Elon Musk zu vollkommen autonomen Fahrzeugen: „Was wir haben, wird die Leute umhauen“

Während des Conference Call nach der Veröffentlichung des 2. Quartalsberichts dieses Jahres haben sich die Tesla-Führungskräfte einigen Fragen von Vertretern der Finanzbranche gestellt. Unter anderem wurde Musk nach vollkommen autonomen Fahrzeugen (Level 4) gefragt. Seine Antwort (via Electrek):

Was wir haben, wird die Leute umhauen. Es haut mich um … es wird eher kommen, als die Leute glauben.

Musk erklärte Ende letzten Jahres, dass er das vollkommene autonome Fahrzeug bereits in zwei statt drei Jahren erwarte. Das bedeutet, dass man bereits Ende 2017 ein solches Fahrzeug erwarten kann. In dem erst kürzlich veröffentlichten „geheimen Masterplan, Teil 2“ erklärte der CEO jedoch, dass die Hard- und Software zwar verfügbar sein wird, die Zulassungsbehörden jedoch erst deutlich später grünes Licht geben werden.

Auf die Frage hin, ob die Technologie für das vollkommen autonome Fahren ein Hard- oder ein Softwareproblem sei, antwortete Musk, dass die Hardware bereits existiere, die Software jedoch noch entwickelt werden muss. Tesla arbeitet aktuell daran eine fortgeschrittene, begrenzte künstliche Intelligenz zu entwickeln und die selbstorganisierenden Karten zu verbessern. Dieses System muss auf einem „ziemlich kleinen Computer laufen, welcher in ein Auto passt“.

Eine offizielle Ankündigung eines solchen Systems könnte bereits Ende des Jahres erfolgen. Erst im Juni dieses Jahres sagte Musk, dass man zum Ende des Jahres ein weiteres Event bezüglich des Model 3 veranstalten wird. Das Event wird laut Musk „groß“ sein und man möchte „das Offensichtliche“ tun. Was genau das bedeutet, ist aktuell nicht bekannt. Es könnte das nächste Level des autonomen Fahrens sein.

  • Dr. F

    Das würde dann aber bedeuten, dass bei der Autopilot 2.0 Hardware noch sämtliche Kameras auf allen Seiten dazu kommen müssten. Wie soll das Auto sonst an einer Kreuzung stehend die seitlich kommenden Autos wahrnehmen?
    Damit das System vegleichbar mit der „Hardware“ eines Menschen wäre, müssten auch seitlich Stereo Kameras verwendet werden um die Entfernung und Geschwindigkeit besser erfassen zu können.
    Oder sehe ich das falsch und es kann mit viel weniger Hardware realisiert werden?

    • Philipp

      Was heißt „auch“? Der Tesla nutzt nirgendwo eine stereokamera….
      Genau genommen ist in keinem Fahrzeug von Tesla auf der Straße oder angekündigt genug Sensorik für ein Level 4 Fahrzeug. Egal wie gut die Software ist: die vorhandene Hardware ist NICHT ausreichend für mehr als Level 2!

      • Dr. F

        Es ging mal das Gerücht um dass die nächste Generation über eine Stereo Frontkamera verfügt, das „auch“ bezieht sich darauf.

      • Dr. F

        Ansonsten genau meine Meinung. Ich frage mich jedoch wo sie die ganze Sensorik platzieren wollen, bei den bisher gezeigten M3 Prototypen ist zumindest noch nichts dergleichen zu erkennen.

  • Nic Megert

    Cool da sind wir mal gespannt was noch kommt.
    Wir fahren zur Zeit mit dem Model S in 30 Tagen um Europa. Wer interessiert ist, uns zu treffen oder zu begleiten findet Infos unter Electrifiedrecord.com
    Aktuell sind wir gerade in Paris.

    • Pamela

      Wünsche gute Reise, schönes Wetter und vieeel Spaß ! 🙂

      Fand es übrigens bemerkenswert: an jeder Ecke in Paris Ladestationen und E-Autos …

      • Nic Megert

        Hallo Pamela

        Vielen Dank! Ja das ist schon sehr gut gelöst dort. Auch in Spanien und Portugal geben sie einiges um Stationen zu realisieren. Nur leider klappt es dort mit dem Bezahlen noch nicht Recht!

  • McGybrush

    Hoffentlich kommt das M3 aber noch mit Lenkrad. Selbst wenn es Autonom kann, ich will selber lenken und fahren.

  • Hulahoop

    Manchmal frage ich mich schon warum Elon Musk immer wieder solche tollkühnen Ankündigungen macht. Der aktuelle Unfall in China zeigt doch ein weiteres Mal auf, dass es noch ein langer Weg ist. Klar ist rechtlich der Fahrer schuld, aber das Fahrzeug sollte doch seine eigene Breite kennen.

    Eigentlich hat Tesla diese Ankündigungen gar nicht nötig. Die sollen sich darauf konzentrieren das Model 3 rechtzeitig und vor allem ohne Pannen auszuliefern. Das bringt längerfristig mehr.

  • Lora

    Vorwärts im Kampf für eine Welt unter Führung von Tesla!

    • Fritz!

      Jupp, bin dabei!

      • Box

        Ich auch 😀

    • bübchen

      Anfang September bin ich auch dabei.

  • Blackmen

    …schön, wenn M3 Besteller die Möglichkeit haben ein vollautonomes Fahrzeug zu erwerben. 🙂

    …freue mich auf mein Auto…

  • Phil

    Ich würde mal sagen jetzt ist ein guter Moment um Tesla Aktien zu kaufen.

    • Maximo

      Da wäre ich mir nicht so sicher Phil.
      Solarcity wird noch gewaltige Löcher in die Tesla-Finanzen schlagen, und zudem viel Management Aufmerksamkeit abziehen – für eine nicht core business Klitsche. Beides ist nicht besonders hilfreich, angesichts dessen, dass Tesla mit all seinen Investitionsprojekten und dem Produktangebots-Ausbau in den nächsten paar Jahren in vielen Bereichen am Anschlag operieren wird…
      Hoffentlich geht das alles gut.

  • Maximo

    Es sollten doch jedem hier nun hinreichend bekannt sein, wie Musk’s Aussagen zu bewerten sind:
    1) Musk ist immer zu optimistisch was Zeitangaben und Deadlines betrifft. Heisst: es kommt IMMER später als angekündigt.
    2) Musk liefert IMMER was er ankündigt. Auch wenn manchmal das Angekündigte durch etwas Neuem ersetzt wird, bzw. dadurch obsolet wird.

    • Husar

      Ich stimme grundsätzlich zu, dass diese vollmundigen Ankündigungen nicht nötig sind aber hier wurde die Produktion vom Model 3 um 1-2 Jahre (?) außerplanmäßig vorgezogen. Wenn es da Verzögerungen gibt dann ist das durchaus verständlich.

  • Andreas Kraus

    Elon Musk weiß wie man im Gespräch bleibt. Ich habe das Gefühl die deutschen Autobauer haben hier nichts entgegen zu setzen und bleiben stur bei ihren Verbrennungsmotoren. Liegt es daran dass die Großaktionäre arabische Ölscheichs sind?
    Haben wir eine alternative zur Elektromobilität?
    Ich hoffe unsere Autobatterie bekommen noch rechtzeitig die Kurve.

    • Harald Wenzel

      Nein, bei den Deutschen Autobauern (wie auch bei den anderen auf der Welt) läuft das ein bischen anders, denn
      1) Verdienen Sie Geld und erwirtschaften Gewinn mit Ihren Fahrzeugen, Sie müssen also nicht alle Woche neue tweets bringen um die Geldgeber bei Laune zu halten
      2) Entwickeln und forschen die Autobauer immer im Hintergrund (die deutschen sind da leider oft zu restrikiv mit Ihren Nachrichten) und erst wenn das Ding für den Serieneinsatz reif ist/scheint wird es vermarktet.

      • Sven

        Geschichte wiederholt sich. Apple stand auch mehrmals vor der Pleite.
        zu 1) Haben sie natürlich recht. Aber aufgrund dieser Tweets entstand doch erst der Hype und die daraus resultierenden Vorbestellungen für das M3 (=Kundenkredit zum Nulltarif). Ob diese Art der Unternehmenskommunikation schlecht ist glaube ich nicht. Bisher hatte er damit zumindest Erfolg. Und irgendwann wird Tesla auf jeden Fall schwarze Zahlen schreiben. Die Frage ist nur wann. Amazon tut das btw auch nicht wirklich bei einem KGV von 120 und der Aktienkurs steigt und steigt und steigt.
        zu 2) Genau hier sehe ich das Problem der etablierten Hersteller. Einen Autopiloten kann man nicht im dunklen Kämmerlein fertig entwickeln und dann funktionierend auf den Markt bringen. Das kostet ein Vielfaches der Entwicklungszeit und spielt Tesla in die Hände. Denn wenn der Autopilot nur zu 80% funktioniert reicht das den meisten Kunden aus. Damit ist er nämlich immer noch besser als der Mensch hinter dem Steuer.
        Und dann haben wir noch die Möglichkeit der Updates über OTA. Das läuft der bisherigen Modellpolitik völlig zuwider, die alle paar Jahre ein neues Modell verkaufen wollen. Tesla hingegen kann ein MS 2015 auf die Fahrassistenzsysteme von 2018 einfach upgraden. Das ist ein völlig neues Geschäftsmodell.

  • Fränki1

    Leider ist bei Musk ein zunehmender Realitätsverlust nicht mehr zu übersehen.

    • mitleser

      Der Vorwurf wiederholt sich *gähn* und kursierte bereits als er den Roadster, das S, das X und die GF1 bauen wollte, eine Trägerrakete auf einer kleinen Plattform im Ozean…, den AP im Frühjahr 2015 ankündigte und im Herbst einführte usw. Achja und zum Mars will er auch noch! 😉 Zugegeben, sein L4-(Zeit-)Plan ist seeeeehr ambitioniert ( L3 ebenso, denke ich), aber „Realitätsverlust“?, nein.

    • Maximo

      Richtig Fränki1!
      …und wann lassen Sie ihre nächste Rakete Fracht in den Orbit bringen und auf einem beweglichen Punkt im Ozean landen? War ja auch so was von unrealistisch noch vor wenigen Jahren…
      Genauso unrealistisch, wie dass ein Südafrikaner mit einem Elektroauto (lach!) den deutschen Premiumdieselrußherstellern zeigt, wo es antriebs- und nachtanktechnisch, assistenzsystem- und vernetzungstechnisch, sicherheits- und umwelttechnisch lang geht.
      Da lacht man sich ja krumm bei so viel Realitätsverlust! …fragt sich nur bei wem…!?

    • Grünspanpolierer

      Ja, das ‚Umhauen‘ ist mindestens dreideutig zu verstehen? 😉

    • Sepplaut

      Realitätsverlust sehe ich eher bei allen anderen Auto-Herstellern auf dieser Welt,die Tesla immer noch nicht ernst nehmen-das böse Erwachen wird dann für die meisten zu spät kommen !!!

      • Harald Wenzel

        Worauf gründen Sie Ihre Aussage? Sithen Sie bei den Autobauern im Vorstand?

      • Fränki1

        Genau das Gleiche denken die Geisterfahrer auch immer.

    • Dr. F

      Was sie als Realitätsverlust abtun sehen andere als visionären Geist. Ich denke in Vergangeheit wurden schon häufig Visionäre als realitätsfremd abgestempelt, wo man jetzt rückblickend nur noch darüber lachen kann.

  • FVK

    Bin gespannt was das heißt. Der israelische Hersteller MobilEye glaubt ein Monopolist auf diesem Sektor zu sein. Daimler setzt auf Continental mit der Stereokamera.
    Hat TESLA ein eigenes Produkt entworfen?
    Ich glaube das MobilEye gegangen ist weil TESLA bereits weiter ist, als die anderen denken.

  • Haefe

    Die Fahrzeuge müssen untereinander vernetzt sein, sonst funktionierts nicht. Model 3, wird also ein Steurrad haben und hoffentlich ein Head Up Display

    • Dr. F

      Dem würde ich so nicht zustimmen. Derzeit ist ja auch nichts vernetzt und es funktioniert tadellos. Das Ziel ist es ja die Fahr-Fähigkeiten eines Menschen nachzubilden oder gar zu übertreffen. Ausserdem, was ist mit all den Dingen die sich nicht vernetzen lassen (Passanten, Tiere, usw.)?

    • McGybrush

      Ich glaube auch das das M3 ein mittigen Bildschirm hat und der Fahrer „nur“ ein Headup bekommt.

    • Harald Wenzel

      Es wird interessant wie ein „Autopilot 2.0“ die Entscheidung trifft ob er jetzt das auf die Straße rennende Kind überfährt oder das Auto mit 50 in den Gegenverkehr oder in die Betonwand lenkt. Das werden dann die kniffligen Fragen (I-Robot lässt grüßen)

      • Maximo

        nur so nebenbei zu meinem Interesse: Wie würden Sie in dieser Situation entscheiden? (…und bitte kommen Sie mir nicht mit der blöden Ausrede „ich hätte es schon vorher kommen sehen und deshalb passiert mir das nicht“)

      • McWomble

        Die Frage finde ich auch äußerst interessant. Ich wage da mal ein paar Gedankenspiele.

        1. Fall: ohne Autopilot
        Ich vermute, dass die meisten Menschen gegen die Betonwand fahren würden. Dem Kind werden die meisten instinktiv ausweichen. Da ein entgegenkommendes Fahrzeug vermutlich als größere Gefahr wahrgenommen wird als eine Wand werden die meisten dann gegen die Wand lenken und gleichzeitig bremsen.

        2. Fall: Autopilot
        Hier könnten viele verschiedene Aspekte berücksichtigt werden, die ein Mensch in der Kürze der Zeit gar nicht erfassen kann:
        – Wie viele Personen sitzen im eigenen Auto?
        – Wie hoch ist die eigene Geschwindigkeit?
        – Wie hoch ist die Geschwindigkeit des entgegenkommenden Fahrzeugs?
        – Hat das entgegenkommende Fahrzeug auch Autopilot (und würde ebenfalls ausweichen können)?
        – Mit welcher Geschwindigkeit würde das eigene Auto nach dem Bremsen gegen die Betonwand bzw. das Kind fahren?
        – Wie viele Personen im eigenen Auto würden den Aufprall gegen die Betonwand überleben‘?
        – Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind den Aufprall überlebt?
        – ….

        Durch diese Informationen könnte sicherlich eine fundiertere Entscheidung durch einen Autopiloten erfolgen als durch die instinktive Reaktion eines Menschen. Statistisch gesehen würde es durch Berücksichtigung dieser Informationen sicherlich auch weniger Tote und Verletzte geben.

        Ich habe aber keine Ahnung, wie man diese Informationen gewichten und hier eine ethisch vertretbare Entscheidung fällen kann. Letzten Endes werden hier Menschenleben gegeneinander aufgerechnet, was ich sehr problematisch finde.

      • Max

        Wie würden sie sich denn entscheiden? Ich glaube die meisten leute würden einfach nur bremsen. Das sollte der Autopilot auch schaffen.

  • Dr.M.

    Na, dann lassen wir uns mal überraschen, was uns da umhauen soll – und vor allem wann.
    Entweder das Model 3 ist schon fix und fertig für die Produktion, so dass der CEO sich nur noch um die mehr oder weniger ferne Zukunft kümmern muß – oder das Gegenteil ist der Fall.
    Mir wäre es bedeutend lieber, wenn jetzt mal eins nach dem anderen abgearbeitet werden würde.
    Sonst könnte es sein, dass man vor lauter zukünftigen Bäumen den ganzen Wald der Gegenwart nicht mehr sieht.

    • Bübchen

      Unsinn. Lesen Sie mal seine Biographie. Dann verstehen Sie, wie E.M. seine Leute antreiben kann, dabei gleichzeitig begeistern kann um Höchstleistungen zu erbringen und trotzdem alles unter Kontrolle hat. Zusätzlich ist er den allermeisten Menschen auch intellektuell überlegen. Ich möchte nicht unter ihm arbeiten.
      Seine Projekte werden mit Sicherheit Realität.

  • Anja

    Schon der jetzige Stand des teilautonomen Fahrens haut manchen Mitfahrer in meinem P85d fast um.

  • FVK

    Gibt es eigentlich irgendwo die Möglichkeit bei BMW, außer über Twitter, über diese unsäglich schwache Werbekampagne meinen /unseren Unmut kundzutun? „Warum warten? Fahren sie doch einen 330e“. Das ist ja wohl das Allerschwächste, was von einem deutschen Premiumhersteller kommen kann. Selbstverständlich warte ich. Auch viel länger…
    Und VW hat den e-up überarbeitet. Gleicher Preis, dieselbe Reichweite. Das ist auch ein Zeichen das sie es noch nicht verstanden haben oder wollen.

    • Philipp Haenel

      Ja da sieht man einfach wer Zukunfsorientiert Visionär denkt und wer in Strukturen des 20 Jh. geblieben ist bzw. vielleicht sogar bleiben wird…
      Wenigstens Mercedes geht seriöser mit dem Trend…