Also, warum tut man sich hier nicht zusammen?
    An dieser Stelle noch mal ein dickes Lob an Elon: ohne staatliche Zuschüsse etc hat er einfach „etwas unternommen“ – VW und BMW hinken heute noch hinterher – und ohne Tesla würde sich gar nichts tun…

  • Dr.M.

    Diesen Artikel wollte ich mal zu allgemeinen Kenntnis bringen…..
    Zitat:
    „Dass ausgerechnet Volkswagen beim Schnellladen in den USA vorprescht, erstaunt. Partner BMW hat sich mit dem i3 weit vorgewagt: Die Münchener entwarfen das Elektroauto als völlig eigenständiges Modell mit Karbonkarosserie, das in einer eigenen Fabrik zusammengebaut wird. VW hingegen hat bei seinen Elektroautos auf ein deutlich einfacheres Konzept gesetzt, in dem es die Massenmodelle Golf und Up zum Stromer umgemodelt hat.

    Das entspricht auch der üblichen Philosophie des Hauses. Denn als Erfolgsgeheimnis der Wolfsburger galt bisher, die Entstehung von Trends abzuwarten und dann mit einem ausgereiften Produkt die anderen aus dem Feld zu schlagen. Doch auch im Volkswagen-Reich setzt ein Umdenken ein: In der Hauszeitschrift warnte VW-Chef Winterkorn nun davor, gesellschaftliche Änderungen zu ignorieren und zu lange am bewährten Geschäftsmodell festzuhalten. Die Aufspaltung von Eon zeige, was passieren könne, wenn ein Management nicht rechtzeitig und konsequent handle.

    Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte Winterkorn, dass sich die Autoindustrie in den kommenden fünf bis zehn Jahren stärker verändern werde als in den 50 Jahren zuvor.

    Solche Aussagen wecken Erwartungen – etwa jene, dass Volkswagen mehr Geld für bisher stiefmütterlich behandelte Mobilitätstrends ausgibt. Wichtige neue Bereiche seien die Vernetzung von Autos mit dem Internet sowie Elektroantriebe, gab Winterkorn in Davos zu Protokoll. Konkrete Projekte wollte er aber nicht nennen.

    Die Investitionen in die US-Ladesäulen dürften jedoch ein erster Testballon für eine neue, gewagtere Volkswagen-Richtung sein – mit einem überschaubaren finanziellen Risiko. Denn allzu weit aus dem Fenster lehnen will man sich in Wolfsburg nicht. Den konservativen Ruf aufs Spiel zu setzen geht dann doch etwas zu weit.“
    Den vollständigen Artikel gibt es hier:
    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/kommentar-volkswagen-investiert-in-schnelladesaeulen-in-den-usa-a-1014719.html

    • TK

      Vielen Dank für den Hinweis. Ein sehr interessanter Artikel!